Das 501. Separate Marineinfanteriebataillon (Militäreinheit Nr. A1965; , 501 ОБМП, в/ч: A1965) ist eine Einheit der ukrainischen Marineinfanterie. Es war involviert in der Annexion der Krim 2014, der Belagerung von Mariupol, der Kursk-Offensive und ist weiterhin aktiv im Russisch-Ukrainischen Krieg.

Geschichte Von der Unabhängigkeit der Ukraine 1992 bis 2003 war das 32. Armeekorps mit 12.000 Soldaten für die Verteidigung der Krim zuständig. Aufgrund der damals guten Beziehungen zu Russland verlagerte die Ukraine 2003 jedoch ihre Prioritäten für die Krimverteidigung neu, löste das 32. Korps auf und übertrug diese Aufgabe der ukrainischen Marine. Die Marine stationierte 5.600 Mann in drei Einheiten auf der Halbinsel. Die größte Einheit, die 36. Küstenverteidigungsbrigade, war in Perewalne stationiert, das 1. Marineinfanteriebataillon befand sich in Feodossija und das 501. Marineinfanteriebataillon war in Kertsch, am nächsten zur russischen Grenze, stationiert.

Das 501. Separate Marineinfanteriebataillon wurde offiziell am 26. Dezember 2013 aufgestellt und entstand aus der Umstrukturierung des Separaten Mechanisierten Bataillons der Küstenverteidigungskräfte.

Annexion der Krim Im Februar 2014 organisierte der russische Inlandsgeheimdienst FSB antiukrainische Versammlungen und überzeugte einige lokale Gegner des Euromaidan mehrere Fähranleger zu besetzen. Dies ermöglichte es russischen Soldaten, später bekannt als „Grüne Männchen“, nachts die Straße von Kertsch zu überqueren. Als die Angehörigen des 501. Bataillons am Morgen erwachten, fanden sie ihre Kaserne sowie die des benachbarten 127. Bataillons der ukrainischen Küstenwache umstellt vor. Der Bürgermeister von Kertsch Oleh Ossadtschyj, der noch Widerstand geleistet hatte, war verhaftet und abgesetzt worden. Ein neuer russischer Bürgermeister war an seine Stelle getreten. Den Soldaten wurden drei Optionen angeboten: Ihren Treueid gegenüber der Ukraine zu halten und ihre Waffen abzugeben, um in die unbesetzte Ukraine eskortiert zu werden, sich aufzulösen und nach Hause zurückzukehren oder ihren Eid zu brechen und einen neuen auf Russland zu schwören. Von den 300 Soldaten des Bataillons kehrten nur 64 in die unbesetzte Ukraine zurück.

Das Bataillon wurde somit zweigeteilt und die auf der Krim verbleibenden Soldaten wurden als gleichnamiger Verband in die russischen Streitkräfte eingegliedert.

Krieg im Donbass

Später im Jahr 2015 wurde die 36. Küstenverteidigungsbrigade in die 36. Marineinfanteriebrigade umstrukturiert, wovon das nach Berdjansk verlegte 501. Marineinfanteriebataillon Teil wurde.

In den folgenden Jahren nahmen Soldaten des Verbandes aktiv an Kampfhandlungen in der ATO-Zone teil.ATO oder Anti-Terror-Operation ist die ukrainische Bezeichnung für Kampfhandlungen im Donbass zwischen 2014 und 2022

Vollinvasion und Belagerung von Mariupol

Zu Beginn des russischen Einmarsches war das Bataillon, als Teil der 36. Brigade, mit der Verteidigung von Mariupol beauftragt. Als sich die Schlacht zu einer Belagerung ausweitete, erhielt die Einheit die Aufgabe, die Industrieanlagen von Iljitsch zu verteidigen.

Die Einheit operierte selbstständig und ließ einen Melder der 36. Brigade zur Lagebeurteilung entsenden. Als dieser jedoch im Werk eintraf, war das 501. Bataillon spurlos verschwunden. Waffen, Proviant, persönliche Gegenstände und andere Ausrüstung waren zurückgelassen worden. Es schien, als sei das gesamte Bataillon spurlos verschwunden. Erst am 4. April meldete Russland die Kapitulation des 501. Bataillons. Der Verlust des Bataillons bedeutete, dass die Verteidiger von Mariupol nicht mehr den gesamten Stadtring verteidigen konnten, sondern sich stattdessen auf mehrere Schwerpunkte innerhalb der Stadt verlassen mussten.

Das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine leitete eine Untersuchung gegen die Kommandeure des Bataillons ein und deckte auf, dass Oberleutnant Kostjantyn Bessmertnyj prorussische Propaganda unter seinen Männern verbreitete, Zahlungen vom russischen Geheimdienst erhalten hatte und unter der Bedingung übergelaufen war, dass das Bataillon und die Offiziere in die sogenannte Volksrepublik Donezk verlegt werden würden. Bessmertnyj ist weiterhin als Kollaborateur tätig und besucht Kriegsgefangenenlager in der Nähe seiner, stand 2026, besetzten Heimatstadt Berdjansk, um Kriegsgefangene zur Unterzeichnung eines Vertrags mit der russischen Armee zu drängen.

Anfangs behandelte die Ukraine alle 277 Mitglieder der Einheit als Überläufer und stellte die Zahlungen an ihre Familien ein. Diese Maßnahme wurde jedoch nach der Freilassung ukrainischer Kriegsgefangener revidiert, da die Mitglieder der 501. Einheit befragten wurden und berichteten, dass die Soldaten von ihren Vorgesetzten, namentlich Bessmertnyj und Mykola Birjukow, sowie mehreren Feldwebeln getäuscht worden waren. Ihnen wurde gesagt, sie würden über einen humanitären Korridor evakuiert, und sie merkten erst, nachdem sie in Bussen saßen, dass sie in Kriegsgefangenenlager gebracht werden sollten.

Obwohl sich 277 der 300 Mann des Bataillons in Mariupol ergaben, waren die Drohnenpiloten und die Flugabwehreinheit weiterhin im Einsatz und den Überresten der 36. Brigade angegliedert, das sich aus der Stadt befreien konnten.

Am 14. April 2022 schoss die Einheit eine russische Orlan-10-Drohne ab und vertrieben einen Trupp russischer Soldaten, die die Drohne zurückholen wollten. Am 29. Juni 2023 veröffentlichte die Einheit Greif des Bataillons ein Video, in dem sie mit westlichen Panzerabwehrwaffen russische Panzer zerstörte.

Laut Angaben des US-amerikanischen Militärbloggers David Axe, wurde das 501. Bataillon 2023 aufgefrischt und nahm an Kampfhandlungen bei Cherson teil. Im Jahr 2024 kämpfte es dann in der Nähe Wowtschansks im Rahmen der Charkiw-Offensive.

Das Bataillon nahm an der ukrainischen Operation in der russischen Oblast Kursk teil. Am 18. August 2024 wurde ein Video veröffentlicht, das Soldaten des Bataillons beim Entfernen einer russischen Flagge im Dorf Apanassowka in Kursk zeigt. Am 13. September wurde berichtet, dass Teile des 501. Bataillons einen russischen Gegenangriff auf das nahegelegene Dorf Wischnewka abgewehrt hatten.

Am 16. März 2026 erhielt die Einheit die Ehrenauszeichnung Für Mut und Tapferkeit von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Am 23. Mai, dem Tag der ukrainischen Marineinfanterie, überreichte Wolodymyr Selenskyj Bataillon dann feierlich das entsprechende Fahnenband.

Anmerkungen

Weblinks

Facebook Instagram Telegram

Siehe auch 59. Sturmbrigade 421. Bataillon Unbemannter Systeme

Einzelnachweise

Kategorie:Bataillon Kategorie:Militärischer Verband (Ukraine) Kategorie:Gegründet 2013 Kategorie:Russisch-Ukrainischer Krieg Kategorie:Marineinfanterie