Helge Steenweg (* 26. August 1958 in Schüttorf) ist ein deutscher Historiker und Bibliothekar. Von 2014 bis 2024 war er Direktor der Universitätsbibliothek Stuttgart.Steenweg, Helge. In: Verein Deutscher Bibliothekare (Hrsg.): Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken, Bd. 66 (2015/16), S. 508 (Personenverzeichnis, mit allen biografischen Daten).
Leben und Wirken Helge Steenweg studierte Geschichte und Germanistik und legte 1985 das erste Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab. Seine Promotion erfolgte 1990 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation über die Geschichte der Stadt Göttingen um 1400. Von 1987 bis 1989 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Einbecker Geschichtsvereines e.V. Von 1989 bis 1995 war er bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung (GWDG) tätig, seit 1991 als stellvertretender Gruppenleiter für "Nichtnumerische Anwendungen". Von 1995 bis 2014 war er als Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Kassel tätig und zwar als Abteilungsleiter für das Informationsmanagement und ab 2006 stellvertretender Direktor dieser Bibliothek. Im Jahre 2014 wurde Steenweg als Nachfolger von Werner Stephan Direktor der Universitätsbibliothek Stuttgart bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand.Südwest-Info (Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverbands Südwest), Nr. 37 (2024), S. 41 (abgerufen am 29. März 2026); Helge Steenweg. In: https://orcid.org/0000-0003-2118-0787
Als Historiker veröffentlichte Helge Steenweg zahlreiche Arbeiten zur Geschichte Göttingens und der dortigen Region, insbesondere über die Herrschaft Plesse. Veröffentlichungen aus dem Bibliotheksbereich beschäftigen sich vor allem mit dem Internet und der Digitalisierung in Bibliotheken.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Ausgewählte Exponate der Ausstellung "Kirche in Bovenden". In: Plesse-Archiv, Bd. 18 (1982), S. 97–121.
Die Einführung der Reformation 1536 und der Brand 1540 in der Herrschaft Plesse. Mordbrenner im Auftr. Herzog Heinrichs d. Jüngeren von Braunschweig-Wolfenbüttel? Ein Vorbericht. In: Plesse-Archiv, Bd. 19 (1983), S. 17–40. Beiträge und Materialien zur wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklung einer hessischen Enklave: Bovenden 1750–1850. In: Ebd., S. 51–103.
Das kirchliche Leben in den Gemeinden der Herrschaft Plesse im 16. und 17. Jahrhundert. In: Plesse-Archiv, Bd. 22 (1986), S. 113–162. Das Wehr- und Wachtwesen der Stadt Göttingen im Mittelalter. In: Dietrich Denecke (Hrsg.): Göttingen. Geschichte einer Universitätsstadt. Bd. 1. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1987, S. 211–227, ISBN 3-525-36196-3. Handschriftenproduktion der Inkunabelzeit am Beispiel der Wolfenbütteler Bibelhandschrift Cod. Guelf. 1.a./1.b. Aug. 2d. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Bd. 29 (1987), S. 269–310. "... dat Eymbeck in den hethen kolen stünde...". Der Brand Einbecks im Jahre 1540. In: Einbecker Jahrbuch, Bd. 39 (1988), S. 5–25. Das Leben auf den Amtmannssitzen und früheren Residenzen Salzderhelden und Rotenkirchen im 16. und 17. Jahrhundert. In: Einbecker Jahrbuch, Bd. 40 (1989), S. 1–30. Einbeck im Zeitalter der reformatorischen Bewegung. In: Horst Hülse/Claus Spörter (Hrsg.): Geschichte der Stadt Einbeck. Bd. 1. Einbecker Geschichtsverein, Einbeck 1990, S. 125–154, ISBN 3-88452-410-0.
Göttingen um 1400. Sozialstruktur und Sozialtopographie einer mittelalterlichen Stadt (= Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung an der Universität Göttingen, Bd. 33). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1994, ISBN 3-89534-112-6 (= Dissertation Universität Göttingen). (mit Joachim Lammarsch): Internet & Co. Fachkommunikation auf akademischen Netzen. 2. überarb. Aufl. Addison-Wesley, Bonn 1995, ISBN 3-89319-850-4. Von der Hol- zur Bringbibliothek. In: ABI-Technik, Bd. 20 (2000), S. 364–382. Neue Entwicklungen im Informations- und Publikationswesen und ihre möglichen Auswirkungen. In: ABI-Technik, Bd. 24 (2004), S. 282–293. Probleme und Möglichkeiten bei der Erforschung mittelalterlicher Sozialstrukturen in Städten. Das Beispiel Göttingen um 1400. In: Matthias Meinhardt/Andreas Ranft (Hrsg.): Die Sozialstruktur und Sozialtopographie vorindustrieller Städte (= Hallische Beiträge zur Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Bd. 1). Akademie-Verlag, Berlin 2005, S. 205–225, ISBN 3-05-003836-5. Digitalisierung im bibliothekarischen Alltag am Beispiel der Universitätsbibliothek Kassel. Landesbibliothek und Murhardschen Bibliothek der Stadt Kassel. In: Irmgard Siebert (Hrsg.): Digitalisierung in Regionalbibliotheken (= Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, Sonderbände, Bd. 107). Klostermann, Frankfurt/M. 2012, S. 195–212, ISBN 3-465-03759-6.
Einzelnachweise
Kategorie:Regionalhistoriker Kategorie:Bibliothekar (Stuttgart) Kategorie:Bibliotheksleiter (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann