mini|St. Peter (Thießen) Die evangelische Kirche St. Peter ist eine barocke Saalkirche im Ortsteil Thießen von Coswig (Anhalt) im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Evangelischen Regionalpfarramt Roßlau im Kirchenkreis Zerbst der Evangelischen Landeskirche Anhalts. Namensgeber der Kirche ist der Apostel Simon Petrus.
Geschichte und Architektur Die Kirche ist ein rechteckiger Putzbau mit Oberstock in Fachwerk; über dem Westteil des Satteldachs ist ein quadratischer Dachreiter in Fachwerk aufgesetzt. Die Erweiterung um den Fachwerkzwischenstock erfolgte möglicherweise schon im 17. Jahrhundert oder ist in Verbindung mit der Inschrift an der inneren Südwand von 1714 mit Wappenreliefs des Bauherren (Christian Friedrich von Zerbst und seiner Gattin Maria Gertraud geborene von Mücheln) zu sehen. Damals wurde der nördliche Fachwerkanbau mit dem ehemaligen Aufgang zur Patronatsloge erbaut, der heute zum Schiff verschlossen ist. Eine Restaurierung wurde in den 1990er Jahren vorgenommen. Dabei wurden im flach gedeckten Innenraum die ehemalige Hufeisenempore mit nördlicher Patronatsloge auf den westlichen Teil reduziert; vom ehemaligen Kanzelaltar blieben nur die Bekrönung der gedrehten Säulen und die Wangen als Rahmung des barocken Abendmahlsbilds erhalten. Am Südportal befindet sich noch ein originales barockes Türschloss.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 40730 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.
Ausstattung Die Orgel ist ein Werk von Eduard Zuberbier (Dessau) aus dem Jahr 1835.
An der inneren Südwand befindet sich ein Figurengrabstein unter Dreiecksgiebel für Catherina geborene von Arnstedt, Gattin des Wiprecht von Zerbst († 1592); die Verstorbene ist als Relief lebensgroß, betend und von vier Wappen in den Ecken umgeben dargestellt.
An der äußeren Südwand befinden sich fünf Grabsteine der Familien von Zerbst und von Staupitz vom Ende des 16. bis 18. Jahrhunderts, davon drei sehr qualitätvolle Bildhauerarbeiten mit ganzfigurigen Reliefs und Ahnenprobe. Das Portal wird flankiert von denen für Wiprecht von Zerbst († 1605) und Catharina von Zerbst geborene von Staupitz († 1610), der dritte weiter östlich für einen Ritter aus dem Hause von Staupitz († 1616).
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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