Sylvilagus hondurensis ist eine nur wenig bekannte Art der Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus), die in Mittelamerika, in Honduras, Nicaragua, El Salvador und im Nordwesten von Costa Rica beheimatet ist.

Merkmale Es ist ein mittelgroßes Kaninchen mit relativ kurzen Ohren und einem kurzen aber dichten Fell. Die Gesamtlänge der bisher vermessenen Exemplare beträgt 32,6 bis 56,4 Zentimeter bei einem Gewicht von 880 bis 1280 Gramm. Die Hinterfußlänge beträgt 7,8 bis 8,5 Zentimeter, die Ohren sind 4,3 bis 7,9 Zentimeter lang und der Schwanz hat eine Länge von 3,9 bis 4,6 Zentimeter. Das Rückenfell ist gelbbraun, die Seiten sind braungrau. Die Kehle, die Brust, der Bauch, die Innenseiten der Vorder- und der Hinterbeine und die Leistenregion sind weiß. Der Nacken ist im Winter auffallend zimtbraun bis rotbraun gefärbt. Die Ohren sind außen schwarzgrau gefärbt, ihre Spitzen sind schwarz und die Innenseiten der Ohren sind grau. Die Vorderläufe sind gelbbraun, die Färbung verändert sich an den Pfoten allmählich zu einem Beige mit einem rosigen Einschlag. Die Oberschenkel sind ebenfalls gelbbraun und gehen an den unteren Mittelfußknochen und Pfoten zu einem matten Weiß über. Der Schwanz ist auf der Oberseite schwarz und auf der Unterseite weiß. Verglichen mit dem weiter nördlich, in Guatemala und den mexikanischen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vorkommenden Sylvilagus floridanus chiapensis hat Sylvilagus hondurensis kürzere Ohren, ein kürzeres Fell und die Färbung auf Brust und Bauch ist weißlicher. Verglichen mit Sylvilagus yucatanicus ist Sylvilagus hondurensis kleiner, hat kürzere Ohren und ein dunkleres Rückenfell.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42.

Lebensraum und Lebensweise mini|hochkant|Ruellia inundata Sylvilagus hondurensis kommt in Honduras, Nicaragua, El Salvador und im trockenen Nordwesten von Costa Rica bis in Höhen von 1500 Metern vor. Vor allem findet man es in offeneren Lebensräumen, z. B. am Rand der tropischen Trockenwälder, und es fehlt in Honduras und Nicaragua in den feuchten, regenreichen Regionen an der Karibikküste. S. hondurensis ernährt vor allem von Gräsern, Kräutern und Blättern verschiedener Pflanzen. Eine wichtige Nährpflanze scheint das Akanthusgewächs Ruellia inundata zu sein. Wahrscheinlich fressen die Tiere in landwirtschaftlich geprägten Regionen auch Getreide. Die Nahrungssuche findet vor allem in der Dämmerung 1 bis 2 Stunden vor Einbruch der Dunkelheit und im Morgengrauen statt. Nähern sich Menschen oder potenzielle Fressfeinde, so erstarren die Tiere oder sie fliehen. Die Männchen sind wahrscheinlich nicht revierbildend, vertreiben schwächere Artgenossen aber bei Anwesenheit eines paarungsbereiten Weibchens. Die Jungtiere werden in einem mit trockenen Blättern und ausgezupften Haaren aus dem Fell des Muttertieres ausgepolsterten Nest geboren. Es befindet sich in der Regel an der Basis eines Strauches. Die Jungtiere werden im Alter von 3 bis 5 Wochen entwöhnt und sind mit 3 Monaten geschlechtsreif.

Potentielle Beutegreifer, die den Kaninchen nachstellen könnten, sind die Kaiserboa, die Zentralamerikanische Klapperschlange, der Cayenneweih, der Wegebussard, die Mangrovekreischeule, die Tayra, der Jaguarundi, der Ozelot und der Kojote.

Systematik Die Kaninchenart wurde 1932 durch den US-amerikanischen Zoologen Edward Alphonso Goldman als Unterart des Florida-Waldkaninchens (Sylvilagus floridanus) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Nach detaillierten morphologischen Neubewertungen und systematischen Untersuchungen wird es seit 2023 als eigenständige Art anerkannt. Sylvilagus floridanus costaricensis, 1933 durch den US-amerikanischen Zoologen William P. Harris Jr. beschrieben, gilt seitdem als Unterart von Sylvilagus hondurensis.

Gefährdung Die IUCN listet Sylvilagus hondurensis nicht als eigenständige Art und macht keine Angaben zu potentiellen Gefährdungen. In verschiedenen Schutzgebieten ist die Art relativ häufig, in ungeschützten Gebieten wird sie stark bejagt.

Einzelnachweise E. A. Goldman (1932): Two new mammals from Honduras. Proceedings of the Biological Society of Washington 45:121-123. W.P. Harris (1933): A new tree squirrel and a new cottontail rabbit from Costa Rica. Occasional papers of the Museum of Zoology, Vol. 266, S. 1–4, University of Michigan. Jose´ Manuel Mora und María Teresa Becerra Ramírez: Bogotá Tapeti Sylvilagus hondurensis Goldman, 1932 in Consuelo Lorenzo Monterrubio, José Manuel Mora: Mammals of Middle and South America: Lagomorpha. Verlag Springer, 2026, ISBN 978-3-032-10768-8 Luis A. Ruedas, Lucia Lopez, José Manuel Mora (2023): A propaedeutic to the taxonomy of the Eastern cottontail rabbit (Lagomorpha: Leporidae: Sylvilagus floridanus) from Central America. Therya 14(1):99-119. doi:10.12933/therya-23-2203

Kategorie:Baumwollschwanzkaninchen hondurensis