mini|hochkant|Stammwappen derer vom Dauwe bei Anton Fahne Die Familie vom Dauwe (auch: Douwe, Dov, Thau, Thaw o. ä.; lat.: de Rore) war ein Kölner Patriziergeschlecht, das schon im 13. Jahrhundert in den Schreinsakten auftauchte und sich nach dem Hof zum Dauwe (zomme Dowe) auf der Severinstraße benannte. Als eines der einflussreichsten Kölner Geschlechter stellten die vom Dauwe mehrere Bürgermeister, Ratsherren und Schöffen für Köln und waren des Öfteren im weiten Rat vertreten.Crossetti de Almeida (2015), S. 50. Auch in Wien stellten sie mit Hans von Dauwe (Hanns von Thau) einen fünffachen Bürgermeister, der 1560 eine kaiserliche Adelsbestätigung mit Wappenbesserung erhielt.Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 988.35 Thaw (Thau), Hans vom, Stadtgerichtsbeisitzer in Wien, Sohn des Bernhard, Adelsbestätigung, Wappenbesserung, 1560.08.03, abgerufen am 29. März 2026.
Das Geschlecht ist weder mit dem eifelschen Adelsgeschlecht Rore noch mit dem fränkischen Adelsgeschlecht von Rorer zu verwechseln.
Geschichte Bereits am 15. Oktober 1279 erschien ein Wilhelm von Rore, der möglicherweise Teil des Aachener Patriziats war.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0345 / Kamp, Urkunden AA 0345, Nr. 197, abgerufen am 26. März 2026. Einige Jahre später erschien Theodericus de Rore (urkundlich 1251–1278; erscheint 1290 als tot). Er hatte mit Alheidis (erscheint 1290 als tot) drei Kinder, die den Mannesstamm jedoch nicht weiterführten: Tilman von Rore (urkundlich 1290–1291) ⚭ Hildegunde (urkundlich 1290) Hildegunde (urkundlich 1291) ⚭ Rütger Peter (I.) von Rore (urkundlich 1291), Mönch zu Pegene (?), erwarb 1275 einen Hof am Heumarkt, der einige Jahre später von einem Gerhard von Dauwe in Erbleihe genommen wurde.Crossetti de Almeida (2015), S. 293.
So hatte Theodericus einen Bruder, Hermann von Rore gt. vom Dauwe, der vermutlich den Hof zum Dauwe erwarb. Seinen Beinamen „Hundeshaupt“ erhielt er, da er mit seiner Frau Hildegund teilweise in der Hundsgasse wohnte. Mit Hermann und Hildegund beginnt somit die Stammliste derer vom Dauwe:
Conradus de Rore erschien als Kleriker der Kölner Diözese und Rektor des Altars des hl. Nikolaus in der Pfarrkirche von Gymnich; hierzu ist kein Datum angegeben.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, 101.15.01 / Kurköln XII, Offizialat (AA 0017), abgerufen am 26. März 2026. Ferner kam Andreas von Rore urkundlich am 7. September 1342Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0286 / Graurheindorf, Urkunden AA 0286, Nr. 9, abgerufen am 26. März 2026. sowie am 31. März 1368 vor.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0147 / Bonn, St. Cassius, Urkunden AA 0147, Nr. 198, abgerufen am 26. März 2026. In einer Urkunde des 15. Juni 1351 erschien Gobelin von Rore.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland, AA 0248 / Essen, Stift, Urkunden AA 0248, Nr. 485 - App. III, abgerufen am 26. März 2026. Peter van Dauwe erschien urkundlich am 4. August 1534.LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum, Nr. 982, abgerufen am 26. März 2026.
Wappen
Blasonierung des Stammwappens In Blau drei (2:1) silberne Sterne. Auf dem Helm mit blau-silbernen Helmdecken ein blauer offener Flug, auf dessen Flügeln sich die Sterne wiederholen.
Blasonierung des gebesserten Wappens von 1560 Geviert. Felder 1 und 4 gespalten, vorne in Silber drei (2:1) rote Sterne (= Stammwappen in geänderter Tingierung), hinten in Schwarz ein goldener Greif; Felder 2 und 3 geteilt, oben in Gold ein wachsender schwarzer Adler, unten in Schwarz mehrere goldene querübereinanderliegende Reisigstöcke, aus denen rote Flammen züngeln. Auf dem gekrönten Helm mit rechts rot-silbernen und links schwarz-goldenen Decken ein wachsender goldener Greif.
1618 erhielt Joachim Eder, Expeditor der niederösterreichischen Kammerbuchhaltung, verheiratet mit Sophia von Dauwe (Thau) (urkundlich 1573–1595), Tochter des Wiener Bürgermeisters Hans von Dauwe (Thau), im Zuge seiner Erhebung in den Adelsstand, das gebesserte Wappen des inzwischen verstorbenen Schwiegervaters verliehen.
Literatur Cybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter: eine prosopographische Untersuchung, Cuvillier Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-95404-966-0 (PDF; 3,3 MB auf cuvillier.de). Cybele Crossetti de Almeida: Thesis attachment: genealogies of elite families of Cologne, Germany, 2016, S. 4 (researchgate.net). Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 76 (hhu.de). Herbert M. Schleicher: Die genealogisch-heraldische Sammlung des Kanonikus Joh. Gabriel von der Ketten in Köln, Band I (A–D) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde; Neue Folge Nr. 22), Köln 1983, S. 567–571. Hans Vogts: Der Hof zum Dau in Kön. In: Jahrbuch des Kölner Geschichtsvereins, Band 36/37, Köln 1962, S. 117 ff.
Einzelnachweise
Kategorie:Kölner Patriziergeschlecht Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht