Die Vierfleckkreuzspinne (Araneus quadratus) ist eine Spinnenart aus der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Die Art ist farblich sehr variabel und kann ausgesprochen farbenprächtig sein, hält sich aber im Gegensatz zur bekannteren Gartenkreuzspinne fast nie in der Netzmitte auf und wird daher viel seltener bemerkt. Sie kommt in ganz Europa vor und gilt als ungefährdet.

Merkmale Das Weibchen der Vierfleckkreuzspinne erreicht nach Sven Almquist (2006) eine Körperlänge von 8,3 bis 18,8 und durchschnittlich 12,5 ± 2,8 Millimetern, das Männchen eine von 6,1 bis 9,9 und im Durchschnitt 7,3 ± 11 Millimetern. Andere Quellen sprechen von einer maximalen Körperlänge von 20,5 Millimetern beim Weibchen. Mit diesen Maßen ist die Art eine im Vergleich mittel- bis große Echte Webspinne (Araneomorphae sp.) und eine der größten in Mitteleuropa vorkommenden Spinnen überhaupt. Der Körperbau entspricht dem anderer Echter Kreuzspinnen (Araneus). Der Vorderkörper (Prosoma) ist hell beigebraun und zeigt auf dem Rücken ein dunkelbraunes Band, das nach vorn breiter wird. Das Prosoma ist lang weißgrau behaart.

Der oft fast kugelige Hinterleib (Opisthosoma) ist farblich enorm variabel und kann von fast weiß über gelb, grüngelb, hell- oder dunkelrot bis dunkelbraun sein. Stets zeigt er ein durch Punkte oder bandförmige Flecken angedeutetes Mittelband. Nahe der Vorderkante des Hinterkörpers liegen zwei paarige weiße Flecken, etwa in der Mitte folgen zwei weitere, etwa doppelt so große, weiße Flecken. Die vier Flecke bilden die Eckpunkte eines nach hinten breiter werdenden Trapezes. Die sehr kräftigen Beine sind in allen Farbvarianten breit dunkel geringelt.

Sexualdimorphismus Die Vierfleckkreuzspinne hat einen für Spinnen üblich ausgeprägten Sexualdimorphismus (Unterschied der Geschlechter). Dieser macht sich neben der Farbgebung vor allem hinsichtlich der Dimensionen der Geschlechter bemerkbar.

+ Maße des Carapax (Rückenschild des Prosomas, bzw. Vorderkörpers) der Vierfleckkreuzspinne nach AlmquistGeschlecht Länge in mm Durchschnittliche Länge in mm Breite in mm Durchschnittliche Breite in mm Längen-Breiten-Verhältnis Durchschnittliches Längen-Breiten-Verhältnis Anzahl untersuchter TiereWeibchen 3,25 bis 6,47 4,47 ± 0,93 2,26 bis 3,62 3,77 ± 0,78 1,39 bis 1,16 1,19 ± 0,1 48Männchen 2,73 bis 5,14 3,85 ± 0,61 2,26 bis 3,62 3,08 ± 0,41 1,16 bis 1,39 1,25 ± 0,06 23

Weibchen Der Carapax des Weibchens ist blass gelblichbraun oder gelblichweiß gefärbt, das darauf verlaufende mediane (mittlere) Band hat eine graubraune Farbe und ist anterior (vorne) gegabelt. Die beidseitig submarginalen (annähernd seitlichen) Bänder sind bräunlich. Die Grundfarbe der Cheliceren (Kieferklauen) ähnelt ist entweder blass gelblichbraun oder gelblichgrau und lateral (seitlich) durch mehrere schwarze Punkte sowie ebenfalls schwarze Streifen unterbrochen. Apikal (zur Mitte gelegen) sind die Cheliceren dunkelbraun. Die Klauenglieder der Cheliceren haben eine tiefbraune Färbung mit rötlicher Spitze. Das Sternum (Brustschild des Prosomas) ist dunkelbraun gefärbt und weist anterior über einen einzelnen kurzen und gelblichen Streifen auf. Die mit mehreren Stacheln ausgestatteten Beine haben eine blass gelblichbraune Grundfarbe und sind braun geringelt. In manchen Fällen sind die Beine allerdings gelblichweiß gefärbt und mit schwarzen Ringeln versehen.

Die Färbung des Opisthosomas (Hinterleibs) kann dorsal (oben) sehr variabel sein und von zitronengelb über grünlich und orange bis rötlichbraun reichen. Die Zeichnung auf dem Opisthosoma ist wie bei anderen Echten Kreuzspinnen (Araneus) deutlich ausgeprägt. Sie besteht aus vier weißen quadratisch angeordneten Flecken mit vier schwarzen Punkten darin. Anterior ist auf der Dorsalfläche ein kurzes Medianband, das an das des Carapax anschließt. Posterior (hinten) befinden sich auf dieser Fläche des Opisthosomas weiße Punkte und dunkle Streifen. Ventral (unten) ist auf dem Opisthosoma medial eine Verdunklung der Grundfarbe bemerkbar, die wiederum von weißen und kurvigen Linien umrandet wird. Die Buchlungen weisen eine dunkelbraune Färbung auf, wobei die des innere Randbereichs blasser ausfällt.

Verbreitung und Lebensraum Die Verbreitung der Vierfleckkreuzspinne ist auf die Paläarktis beschränkt und reicht von Irland über Europa und Zentralasien bis Kamtschatka und Japan.Karte zur weltweiten Verbreitung der Vierfleckkreuzspinne von der British Arachnological Society Die Art kommt in ganz Europa vor.Europäische Verbreitung der Vierfleckkreuzspinne auf www.spiderling.de

Der Lebensraum dieser Spinne sind vor allem feuchte Hochstaudenfluren, aber auch Waldränder, Lichtungen und Trockenrasen. Sie kommt in Höhen bis ca. 2.000 m vor. Das Radnetz wird niedrig (in höchstens 1 m Höhe) angelegt. Darüber webt sich die weibliche Spinne aus Blättern und Gräsern einen nach unten offenen Schlupfwinkel, in dem sie sehr gut getarnt sitzt und über einen Signalfaden mit dem Fangnetz verbunden ist. Die Spinne hält sich im Gegensatz zur Gartenkreuzspinne fast nie in der Netzmitte auf. Ähnlich wie bei der Wespenspinne besteht ein großer Teil der Beute aus Grashüpfern und ähnlichen Heuschrecken. Erwachsene Tiere treten von Juli bis Oktober auf.

mini|240px|Vierfleckkreuzspinne, Männchen mini|240px|thumbtime=6.4|Vierfleckkreuzspinne, Weibchen mit erbeuteter Wiesenschnake

Fortpflanzung Die Balz des Männchens und Kopulationen verlaufen fast ebenso wie bei der Gartenkreuzspinne, das Männchen balzt jedoch weniger ausdauernd und gibt bei unwilligen Weibchen schneller auf. Das Weibchen legt den Eikokon im Spätsommer bis Herbst an. Er wird mit gelben Fäden umhüllt und an Pflanzen befestigt. Die Eier überwintern, die Jungspinnen schlüpfen im Frühjahr des Folgejahres und entwickeln sich bis zum Herbst zu geschlechtsreifen Spinnen. Es handelt sich demnach nicht um einen zweijährigen Rhythmus wie z. B. bei der Gartenkreuzspinne.

Gefährdung Die Art ist weit verbreitet und in geeigneten Habitaten häufig. Sie wird in Deutschland in der Roten Liste als „ungefährdet“ eingestuft.

Literatur Heiko Bellmann: Kosmos Atlas Spinnentiere Europas. 3. Aufl., 2006. Kosmos, Stuttgart. ISBN 978-3-440-10746-1 Ralph Platen, Bodo von Broen, Andreas Herrmann, Ulrich M. Ratschker & Peter Sacher: Gesamtartenliste und Rote Liste der Webspinnen, Weberknechte und Pseudoskorpione des Landes Brandenburg (Arachnida: Araneae, Opiliones, Pseudoscorpiones) mit Angaben zur Häufigkeit und Ökologie. Naturschutz und Landschaftspflege in Brandenburg 8, Heft 2 (Beilage); 1999.

Weblinks

Seite von www.natur-in-nrw.de

Einzelnachweise

Kategorie:Echte Radnetzspinnen Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video