Heinrich Christian Braillard, ab 1721 Heinrich Christian Edler von Braillard (~ 13. Juli 1670 in Mainz; † 15. April 1729 in Wien) war ein deutscher Jurist, badischer Hofbeamter, Reichskammergerichtsassessor und Reichshofrat.
Leben
miniatur|hochkant|Markt in Mainz. Haus „Zum Boderam“, Markt 11–15, die ehemalige Apotheke der Familien Braillard/Welsch.
Heinrich Christian (Edler von) Braillard, ein Apothekersohn aus Mainz, war nach Studium und Promotion (Lic. iur. Mainz 1695, Dr. iur. ebd. 1696) zunächst einige Zeit Reichskammergerichtsadvokat (Aufschwörung am 3. April 1696), bevor er 1698 in fürstlich baden-badische Ratsdienste trat und darin bis zum Geheimen Rat und Hofratsdirektor des Reichsfeldherrn Ludwig Wilhelm Markgraf zu Baden aufstieg und nach dessen Tod 1707 der Vormundschaftsregierung diente. Am 10. Januar 1710 wurde er von den katholischen Ständen des Schwäbischen Reichskreis zum Reichskammergerichtsassessor (Beisitzer) präsentiert und schwor in dieser Eigenschaft am 14. März 1712 auf.
Das Beisitzeramt in Wetzlar resignierte Braillard am 5. September 1720, nachdem er mit Dekret vom 26. Juli 1720 von Kaiser Karl VI. zum Reichshofrat auf der Gelehrtenbank berufen worden war. Nach mehrmonatigem Nachdienst verließ er das Reichskammergericht im Januar 1721 und wurde am 3. März 1721 in Wien in den Reichshofrat eingeführt. Am 31. Juli 1721 erhob ihn der Kaiser mit dem Prädikat „Edler von“ in den Reichsritterstand.
Dem Reichshofrat gehörte Braillard bis zu seinem Tod am Karfreitag 1729 an.
Familie
Braillard war ein Sohn des Mainzer Hofapothekers Georg Peter Braillard, wohnhaft im Haus „Zum Boderam“, heute Markt 11. Seine Schwester Sabina Teresa Braillard († 17. Februar 1739) war in erster Ehe mit dem kurmainzischen Oberingenieur Giovanni Domenico Fontana († 1702 vor Landau) und in zweiter Ehe 1708 mit dem bekannten Festungs- und Schlossbaumeister Maximilian von Welsch verheiratet. Sabine Therese Fontana ist 31-jährig und bringt vier Kinder in die Ehe mit Welsch. Den Welschs werden fünf Kinder geboren, drei Söhne (der zweite mit Namen Heinrich Christian) und zwei Töchter. Sie wohnen in Mainz im Haus der Ehefrau «Zum Boderam» gegenüber dem Dom und führen die Apotheke weiter. Heinrich Christian Braillards Ehefrau starb Ende 1721 in Mainz; Welsch meldet ihren Tod am 29. Dezember 1721.Ferdinand Döbler: Johann Anton Valentin Thoman. General-Feldmarschall-Lieutenant und Obrist des oberrheinischen Kreisinfanterieregiments Pfalz-Zweibrücken, Architekt und Ingenieur im hohen Erzstift Mainz (1695-1777). Mainz 1915, S. 51
Literatur
Sigrid Jahns: Das Reichskammergericht und seine Richter. Band 2: Biographien. Böhlau 2003, S. 708f. Oswald von Gschließer: Der Reichshofrat. Bedeutung und Verfassung, Schicksal und Besetzung einer obersten Reichsbehörde von 1559–1806 (= Kommission für neuere Geschichte des ehemaligen Österreich; 33), Wien 1942, S. 394
Weblinks
Akten im Österreichischen Staatsarchiv
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Reichshofrates Kategorie:Nobilitierter (HRR) Kategorie:Edler Kategorie:Geboren 1670 Kategorie:Gestorben 1729 Kategorie:Mann