mini|Kerner-Kommission (1967)
Die Kerner-Kommission (National Advisory Commission on Civil Disorders, Nationale Beratungskommission für zivile Unruhen) war eine elfköpfige Präsidialkommission unter Vorsitz von Gouverneur Otto Kerner (Illinois). US-Präsident Lyndon B. Johnson berief die Kommission im Juli 1967 per Executive Order 11365, um die Ursachen von über 150 Rassenunruhen in den Vereinigten Staaten im Sommer 1967 (darunter die Unruhen in Detroit) zu untersuchen.
Die Kommission hatte zum Ziel, Empfehlungen zu erarbeiten, die eine Wiederholung solcher Unruhen verhindern sollten.Johnson, Lyndon B. (July 29, 1967). Woolley, John T.; Peters, Gerhard (eds.). "Remarks Upon Signing Order Establishing the National Advisory Commission on Civil Disorders". The American Presidency Project. Santa Barbara, CA: University of California.
Der 426-seitige Kerner-Bericht kam zu dem Schluss, dass die unmittelbaren Ursachen der Unruhen in den sozialen Folgen des weißen Rassismus lagen, wie etwa Ungleichheiten in den Bereichen Wohnen, Beschäftigung, Bildung und Polizeiarbeit.The Kerner Commission. National Museum of African American History and Culture (undatiert)
Die Johnson-Regierung ging nicht direkt auf die Empfehlungen des Berichts ein, da diese bei Konservativen als unpopulär galten.The Kerner Commission and why its recommendations were ignored. Michigan Public. 28. Juli 2017.
Der Bericht wurde 1968 nach siebenmonatigen Untersuchungen veröffentlicht. Anstatt die Unruhen einer kleinen Gruppe von Außenstehenden oder Unruhestiftern („Gesindel“) zuzuschreiben, wie es viele frühere Untersuchungen zu Unruhen getan hattenSiehe beispielsweise die Berichte über die Unruhen von 1936 in Harlem, die Unruhen von 1943 in Detroit () und die Watts-Unruhen 1965., oder Radikalen oder einer ausländischen Verschwörung, ein Verschwörungsmythos, an das damals fast drei Viertel der weißen US-Bevölkerung glaubtenRandall Woods (2016). Prisoners of Hope. Basic Books. S. 321. kam die Kommission zu dem Schluss, dass die Unruhen eine Reaktion auf jahrzehntelange „allgegenwärtige Diskriminierung und Segregation“ waren. Die Kommission schrieb:
Der Bericht der Kerner-Kommission galt oder gilt als „Meilenstein für die Rassenbeziehungen“Michael Lipsky and David J. Olson (1977). Commission Politics: The Processing of Racial Crisis in America. Transaction Books. S. 137. und als „eines der beiden wegweisenden Werke“Rick Loessberg und John Koskinen (September 2018). "Measuring the Distance: The Legacy of the Kerner Report". Russell Sage Foundation Journal of the Social Sciences. 4 (6): 115. zum Thema Rasse in den USA. Er war zudem ein Bestseller und verkaufte sich sogar besser als der Bericht der Warren-Kommission, der sich mit der Ermordung von Präsident John F. Kennedy befasste.Julian E. Zelizer (2016). Introduction to the 2016 Edition, The Kerner Report. Princeton University Press. S. xxxiv.
Siehe auch Polizeigewalt#USA
Weblinks Report of the National Advisory Commission on Civil Disorders, Summary of Report, Introduction The Kerner Commission Report, 1967 National Advisory Commission On Civil Disorders, Report (U.S. Dept of Justice) The Kerner Report Revisited; final report and background papers, by Assembly on the Kerner Report Revisited (1970 : Allerton House); ed, Meranto, Philip J. 1967 Newark Riots (2013) Kerner Report of 1968 (2015) Fifty Years Ago the Government Said Black Lives Matter What the Kerner Report Got Wrong About Policing
Fußnoten
Kategorie:Lyndon B. Johnson Kategorie:Organisation (Politikberatung) Kategorie:Politik 1968