Otto Heinrich Julius Knopf (* 24. September 1856 in Hildburghausen; † 20. September 1945 in Jena) war ein deutscher Professor für Astronomie und von 1900 bis 1927 Leiter der Sternwarte zu Jena.
Leben Otto Knopfs Vater, Hermann Knopf, war praktizierender Arzt. Seine Mutter hieß Emmi Knopf geb. Braungart.
Das Reifezeugnis erwarb Otto Knopf am Gymnasium seiner Heimatstadt. Ab 1875 begann er mit dem Studium der Physik und Mathematik an der Universität zu Jena. Von 1877 bis 1880 studierte Otto Knopf in Berlin und legte dort das Staatsexamen für das höhere Lehramt ab. Im Jahre 1880 wurde er an der Jenaer Universität zum Doktor promoviert aufgrund seiner Arbeit Über die Methoden zur Bestimmung der mittleren Dichtigkeit der Erde. Sein Doktorvater war Ernst Abbe.
Bevor Otto Knopf als Astronom arbeitete, war er zunächst am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Berlin als Lehrer tätig. 1881 ging er jedoch bereits an die Sternwarte in Córdoba (Spanien) und arbeitete dort als Rechner. Danach arbeitete er für 7 Monate als Ingenieur in Argentinien, wo eine Eisenbahnstrecke zwischen Tucuman und Salta gebaut wurde.
1884 kehrte Otto Knopf nach Deutschland zurück und arbeitete am astronomischen Recheninstitut. 1889 wurde er schließlich von seinem Doktorvater, Ernst Abbe, als Observator an der Sternwarte in Jena angestellt. 1893 habilitierte er sich an der Universität Jena mit der Arbeit: Die Schmidt’sche Sonnentheorie und ihre Anwendung auf die Methode der spektroskopischen Bestimmung der Rotationsdauer der Sonne. Allerdings wurde Otto Knopf erst vier Jahre später zum außerordentlichen Professor an der Universität Jena ernannt und 1923 schließlich zum ordentlichen Professor.
Otto Knopf wurde im Jahre 1900 zum Nachfolger von Ernst Abbe als Leiter der Sternwarte zu Jena. In dieser Funktion blieb er bis 1927 bzw. bis 1929, weil über den Nachfolger noch verhandelt werden musste. Als Sternwartenleiter regte Otto Knopf an, dass die Sternwarte in Jena einen neuen Standort erhält, weil die Stadt Jena im Saaletal liege und dadurch die astronomischen Beobachtungen erschwert werden würden. Es sollte allerdings bis 1962 dauern, bis die Sternwarte vom neuen Observatorium in Großschwabhausen erste Beobachtungen durchführte.
Am 20. September 1945 verstarb Otto Knopf in Jena, kurz vor seinem 89. Geburtstag.
Seit 1893 war Otto Knopf mit Hedwig Knopf geb. Straubel verheiratet. Gemeinsam mit ihren Kindern lebte die Familie von 1889 bis 1907 im Schillerhaus in Jena und danach im Direktorenwohnhaus der Sternwarte.
Ehrungen Im Jahre 2005 ehrte die Universität Jena Otto Knopf durch eine Gedenktafel am ehemaligen Dienstwohngebäude der Sternwarte. Die Universität feierte Knopf als herausragende und engagierte Persönlichkeit, die sich insbesondere durch Verdienste im Felde der Zeitbestimmung und Bestimmung der Position von kleinen Planeten und Kometen auszeichnet.
Nach Otto Knopf ist der Asteroid Knopfia (1311) benannt.
Schriften (Auswahl) Über die Methoden zur Bestimmung der mittleren Dichtigkeit der Erde. Diss. Univ. Jena, 1880. Die Schmidt’sche Sonnentheorie und ihre Anwendung auf die Methode der spektroskopischen Bestimmung der Rotationsdauer der Sonne. Habilitationsschrift zur Erlangung der venia legendi der philosophischen Fakultät der Grossherzogl. Herzogl. Sächsischen Gesamt-Universität zu Jena, Jena 1893. Beobachtung der partiellen Mondfinsternis vom 19. Februar 1905, in: Astronomische Nachrichten, 1905, Jg. 168, H. 10, S. 159–160. Beobachtungen des Kometen 1904 I und von kleinen Planeten, in: Astronomische Nachrichten, 1905, Jg. 170, H. 12, S. 187–194. Ernst Abbe. Mit einem Bildnis Ernst Abbes als Titelbild, in: Jahresbericht der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, Bd. 14, Jena 1905, S. 216–230. Mathematische Himmelskunde. (Mathematisch-physikalische Bibliothek, Reihe 1; 63), Leipzig 1925. Die geographischen Koordinaten von Jena. (Veröffentlichen der Universitäts-Sternwarte zu Jena), Jena 1927. Christentum oder Wissenschaft?, Leipzig 1936. Die Astronomie an der Universität Jena von der Gründung der Universität im Jahre 1558 bis zur Entpflichtung des Verfassers im Jahre 1927. (Beiträge zur Geschichte der Universität Jena, H. 7; Verein für Thüringische Geschichte und Altertumskunde: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde, Beiheft 19), Jena 1937. Beobachtungen veränderlicher Sterne und Bestimmung ihrer Grössen. (Veröffentlichungen der Universitätssternwarte zu Jena, Nr. 4), Jena 1944.
Literatur Hans Klauder, Otto Knopf †, in: Astronomische Nachrichten, 1947, Jg. 275, H. 4, S. 95. Reinhard Schielicke, Von Sonnenuhren, Sternwarten und Exoplaneten. Astronomie in Jena. Jena, 2008, ISBN 978-3-932906-80-0.
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Einzelnachweise
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