St. Ludgeri in Ahlen im nordrhein-westfälischen Kreis Warendorf ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Bartholomäus (Ahlen). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Ludger, dem ersten Bischof von Münster, und gehört zum Kreisdekanat Warendorf im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine moderne Saalkirche mit einem großen Campanile und hat 320 Sitzplätze.
Geschichte Im Süden vom Stadtkern Ahlen entstand in den Jahren 1926 bis 1928 die Gemmericher Siedlung für Bergarbeiter der „Zeche Westfalen“. Zwischen 1932 und 1933 kamen die Possenbrock- und die Steinbrückensiedlung und nach dem Zweiten Weltkrieg weitere Wohnviertel hinzu. Weil die vielen Katholiken sich ein wohnortnahes Gotteshaus wünschten, konstituierte sich bereits 1928 ein Kirchenbauverein. Auf einem 4,5 Morgen großen Baugrundstück, das Graf Ferdinand von Merveldt geschenkt hatte, wurde 1929 eine Notkirche errichtet. Dieses provisorische Gebäude stand in den nächsten drei Jahrzehnten für Gottesdienste zur Verfügung.
Der dortige Seelsorgebereich wurde 1929 umschrieben und am 2. Februar 1949 von St. Bartholomäus (Ahlen) abgetrennt und zur eigenständigen Pfarrei St. Ludgeri erhoben.
Nach den Plänen des Architekten Hans Ostermann (Münster) entstand 1959–60 das Gotteshaus St. Ludgeri. Nach dem Richtfest am 6. Oktober 1959 fand die Kirchweihe mit feierlichem Pontifikalamt am 9. April 1960 statt. mini|Innenansicht der katholischen Kirche St. Ludgeri in Ahlen St. Ludgeri ist ein Saalbau im Stil der Moderne mit einem einseitigen Querhaus und einem freistehenden großen Glockenturm im Nordosten. Die Kirche und der Turm besitzen ein Satteldach. Die Werktagskapelle und die Sakristei liegen im südlichen Querhaus. Alle Gebäudeteile haben ein Mauerwerk aus weißen Bossensteinen und eine rote Dachziegeldeckung. Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das 1938 gebaute und 1969 erweiterte Pfarrhaus, der Pfarrsaal von 1930 sowie der 1957 eröffnete und 1979 umgebaute Kindergarten.
Nach der Zusammenlegung der Ahlener Gemeinden St. Ludgeri und St. Bartholomäus wurde St. Ludgeri (Ahlen) am 1. September 2009 eine Filialkirche der Pfarrei St. Bartholomäus. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Bartholomäus (Ahlen) und St. Pankratius (Ahlen-Vorhelm) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Ahlen-Vorhelm“.
Glocken Im mächtigen Campanile von St. Ludgeri hängen die folgenden fünf Kirchenglocken aus Bronze:
Glocke 1: Schlagton: fis1; Ø 109 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960 Glocke 2: Schlagton: gis1; Ø 97 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960 Glocke 3: Schlagton: h1; Ø 80 cm; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1960 Glocke 4: Schlagton: cis2; Ø 71 cm; Gießerei: Mabilon (Saarburg); Gussjahr: 1947 Glocke 5: Schlagton: e2; Ø 59 cm; Gießerei: Mabilon (Saarburg); Gussjahr: 1947.
Orgel Die Firma Matthias Kreienbrink (Osnabrück) stellte die 1968 von einer evangelischen Kirchengemeinde in Fulda erworbene Pfeifenorgel in St. Ludgeri in Ahlen auf. Dieses Instrument hat 38 Register und elektrische Kegelladen.
Literatur
Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website von St. Ludgeri (Ahlen) Website vom Kreisdekanat Warendorf
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut 1960 Ahlen Ahlen Ahlen Ahlen Ahlen Ahlen Ahlen Kategorie:Bauwerk in Ahlen