Der Gros Caillou ist eines der Wahrzeichen des Stadtteils La Croix-Rousse von Lyon. Der massive, grauweiße und 24 Tonnen schwere Stein besteht aus Quarzit und ist sehr hart. Seine mineralogische Zusammensetzung belegt, dass er von Gletschern aus den Alpen nach Lyon transportiert wurde: Es handelt sich um einen sogenannten Findling.

Lage Der Gros Caillou lag ursprünglich auf der Grenze zwischen dem 1. Arrondissement (den Hängen von Croix-Rousse, „les Pentes“) und dem 4. Arrondissement (dem Plateau von Croix-Rousse, „le Plateau“). Seine Lage am Ende des Boulevard de la Croix-Rousse ist bedeutsam, da der Boulevard 1865 an der Stelle der Stadtmauern errichtet wurde, die Croix-Rousse bis zu seiner Eingemeindung 1852 von Lyon trennten. Nach dem Bau einer Tiefgarage und einer Grünanlage (Jardin du Gros Caillou) wurde der Felsen um etwa dreißig Meter verlegt und befindet sich nun ausschließlich im 1. Arrondissement, was bei einigen Bewohnern von Croix-Rousse für Unmut gesorgt hat.

Geschichte Die Hügel von Croix-Rousse und Fourvière in Lyon sind von Riss-Endmoränen bedeckt (aus der vorletzten Eiszeit des Quartärs, vor etwa 140.000 Jahren). Diese Moränen wurden an ihrem Ende von Gletschern abgelagert, die von den Alpen herabflossen. Sie enthalten Kieselsteine aller Größen, darunter auch riesige Findlinge. Der Gros Caillou ist der berühmteste Findling in Lyon. Es handelt sich um einen triassischen Metaquarzit, ein Gestein, das typisch für die Regionen Haute-Maurienne und Haute Tarentaise in den Alpen ist, die fast 200 km von Lyon entfernt liegen. Von dort wurde der Block während der Riß-Kaltzeit vom Rhonegletscher transportiert.

Die Entdeckung geht auf das Jahr 1890 während des Baus der Standseilbahn Croix-Paquet – Croix-Rousse zurück: Als Arbeiter einen Graben für die geneigte Bahntrasse der „Funiculaire de Croix-Paquet“Gemeint ist eine der fünf Standseilbahnen („Ficelle“ genannt), die es in Lyon gab. aushoben, stießen sie auf extrem hartes Gestein, das sie nicht aufbrechen konnten. Das Gestein musste daher abgetragen und aus dem Felsgestein entfernt werden, was erhebliche Ressourcen erforderte und zu einer Verzögerung der Arbeiten führte.

Eine andere „Erzählung“Jean-Louis Bernard, Histoire secrète de Lyon et du Lyonnais, Albin Michel, 1977, s. 270 behauptet, dass die Armee aufgrund der Periodizität der Croix-Rousse-Aufstände den Hügel mit großen Galerien ausgehoben habe, die so hoch wie ein Mann zu Pferd gewesen seien, und dass während dieser Arbeiten das berühmte „Gros Caillou“ aus der Rhône oder vom Hügel selbst entnommen worden sei.

Schließlich wurde der „Gros Caillou“ ausgegraben und am 12. April 1891 am östlichen Ende des Boulevard de la Croix-Rousse auf einen Sockel gestellt. Von dort aus hat man einen Blick auf die Rhône und die gesamte Ebene bis hinauf zu den Alpen.

Als der Jardin du Gros Caillou 2008 fertiggestellt wurde, erhält auch der Stein wieder seinen ursprünglichen Platz. Von hier hat man einen Blick auf den Osten von Lyon und den Bugey, und bei klarem Wetter sogar auf die Alpen und den Mont Blanc.

Populärkultur La République du Gros-Caillou

Der Verein wurde 1934 unter der Leitung von Claudius Linossier gegründet. Die Zusammenkünfte fanden im Café des 4 ventsDas Café an der Ecke Rue Pouteau und Rue Jean-Baptiste Say wurde abgerissen. statt, als Croix-Rousse noch Partnerstadt von Montmartre war. Der Verein verlieh folgende Auszeichnungen: Preis für Poesie „Pierre-Dupont“ für ein Gedicht zu Ehren von Croix-Rousse, gestiftet vom Präsidenten der Republik Preis für Malerei „Jean Seignemartin und Joanny Domer“.

Die Gesellschaft stellte ihre Aktivitäten 1942 während der Besatzung ein. Neben Claudius Linossier gehörten Camille Niogret und René Deroudille zu den Mitgliedern; auch Émile Bollaert, der damalige Präfekt des Départements Rhône, verkehrte dort.

Le Gros Caillou Der Platz am Felsen ist ein beliebter Treffpunkt für die Bewohner von Croix-Rousse, die ihn liebevoll „Gros Caill“ nennen. In der Kinderliteratur ist er als Sammelpunkt der sechs Gefährten von Croix-Rousse genannt.Les Six Compagnons ist eine französische Reihe von achtunddreißig Romanen für junge Leser, geschrieben von Paul-Jacques Bonzon und von 1961 bis 1980 von Hachette in der Bibliothèque verte veröffentlicht.

La bande du Gros Caillou Später wurde sie als „Gang des Lyonnais“ bekannt, die in den 60er und 70er Jahren zahlreiche kriminelle Aktionen verübte; ihre ursprünglichen Mitglieder stammten alle aus Croix-Rousse.

Andere Gros Cailloux in Lyon In der Umgebung von Lyon wurden mehrere Steine mit ähnlicher geologischer Geschichte gefunden:Dies ist insbesondere bei einem noch größeren Felsen der Fall, der im September 1861 bei Aushebung eines Grabens zur Errichtung der Fahrbahn für die Standseilbahn Terme entdeckt wurde. „Pierre Vieillette..., ein Felsen, der das Marais des Échets in Dombes beherrschte“ ein „gigantischer Block in Saint-Genis-Laval bei Lyon“ Beide wurden im 19. Jahrhundert zerstört. Einen weiteren „Pierre Vieillette“, der zu Ehren des ersten benannt wurde, fand man beim Bau der A 46 und der beim Bau der A 432 zerstört wurde. Auch in Saint-Fons gibt es einen Findling.

Galerie

Erreichbarkeit Das Viertel Gros Caillou ist durch Bus- und Oberleitungsbuslinien gut erreichbar: C13, 2, 33, 45, S4, S6 und S12. Die Metrostation Croix-Rousse befindet sich ebenfalls in der Nähe. Die Fahrradverleihstation Vélo'v befindet sich am Place de la Croix-Rousse.

Einzelnachweise

Kategorie:Findling in Frankreich Kategorie:Geographie (Lyon)