Franz Rudolf Degen, mit vollem Namen Johann Franz Rudolf Nikolaus Degen (* 19. April 1700 in Pottenstein; † 1. August 1759 in WetzlarJahns, S. 81.), war von 1752 bis zu seinem Tod Assessor (Richter) am Reichskammergericht.

Herkunft und Familie Sein Vater, Johann Michael Degen, war fürstbischöflich-bambergischer Vogt in Pottenstein. Die Mutter von Franz Rudolf Degen war Maria Eleonore, geborene Baur von Heppenstein.Jahns, S. 81.

1738 heirateten Franz Rudolf Degen und Therese Maria Barbara Böttinger. Sie stammte aus einer Bamberger Juristen- und Beamtenfamilie. Das Ehepaar hatte 9 Kinder, von denen aber nur ein Teil das Erwachsenenalter erreichte. Der Sohn Johann Wenzel Franz Gallus (Franz Wenzelaus) (1740–1806) studierte ebenfalls Rechtswissenschaften, leistete 1763 ein Praktikum beim Reichskammergericht ab und stand später in Diensten des Fürstbistums Bamberg und des Erzstiftes Salzburg.Jahns, S. 82.

Ausbildung Franz Rudolf Degen studierte zunächst 1714/15 an der Bamberger Akademie Philosophie, 1721 bis 1723 dann an der Universität Salzburg Rechtswissenschaften. 1722 leistete er ein Praktikum am Reichshofrat ab.Jahns, S. 84.

Wirken Franz Rudolf Degen unterrichtete zunächst an der Bamberger Akademie. Von ca. 1730 bis etwa 1742 war er fürstbischöflich bambergischer Resident am Heiligen Stuhl in Rom. Hier trug er maßgeblich dazu bei, dass ein Streit zwischen dem Bischof von Bamberg einerseits und dem Bamberger Domkapitel und St. Stephan in Bamberg beigelegt werden konnte. Anschließend wechselte er als Geheimer Rat und Referendar in die Verwaltung des Fürstbistums nach Bamberg.Jahns, S. 85.

Kurtrier präsentierte am 22. März 1752 Franz Rudolf Degen für die durch das Kurfürstentum zu besetzende offene Stelle eines Assessors (Richters) am Reichskammergericht in Wetzlar in Nachfolge von Anton Knopaeus, der dort die von Kurtrier zu besetzende Assessoren-Stelle von 1719 bis 1729 innegehabt hatte. Mittlerweile waren drei Versuche Kurtriers, diese Stelle wieder zu besetzen, gescheitert. Die auf den ersten Blick nicht einleuchtende Wahl von Franz Rudolf Degen als kurtrierischer Kandidat ergab sich daraus, dass der verstorbene Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, Friedrich Karl von Schönborn-Buchheim, und der Kurfürst-Erzbischof von Trier, Franz Georg von Schönborn, Brüder waren, der Trierer Kurfürst den Kandidaten, Franz Rudolf Degen, daher kannte.Jahns, S. 85. Im Zuge seiner Kandidatur als Assessor am Reichskammergericht wurde Franz Rudolf Degen 1752 an der Universität Marburg zum Lic. Jur. promoviert.Jahns, S. 84, 86. Mit einer für das Reichskammergericht – auch hinsichtlich der Berufungsverfahren für die Richter – unfassbaren Geschwindigkeit wurde das Verfahren noch im gleichen Jahr abgeschlossen und Franz Rudolf Degen leistete am 11. Dezember 1752 den Amtseid.Jahns, S. 86. Er blieb bis zu seinem Tod 1759 Assessor am Gericht.

Literatur Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Verfassung und Sozialstruktur eines höchsten Gerichts im Alten Reich – Teil 2, Band 1: Biografien (= Friedrich Battenberg, Albrecht Cordes, Ulrich Eisenhardt, Peter Oestmann, Wolfgang Sellert (Hg.): Quellen und Forschungen zur höchsten Gerichtsbarkeit im Alten Reich, Band 26). Böhlau, Köln u. a. 2003. ISBN 3-412-06503-X

Einzelnachweise

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