mini|Norbert van Bloemen, Selbstbildnis (schwarze, rote Kreide und weiße Kreide auf Papier). Rijksmuseum Amsterdam Norbert van Bloemen (* getauft 10. Februar 1670 in Antwerpen; † beerdigt 2. Dezember 1746 in Amsterdam), auch Norbertus van Bloemen genannt, war ein flämischer Maler des Barock. Er ist bekannt unter dem Bentnamen Cephalus, den er als Mitglied der Bentvueghels/Schildersbent in Rom erhielt. Sein Werk umfasst Genrebilder mit Bauernszenen, italianisierende Landschaften, Historienbilder, Porträts und religiöse Kompositionen.
Leben Norbert van Bloemen war der jüngste von drei Brüdern, die alle den Beruf des Malers ergriffen. Seine älteren Brüder waren Jan Frans van Bloemen (1662–1749), der als Landschaftsmaler dauerhaft in Rom blieb, sowie Pieter van Bloemen (* getauft am 17. Januar 1657; † 6. März 1720), der vor allem für seine Kavallerie- und Bauernszenen bekannt wurde. Laut dem Allgemeinen Künstlerlexikon und dem RKD war Norbert wahrscheinlich Schüler seines Bruders Pieter, wenngleich die genauen Umstände seiner frühen Ausbildung nicht gesichert sind. Pieter verließ Antwerpen bereits 1674 in Richtung Lyon, wo er sich später mit Jan Frans zusammenfand. Von dort aus reisten beide nach Rom weiter, wo sie 1688 in der Pfarrei Sant’Andrea delle Fratte nachweisbar sind. Im Jahr 1690 folgte Norbert seinen Brüdern nach Rom. Dort wurde er in die Vereinigung niederländischer und flämischer Künstler aufgenommen, die unter dem Namen Bentvueghels/Schildersbent bekannt war. In dieser Gemeinschaft erhielt er den Bentnamen Cephalus. Nach eigenen wie zeitgenössischen Berichten blieb ihm in Rom der erhoffte wirtschaftliche Erfolg versagt. Die genaue Dauer seines Aufenthalts in Italien ist nicht überliefert. mini|Norbert van Bloemen, Innenraum mit einem rauchenden Mann und einer rauchenden Frau. Ex-Sotheby’s, London Jan van Gool berichtet in seiner Nouvelle Schouburg (Den Haag, 1750–1751), Norbert van Bloemen sei auf dem Rückweg von Rom zu Fuß von Kloster zu Kloster durch die Alpen bis in seine Heimat gereist. Laut derselben Quelle ist es ihm auch in Antwerpen nicht gelungen, eine dauerhaft gesicherte Lebensgrundlage zu schaffen. Um 1710 siedelte er laut dem AKL nach Amsterdam über, wo er bis zu seinem Tod verblieb. Auch dort, so Van Gool ausdrücklich, gelangte er nie zu Wohlstand. In Amsterdam war Norbert van Bloemen als Lehrmeister tätig. Das RKD verzeichnet Cornelis Ploos van Amstel (1726–1798) als seinen Schüler. Später zählte Ploos van Amstel zu den bedeutendsten Kunstsammlern und Grafikern der nördlichen Niederlande im 18. Jahrhundert.
Werk mini|Norbert van Bloemen, Eine Bauernfamilie am Tisch. Eremitage, Sankt Petersburg Norbert van Bloemen zählt zu den flämischen Malern, die das italienische Volksleben als Bildgegenstand aufgriffen. Sein Frühwerk steht in der Tradition der Bamboccianti und der italianisierenden Genremalerei, wie sie auch sein Bruder Pieter pflegte. Charakteristisch für seine Landschaftsbilder aus dieser Phase sind großfigurige Bauernszenen als Staffage sowie stilllebenartige Arrangements von Früchten im Vordergrund. Nach seiner Rückkehr aus Italien erweiterte er seine Themenpalette erheblich: Neben Genrebildern sind aus seiner späteren Schaffenszeit auch Historienbilder, Porträts, religiöse Werke und Interieurs bekannt.
Sein malerisch bedeutendstes Werk im öffentlichen Raum ist das Altarbild Geburt Christi, das sich in der römisch-katholischen Kirche De Boom, auch bekannt als Kirche in der Kalverstraat, in Amsterdam befindet. Laut Thieme-Becker gilt das Gemälde als sein Hauptwerk. Im Rijksmuseum Amsterdam befindet sich das Porträt des Amsterdamer Kunsthändlers Jan Pietersz. Zomer (1641–1724) sowie eine Zeichnung (Bleistift und Rötel) desselben Dargestellten. Im Staatlichen Ermitage-Museum in St. Petersburg wird das Gemälde Kartenspielende Bauern (Öl auf Leinwand) aufbewahrt.
Literatur
Johan van Gool: De nieuwe schouburg der Nederlantsche kunstschilders en schilderessen. 2 Bde. Gedrukt voor den autheur, 's-Gravenhage 1750–1751, Bd. 2, S. 463. Christian Kramm: De levens en werken der Hollandsche en Vlaamsche kunstschilders. G. W. Tielkemeijer, Amsterdam 1857–1864. Johannes Immerzeel: De levens en werken der Hollandsche en Vlaamsche kunstschilders, beeldhouwers, graveurs en bouwmeesters. J. C. van Kesteren, Amsterdam 1842–1843. Allgemeines Künstlerlexikon Online. (AKL): Artikel Bloemen, Norbert van. De Gruyter, Berlin 2009.
Weblinks
Norbert van Bloemen im RKD – Nederlands Instituut voor Kunstgeschiedenis
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Niederlande) Kategorie:Maler des Barock Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren 1670 Kategorie:Gestorben 1746 Kategorie:Mann