Rasha Omran (; * 28. April 1964 in Tartus, Syrien) ist eine syrische Lyrikerin, die seit 2012 im Exil in Kairo lebt. Sie ist Autorin von sieben Gedichtbänden und einer Anthologie syrischer Lyrik in arabischer Sprache. Einige ihrer Gedichte wurden auf Englisch, Katalanisch, Französisch, Deutsch und Italienisch veröffentlicht.

Durch ihre Kommentare über das ehemalige Regime unter Baschar al-Assad und die Zurückhaltung arabischer Intellektueller, seine Verbrechen zu kritisieren, wurde Omran als kritische Stimme in der arabischen Öffentlichkeit bekannt.

Leben Rasha Omran wurde 1964 in Tartus, an der syrischen Mittelmeerküste, als Kind einer alawitischen Familie geboren. Sie ist die Tochter des syrischen Dichters Mohammad Omran, eines Lyrikers, Aktivisten und Journalisten, und ihr Elternhaus war ein kultureller Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler. Sie studierte arabische Literatur an der Universität Damaskus und veröffentlichte nach dem Tod ihres Vaters ihre ersten Gedichte. Ende der 1990er Jahre gründete sie in ihrer Heimatstadt das Al-Sindiyan-Festival für Literatur und Kultur, das sie 16 Jahre lang leitete. Sie hat sieben Gedichtbände veröffentlicht und ist Herausgeberin einer Anthologie zeitgenössischer syrischer Lyrik.

Nach Beginn der syrischen Revolution bekundete sie öffentlich ihre Unterstützung für den Aufstand und erklärte: „Dies ist ein diktatorisches Regime, [....] Wie könnte ich eine Regierung unterstützen, die ihre eigenen Bürger tötet?“ Sie nahm an Protestkundgebungen teil und schrieb über ihre kritische Haltung gegen Baschar al-Assad, den sie als „keinen Diktator, sondern lediglich einen Gangsterboss“ bezeichnete.

Omran prägte zudem den Satz: „Das internationale Schweigen zu Syrien ist ohrenbetäubend.“ Da sie und ihre Familie vom syrischen Regime bedroht wurden, ging sie 2012 ins Exil nach Kairo. Im September 2012 traten Omran und vier weitere syrische Frauen vor dem Hauptquartier der Arabischen Liga am Tahrir-Platz in Kairo in den Hungerstreik und forderten, dass die Arabische Liga den Aufstand in Syrien unterstützen und Druck auf Assad ausüben sollte, um die Menschenrechtsverletzungen in Syrien zu beenden.

Omran lebt seit 2012 in Kairo, wo sie weiterhin Gedichte schreibt. Außerdem verfasst sie wöchentlich drei Artikel für arabische Online-Medien, in denen sie politische und kulturelle Ereignisse kommentiert.

Werke زوجة سرية للغياب (A secret Wife of Absence). Gedichte. Al Mutawassit, Mailand 2020 التي سكنت البيت قبلي (She who dwelt in the House before me). Gedichte. Al Mutawassit, Mailand 2016 بانوراما الموت والوحشة (Panorama of Death and Solitude). Gedichte. Dar Non 2014 معطف أحمر فارغ (A red and empty Coat). Gedichte. Syrisches Ministerium für Kultur 2009 ظلك الممتد في أقصى حنيني (Your Shadow, cast in my utter Yearning). Gedichte. Al Tanweer 2003 كأن منفاي جسدي (As though my Exile was my Body). Gedichte. Dar Arwad 1999 وجع له شكل الحياة (Pain in the Form of Life). Gedichte. Dar Arwad 1997

Als Herausgeberin أنطولوجيا الشعر السوري (Anthologie syrischer Lyrik 1980-2008), Damaskus 2008

Übersetzungen 3 Poems from A Secret Wife of Absence (englisch) Other Poems from A Secret Wife of Absence (englisch) Defy the Silence Übersetzung Kim Echlin und Abdelrehim Youssef If I Were a Cat Gedichte auf Arabisch, Englisch und Französisch When longing tormented me (englisch) Das deutsche online Projekt Lyrikline veröffentlichte drei von Omrans Gedichten, darunter Als sei ich eine Gauklerin der Einsamkeit, Vollkommen überzeugt von dem, was vorfällt und "Die Wüste, in die niemand geht" sowohl im Original in arabischer Schrift und als Hörtext, wie auch in deutscher Übersetzung von Leslie Tramontini. Weiterhin erschienen 2018 neben anderen das von Jan Wagner übersetzte Gedicht Wanduhr in der Anthologie Deine Angst - Dein Paradies. Poesie der Nachbarn. Laut einer Rezension in der Neuen Zürcher Zeitung präsentiert dieser Sammelband „originelle syrische Dichterstimmen, die den hohen Ansprüchen der Weltpoesie genügen.“

Rezeption Ein Interview aus dem Jahr 2016 in der New York Review of Books erwähnte Omrans Kommentare über arabische Kultur und intellektuelles Leben, wo sie das ehemalige Regime unter Baschar al-Assad und das Versagen arabischer Intellektueller, gegen seine Verbrechen zu protestieren, kritisierte.

Im Jahr 2022 brachte das Festival d’Avignon in Frankreich eine Bühnenadaption von Omrans Gedicht "التي سكنت„ البيت قبلي“ auf die Bühne, das ins Französische mit „Celle qui habitait la maison avant moi“ übersetzt wurde. Die Aufführung wurde von der Sängerin Isabelle Duthoit, der syrischen Schauspielerin Nanda Mohammad und Rasha Omran selbst aufgeführt. Das Gedicht handelt von einer Frau, die in einer Großstadtwohnung lebt, in der der Geist der früheren Bewohnerin stets präsent ist. Es handelt von Einsamkeit und dem Älterwerden sowie von einer verletzten Weiblichkeit, sowohl durch die Vergangenheit als auch durch die „Sackgassen der Gegenwart“. Es stellt das Wort als das wichtigste Gefühl des Lebendigseins dar. Auf Englisch lautet ein Zitat aus dem Gedicht wie folgt:

Einzelnachweise

Literatur Übersicht zu Artikeln auf ArabLit zu Rasha Omran (englisch)

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