Was wir wissen können (Originaltitel: What We Can Know) ist der achtzehnteSeine zwei Kinderbücher nicht mitgerechnet. Roman des britischen Schriftstellers Ian McEwan aus dem Jahr 2025. Er erzählt die Geschichte des fiktiven Lyrikers Francis Blundy und seiner Frau Vivien. Teile derer Leben, insbesondere ein besonderes Ereignis werden erst aus der Sicht eines zukünftigen Literaturhistorikers, dann aus der Perspektive einer Betroffenen erzählt. Dabei wird die trügerische „Wirklichkeit“ des Berichteten deutlich, sowohl aus der Perspektive zukünftiger Rekonstruktion als auch aus derjenigen der Zeitgenössischen, die nicht alle Ereignisse kennt. Die deutsche Übersetzung erschien ebenfalls 2025.

Handlung

1. Teil Im Jahr 2119 arbeitet der britische Literaturwissenschaftler Tom Metcalfe an einem Werk über den Schriftsteller Francis Blundy. Im 22. Jahrhundert hat sich die Welt grundlegend verändert. Mehrere vorangegangene Krisen (Klimawandel, Wirtschaftskollaps, Kriege mit begrenzten Atomschlägen), die in jener Zeit unter dem Begriff der Disruption zusammengefasst sind, sowie eine massive Überflutung, verursacht durch die Fehlfunktion einer Wasserstoffbombe, haben die Welt in vieler Hinsicht zurückgeworfen. Großbritannien ist zu einem Archipel geworden, das Reisen, selbst auf diesen Inseln, ist schwierig, teuer und langwierig, Fernreisen sind fast gar nicht mehr zu bewerkstelligen.

Metcalfe ist geradezu besessen von der Zeit des frühen bis mittleren 21. Jahrhunderts, in der die letzten Menschen noch in einer intakten Welt lebten, die drohenden Gefahren jedoch ignorierten. Diese Begeisterung stößt bei seinen Mitmenschen, besonders bei seinen Studenten, oft auf Unverständnis.

Seine aktuelle Arbeit widmet sich einem Ereignis im Leben Blundys, das unter der Bezeichnung Unsterbliches Abendessen bekannt ist. Anlässlich des Geburtstags seiner Frau Vivien im Jahr 2014 trägt der Dichter einen extra zu diesem Anlass verfassten Sonettenkranz vor. Die Gäste des Abends sind viele der zeitgenössischen Personen, die in Francis’ und Viviens Leben zentrale Rollen spielten. Die Anwesenden werden später diesen Gedichtzyklus als Blundys Meisterwerk bezeichnen. Allerdings ist unbekannt, was mit dem einzigen Manuskript später geschah. Eine Veröffentlichung hat es nie gegeben.

Im Rahmen seiner Recherchen steigert sich Metcalfe mehr und mehr in die Ereignisse des Jahres 2014 hinein. Insbesondere die Person der Vivien hat es ihm derart angetan, dass er sich buchstäblich in sie verliebt. Darunter leidet schließlich sogar seine tatsächliche Beziehung.

Am Ende findet er in alten Dokumenten einen Hinweis, der ihn hoffen lässt, den Sonettenkranz doch noch zu finden. Stattdessen findet er das Manuskript eines unveröffentlichten Romans von Vivien. Damit endet der erste Teil.

2. Teil Im zweiten Teil, wohl eine Wiedergabe des entdeckten Romanmanuskripts, erfährt man die Lebensgeschichte von Vivien Blundy ein paar Jahre vor und nach dem unsterblichen Abendessen. Der Leser bekommt ein ganz anderes Bild ihrer Person als das der glorifizierten Version aus Teil 1. Es gibt dunkle Geheimnisse und Affären. Der Sonettenkranz scheint für Vivien zunächst eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Später erfährt man, dass sie eine ganz andere Beziehung zu diesem hat als angenommen. Selbst ihre Beziehung zu ihrem Mann tritt in den Hintergrund im Vergleich zu ihrer ersten Ehe mit Percy, der an Demenz erkrankte. Ihre starke Liebe ließ sie lange an seiner Seite verweilen, obwohl Blundy bereits Interesse an ihr geäußert hatte.

Anmerkung In einer kurzen Anmerkung wird die Veröffentlichung des entdeckten Romans unter dem Titel Die Bekenntnisse von Vivien Blundy durch Metcalfe im Jahre 2125 erwähnt.

Rezeption

Textausgaben Ian McEwan: Was wir wissen können. Roman, aus dem Englischen übersetzt von Bernhard Robben, Diogenes, Zürich 2025, ISBN 978-3-257-07357-7.

Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Literatur (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Werk von Ian McEwan