Johann zur Brüggen (* 1611; † 1697) war ein zunächst in schwedischem, dann in Hessen-Kasseler Dienst stehender Offizier, zuletzt Generalleutnant.Anon.: Die hessen-kasselsche Kriegsmacht unter dem Landgrafen Karl bis zum Frieden von Ryswick 1697. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Achter Band, Kassel, 1860, S. 109-215 (hier S. 125ff.)

Er wurde in der damaligen Grafschaft Oberijssel geboren und trat früh in schwedischen Dienst, als die Großmachtpolitik des einwohnerschwachen Landes die Anwerbung ausländischer Fachkräfte und Militärs erforderte. Dort avancierte er bis zum Obristen. Dann wechselte er in den Dienst von Hessen-Kassel, wo die Landgrafen-Witwe und Regentin Hedwig Sophie die nach dem Dreißigjährigen Krieg auf ein Minimum reduzierten Truppen wieder aufzustocken begann. mini|Belagerung von Philippsburg 1676 Im Französisch-Holländischen Krieg 1672–1678 befehligte Oberst zur Brüggen ein Regiment zu Fuß, das älteste der stehenden Infanterieregimenter der Landgrafschaft Hessen-Kassel, bestehend aus acht Kompanien. Verstärkt durch drei Kompanien Reiterei unter Major Wilhelm von Hornumb marschierte das Regiment 1676 als Teil der Reichsarmee vor die von Frankreich seit 1644 besetzte und ab Mai 1676 von der Reichsarmee belagerte Festung Philippsburg. Das Regiment traf im Juli dort einStamm- und Rang-Liste des Kurfürstlich Hessischen Armee-Corps vom 16ten Jahrhundert bis 1866. Francke und Ponnaz, Kassel, 1866, S. 15 und wurde sofort in die Kampfhandlungen einbezogen. Die Festung wurde erst nach langen Kämpfen, in denen zur Brüggen verwundet wurde, am 17. September zur Kapitulation gezwungen.

Von den anfangs insgesamt etwa 1000 Mann des Regiments kehrten danach nur noch 304 unter Waffen nach Hessen zurück, die anderen – tot, verwundet oder krank – waren feindlichem Feuer oder grassierenden Krankheiten zum Opfer gefallen. Das Regiment wurde durch Neuanwerbung und Eingliederung bereits bestehender Kompanien wieder aufgefüllt, und am 1. April 1677 wurde Oberst Johann ufm Keller als Nachfolger zur Brüggens zum Kommandeur des Regiments ernannt.

Im Jahre 1684 ist zur Brüggen, noch als Oberst, als Befehlshaber aller inzwischen aufgestellten Lands-Ausnahms-KompanienMiliz- bzw. Landwehr-Einheiten. und dann ab 1689 aller aus diesen ab 1689 gebildeten Lands-Ausnahms-Bataillone beurkundet.Hessische Truppen in Amerika: Garnisons-Regiment von Huyn, 1780 von Benning, ab 1783 von Normann (LAGIS) In dieser Dienststellung stieg er noch bis zum Generalleutnant auf. Johann zur Brüggen starb im Jahr 1697.

Fußnoten

Literatur Carl von Stamford: Das stehende hessische Heer von 1670 – 1866. In: Hessenland: Zeitschrift für die Kulturpflege des Bezirksverbandes Hessen, S. 258-260 (hier S. 259) Anon.: Die hessen-kasselsche Kriegsmacht unter dem Landgrafen Karl bis zum Frieden von Ryswick 1697. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Achter Band, Kassel, 1860, S. 109-215 (hier S. 125ff.)

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