mini|Mahmudəli Çöhrəqanlı Mahmudəli Babaxan oğlu Çöhrəqanlı (eingedeutscht Mahmudali Tschöhraganli;, ; * 5. März 1958 in der Stadt Schabestar, Provinz Ost-Aserbaidschan, Iran) ist ein aserbaidschanisch-stämmiger Linguist und Menschenrechtsaktivist aus dem Iran. Er gilt als einer der Anführer der Bewegung für die Rechte der Aserbaidschaner im Iran sowie als Gründer und Vorsitzender der Bewegung für die nationale Wiedererweckung von Südaserbaidschan.

Biographie Der Vater von Çöhrəqanlı war während der Herrschaft der Pahlavi-Dynastie unter dem Vorwurf des „Hochverrats“ verhaftet worden. Ab Ende der 1980er Jahre war Çöhrəqanlı als stellvertretender Dekan am Lehrstuhl für Fremdsprachen der Universität Täbris tätig.

Bekanntheit erlangte er durch die Veröffentlichung seines Buches „Türkische Wörter in der persischen Sprache“ im Jahr 1994. Zu seinen Werken zählen unter anderem „Vergleich der Phonetik des Aserbaidschanischen mit Persisch und Arabisch“ und „Die Zusammensetzung der Verben in der aserbaidschanischen Sprache“.

Seine politischen Aktivitäten begannen 1995, nachdem die von ihm gegründeten Kurse zur aserbaidschanischen Sprache von den iranischen Behörden geschlossen wurden. Er kandidierte bei den iranischen Parlamentswahlen im März 1996 und machte die kulturelle Diskriminierung der Aserbaidschaner zum zentralen Thema seiner Wahlkampagne. Er forderte vor allem die Anerkennung der aserbaidschanischen Sprache als zweite Unterrichtssprache in den Schulen, anstelle von Arabisch. Nachdem das Wahlkomitee seinen Namen von den Stimmzetteln gestrichen hatte, kam es in Täbris zu großen Protesten mit der Beteiligung von fast 40.000 Demonstranten. Am 21. April wurde er gemeinsam mit 40 weiteren Mitstreitern vom Mullah-Regime festgenommen. Obwohl er wenige Tage später freigelassen wurde, musste er von da an unter behördlicher Aufsicht leben und durfte das Land nicht verlassen.

Bei den Parlamentswahlen 2000 beschloss Çöhrəqanlı noch einmal zu kandidieren. Doch im Dezember 1999 wurde er von Agenten des iranischen Geheimdienstes festgenommen, wodurch er effektiv daran gehindert wurde, sich innerhalb der vorgeschriebenen Frist als Kandidat für Wahlen zu registrieren. Das Revolutionsgericht verurteilte ihn im Februar 2000 wegen des angeblichen Schmuggels von Shampoo zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Amnesty International stufte ihn als Gewissensgefangener ein. Ende Juli 2000 kam er wieder frei.

Im Jahr 2002 hob die iranische Regierung das Ausreiseverbot gegen Çöhrəqanlı auf. Nach einigen Jahren in der Türkei und in Aserbaidschan lebt er seit 2006 in den USA.

Literatur und Einzelnachweise

Kategorie:Menschenrechtsaktivist (Iran) Kategorie:Opfer einer Diktatur Kategorie:Iraner Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann