Christina macht ihr Glück (englischer Originaltitel Flambards in Summer) ist ein Jugendroman der britischen Schriftstellerin K. M. Peyton, der im Jahr 1969 beim Verlag Oxford University Press veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Hilde Bertsch erschien 1974 beim Boje Verlag. Das Buch ist der dritte Teil der sogenannten Flambards-Trilogie, der die beiden Bände Christinas Pferdesommer (englischer Originaltitel Flambards, 1967) und Christina und der Bruchpilot (englischer Originaltitel The Edge of the Cloud, 1969) komplettiert.

Inhalt Nachdem Christinas Gatte Will bei einem Kampfeinsatz in Frankreich mit seinem Flugzeug im Ersten Weltkrieg ums Leben gekommen ist, kehrt die junge Witwe auf das Gut Flambards in Essex zurück. Weil auch Wills Bruder Mark seit den Kämpfen um Gaza in Palästina als verschollen gilt, leben auf dem Hof nur noch die beiden älteren Bediensteten Fowler und Mary. Da die Reitpferde, die früher die Ställe füllten, von der Armee in Beschlag genommen wurden, erscheint das Gut Christina nach ihrer Ankunft verlassen und heruntergekommen.

Da Christina durch ihr Erbe genügend Geld besitzt, setzt sie sich in den Kopf, den Hof als Bäurin zu bewirtschaften. Mit Fowler ersteigert sie bei einer Auktion mehrere Arbeitspferde sowie ein hübsches Reitpferd namens Fasan, das allerdings aufgrund eines Fehlers nicht ganz einfach zu reiten und unberechenbar ist. Doch Arbeitskräfte für den Hof zu bekommen ist nicht einfach, sind doch die meisten Männer im Krieg. Als der Arzt feststellt, dass Christina schwanger ist, kommen ihr deshalb große Zweifel, ob sie ihren ambitionierten Plan tatsächlich schaffen wird. Fowler kann schließlich zwei Jungen aus dem Dorf für die Arbeit auf dem Hof gewinnen und ein deutscher Kriegsgefangener, der bei sich zu Hause selbst Landwirt war, erweist sich als große Hilfe.

Um vergangenes Unrecht einigermaßen wiedergutzumachen, adoptiert Christina den sechsjährigen Tizzy, das Kind der ehemaligen Bediensteten Violet, dessen Vaterschaft auf Mark zurückgeht. Auch Violets Bruder, den früheren Reitknecht Dick, der nach einer Verwundung völlig entkräftet aus dem Krieg heimgekehrt ist, kann Christina nach einiger Zeit dazu überreden, wieder auf dem Hof zu arbeiten. Christina hat in der Zwischenzeit ihre Tochter Isabel zur Welt gebracht. Diese erinnert die junge Mutter immer wieder an ihren verstorbenen Mann Will und ist ihr in vielen Stunden ein großer Trost.

Als die viele Arbeit auf dem Hof erste Früchte trägt und die Ernte eingefahren wird, taucht plötzlich Mark auf: Er war bei den Kämpfen um Gaza nicht gefallen, sondern in türkische Kriegsgefangenschaft geraten und erst kürzlich aus dieser befreit worden. Marks Rückkehr ist für Christina ein harter Schlag, schließlich steht Wills älterem Bruder zur Gänze das Gut Flambards zu. Außerdem flammt die alte Fehde zwischen Mark und Dick wieder auf, hat sich dieser doch für das an seiner Schwester Violet angetane Unrecht gerächt, indem er Mark bei einem Faustkampf übel zugerichtet hat.

Die Spannungen zwischen Mark und Christina eskalieren, als Mark Tizzy erlaubt, auf Fasan zu reiten. Weil das unberechenbare Pferd den Jungen abwirft und dieser dabei eine Gehirnerschütterung erleidet, beschließt Christina – die schon immer von Dick angetan war und welcher umgekehrt Christina seit langem liebt – zu Dick ins Stallgebäude zu ziehen. Und sie eröffnet Mark, dass sie Tizzy mitnehmen werde. Der Junge hört in seinem Krankenbett das laute Gespräch zwischen Mark und Christina und bekommt so ihre Absichten mit. Weil Tizzy jedoch im Hauptgebäude von Flambards bleiben möchte, stiehlt er sich frühmorgens aus dem Bett und legt in dem Stallgebäude, in dem Dick wohnt, ein Feuer.

Nur mit allergrößtem Einsatz und der Hilfe des gesamten Dorfs gelingt es, den Brand unter Kontrolle zu bringen, ehe die gesamte Ernte vernichtet wird. Glücklicherweise stellt sich die Behauptung, Dick sei bei der Rettungsaktion schwerst verletzt worden, als falsches Gerücht heraus.

Als kurz darauf der Anwalt der Russels, Mr. Perkins, auf Flambards eintrifft, eröffnet dieser Mark und Christina, dass ihr verstorbener Onkel Russel Flambards mit einem hohen Schuldenberg hinterlassen habe. Mark, der ohnehin das Ende seines Kriegsurlaubs nicht erwarten kann und wieder zur Armee zurückmöchte, willigt daraufhin ein, Christina das verschuldete Gut zu verkaufen.

Mark, der immer darauf gehofft hatte, dass Christina eines Tages seine Frau werden würde, fährt schließlich mit Dorothy, einer früheren Freundin von Christina, die Flambards besucht, um endlich deren Tochter Isabel zu Gesicht zu bekommen, zurück nach Frankreich. Die sehr attraktive und wohlhabende junge Frau hat es Mark sofort angetan – und weil auch diese Gefallen an Mark findet, beschließen die beiden, ehestmöglich zu heiraten. So wie sich die Dinge letztlich entwickelt haben, scheint Christinas Glück nichts mehr im Weg zu stehen.

Anmerkungen Peyton beabsichtigte mit den Flambards-Büchern eigentlich, eine Reihe romantischer Romane für Erwachsene zu schreiben. Aber da die Protagonistin Christina zu Beginn der Trilogie 12 Jahre alt ist, wurden die Romane vom Verlag als Kinderbücher veröffentlicht.

1981, nachdem Christinas Abenteuer sehr erfolgreich als TV-Serie adaptiert worden waren, veröffentlichte Peyton noch eine Fortsetzung zur Flambards-Trilogie namens Flambards Divided, in der die Geschichte eine überraschende Wendung erfährt.

Rezeption Kathryn V. Graham schreibt in ihrer Analyse der Flambards-Trilogie: „Peyton beschäftigt sich mit den Themen Verlust und Erneuerung, Tod und Wiedergeburt – Themen, mit denen sie sich vor allem in Christina macht ihr Glück auseinandersetzt. Schon bei Christinas erstem Blick auf Flambards erkennt der Leser einen Mikrokosmos einer Gesellschaft, die auf Selbstzerstörung zusteuert. Es ist eine Welt, in der Pferde wichtiger sind als Menschen, Bedienstete ohne Zeugnisse oder Zukunftsperspektiven entlassen werden und Dicks kranke Mutter im Armenhaus sterben kann. Erst ein gewaltiger Krieg und die damit verbundenen Verluste geben den Überlebenden die Chance, neu anzufangen und wieder aufzubauen. Während Christina gemeinsam mit den Männern auf den Feldern arbeitet, sät sie den Samen ihrer eigenen Erholung und Genesung. Wie England selbst wird auch sie durch Teilen, Vergebung und Liebe zu Gesundheit und Wohlstand zurückgeführt.“

Auszeichnungen Die gesamte Flambards-Trilogie wurde 1970 mit dem Guardian Children’s Fiction Prize ausgezeichnet.

Referenzen Christina macht ihr Glück ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.

Ausgaben

Adaptionen Die gesamte Trilogie wurde 1978 als dreizehnteilige TV-Serie unter dem Titel Flambards verfilmt.

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Einzelnachweise

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