Adolf Schmoll genannt Eisenwerth (* 25. Oktober 1877 in Wien; † 24. August 1914 an der Vogesenfront bei Celles sur Plaine) war ein deutscher Ingenieur.

Leben

Adolf (Josef Adolf) Schmoll gen. Eisenwerth wurde als Sohn des Wasserbauingenieurs und Brückenkonstrukteurs Anton Adolph Schmoll genannt Eisenwerth (* 9. Mai 1834 in St. Wendel; † 3. Februar 1918 in Darmstadt) und dessen Ehefrau Josephine geb. Uhl (* 25. Dezember 1851 in Wien; † 19. November 1928 auf Gut Osternberg bei Braunau am Inn) mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren. Bis 1909 nannte er sich auch „Schmoll von Eisenwerth“.

Er hatte fünf Geschwister: Josefine (Josephine, gen. Pepi) (* 8. Juli 1875 in Wien; † 31. Juli 1967 auf Gut Osternberg bei Braunau am Inn), verheiratet mit dem protestantischen Pfarrer Anton Beck (* 29. April 1863 in Scharmbeck, Kr. Rees; + 20. August 1919 in St. Wendel) in St. Wendel, Karl Schmoll von Eisenwerth (* 18. Mai 1879 in Wien; † 7. Juli 1948 auf Gut Osternberg bei Braunau am Inn), Gustav Schmoll genannt Eisenwerth (* 31. Mai 1881 in Wien; † 20. September 1916 bei Swiniuchy (Ukraine)), Fritz Schmoll genannt Eisenwerth (* 25. August 1883 in Wien; † 17. Juli 1963 in München) und Maria (* 3. November 1884 in Wien; † 18. April 1975 in Salzburg), verheiratet mit Wilhelm Reynier (* 3. Februar 1883 in Prag; † 19. März 1954 auf Gut Osternberg bei Braunau am Inn).

Adolf Schmoll besuchte in Wien zuerst die Volksschule und ab 1887 das Leopoldstädter Communal-Real- und Obergymnasium. Nach dem Umzug der Familie im Jahr 1889 nach St. Wendel ging er zunächst auf das dortige Königliche Kronprinz Friedrich Wilhelms-Realgymnasium und dann auf das Königliche Gymnasium in Saarbrücken. Nach erneutem Umzug im Jahr 1894 besuchte er schließlich das Großherzogliche Neue Gymnasium in Darmstadt, wo er Anfang März 1896 sein Reifezeugnis erhielt. Anschließend studierte er vom Sommersemester 1896 bis zum Wintersemester 1901/02 das Fach Maschinenbau an der Großherzoglichen Technischen Hochschule Darmstadt.

Seine Diplomhauptprüfung legte er am 24. Oktober 1901 ab. Im Juni 1904 wurde Schmoll in Darmstadt mit der Dissertation „Beitrag zur Theorie und Berechnung der hydraulischen Regulatoren für Wasserkraftmaschinen“ zum Dr.-Ing. promoviert.

Anschließend arbeitete er als Ingenieur im Rheinland. 1907 ging er nach Berlin, wo er vom Wintersemester 1907 bis zum Sommersemester 1910 an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg tätig war. 1909 erhielt er ein Patent auf eine Telefon- bzw. Mikrophonmembran (Patentschrift Nr. 217435 Klasse 21a Gruppe 31: Telefon- bzw. Mikrophonmemban, die an verschiedenen Punkten auf verschiedene Schwingungszahlen abgestimmt ist. Patentiert im Deutschen Reiche vom 16. April 1909 ab). In der zweiten Augusthälfte des Jahres 1910 zog Schmoll nach Mannheim. Hier war er bei der Maschinenbaufirma Mohr & Federhof tätig, die unter anderem Eisenbahnen und Aufzüge produzierte.

Am 18. Februar 1911 heiratete Schmoll Eva Maria Anna Dietmar (Eva) Dietmar (* 21. Oktober 1888 in Schöneberg; † 17. Februar 1979 in Stuttgart). Am 5. Juni 1912 wurde ihr Sohn Karl Bernhard (Bernd) (* 5. Juni 1912 in Mannheim; † 8. Oktober 1994 in Remshalden-Grunbach) geboren, der später Kunsterzieher – Gymnasiallehrer und Professor am Staatlichen Seminar für Schulpädagogik, Fachrichtung Kunsterziehung, in Stuttgart – wurde. Zum Zeitpunkt seiner Verlobung im Juni 1910 war Schmoll Leutnant der Reserve im Rheinischen Jäger-Bataillon No 8. Gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs am 1. August 1914 wurde er eingezogen. Bereits am 24. August 1914 fiel er an der Vogesenfront bei Celles sur Plaine.

Seine Frau zog daraufhin nach Berlin zurück. Zu diesem Zeitpunkt war sie zum zweiten Mal schwanger. Knapp sechs Monate nach Schmolls Tod, am 16. Februar 1915, wurde ihr zweiter Sohn geboren. Er erhielt den Namen seines Vaters: Josef Adolf, der spätere Kunsthistoriker.

Wie sein Vater und seine Geschwister war Adolf Schmoll gen. Eisenwerth gleichermaßen technisch wie künstlerisch begabt. Einige seiner Zeichnungen sowie eine seiner Fotografien sind im Nachlass seines Sohnes Josef Adolf Schmoll gen. Eisenwerth erhalten geblieben.

Schriften Beitrag zur Theorie und Berechnung der hydraulischen Regulatoren für Wasserkraftmaschinen. Diss. TH Darmstadt, Berlin 1904. – Online: Paderborn: Universitätsbibliothek, 2017: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:466:1-44587; auch in: Dinglers Polytechnisches Journal. Jg. 85 (1904). Bd. 319, H. 17, S. 257–262, H. 18, S. 273–276, H. 19, S. 291–294, H. 20, S. 305–309, H. 21, S. 326–330, H. 22, S. 341–346.

Literatur Dietmar Haubfleisch: Adolf Schmoll gen. Eisenwerth (1877–1914). Eine biografische Skizze. Paderborn 2026: https://doi.org/10.17619/UNIPB/1-2540.

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