mini|Frank Ridley (2018) Frank Lawrence Ridley (* 18. August 1958 in Pontiac, Michigan; † 3. Juni 2025) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der von 1998 bis 2025 vor der Kamera aktiv war.

Leben Ridley wurde als fünftes und jüngstes Kind von Betty Runyon und Edwin Ridley geboren. Zu seinen Geschwistern gehörten Mike, Teresa, Barbara und der Produzent Mark Ridley. Sein Name ging auf seinen Großvater väterlicherseits zurück. Er wuchs in einer künstlerisch geprägten Familie auf und entwickelte bereits in der Kindheit sein Interesse für die Schauspielerei. Als Jugendlicher besuchte er die Walled Lake Central High School.

Nach dem Schulabschluss zog er nach Boston, wo er unter Richard Conrad am Boston Conservatory at Berklee studierte und Mitglied der Boston Opera wurde. Zur Finanzierung seiner Ausbildung nahm er verschiedene Gelegenheitsjobs an, unter anderem als Chauffeur, Taxifahrer, Barkeeper, Kellner, Concierge und Reiseführer. In Boston begann Ridley auch seine professionelle Schauspielkarriere und arbeitete begleitend als Sprecher für Werbeproduktionen. Später zog er nach New York City, wo er Rollen in mehreren Fernsehserien, Sitcoms und Filmen übernahm.

Vom 26. November 1985 bis 11. Juni 1992 war er mit Francine Fagundez verheiratet; die Ehe wurde geschieden. 2012 lernte er die Schauspielerin Dee Nelson kennen, die seine Lebenspartnerin wurde. Gemeinsam lebten sie zeitweise in Los Angeles, kehrten jedoch aufgrund beruflicher Entwicklungen während der Corona-Pandemie an die Ostküste zurück.

Ridley war Vater zweier Söhne: Max, ein Musiker und Dichter aus Boston, sowie Michael aus Phoenix, von dessen Existenz Ridley erst spät erfuhr. Über Michael wurde er Großvater von drei Enkelkindern. Nach einer notwendigen Lebertransplantation am 1. März 2025 verschlechterte sich Ridleys Gesundheitszustand. Er starb im Alter von 66 Jahren im Beisein seiner Partnerin und wurde von seinen Söhnen, Enkeln und Geschwistern überlebt. Er war der Onkel der Schauspieler Adam und Ryan Ridley und Cousin von Brian Nissen.

Karriere mini|Frank Ridley (2014) Er sang sieben Jahre lang unter Sarah Caldwell mit der Opera Company of Boston. In der letzten Aufführung von Leonard Bernsteins Theaterstück Mass, die Bernstein selbst sah, war er der Tenor‑Solist.

Vor der Kamera war er ab 1998 in Filmen wie Next Stop Wonderland, Temps, Mystic River, Little Erin Merryweather, Anathema, Long Distance, Underdog – Unbesiegt weil er fliegt, The Great Debaters – Die Macht der Worte, The Box – Du bist das Experiment, Auftrag Rache, Inside Llewyn Davis, Clear History: Verlauf löschen, Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit), Der Richter – Recht oder Ehre, Professor Marston & The Wonder Women, Die Verlegerin, Jungleland, Don’t Look Up, Out of the Blue, Mr. Harrigan’s Phone, Boston Strangler sowie Finestkind zu sehen und wirkte in zahlreichen Fernsehserien mit, so von 2006 bis 2009 als Terry Mulligan in 16 Folgen von Brotherhood und in der Pilotfolge von At That Age. Hinter der Kamera arbeitete er als Synchronsprecher und sprach Rollen in Computerspielen wie Pharao und Red Dead Redemption 2, als Jim „Boy“ Calloway, sowie in Animationsfilmen.

Während des Senatswahlkampfs in Kentucky verkörperte er 2014 die satirische Politikerfigur Honest Gil Fulbright für „Represent.US“, eine überparteiliche Organisation, die sich für die Beseitigung des korrumpierenden Einflusses von Geld in der Politik einsetzt. Seine Kampagnenbotschaft lautete: „Ich bin nur wegen des Geldes dabei – aber wenigstens bin ich ehrlich.“ Er trat in seiner Rolle bei CNN, in der Today Show, bei Fox & Friends, Al Jazeera, bei der Washington Post und der Huffington Post auf. Der Erfolg veranlasste den Künstler Shepard Fairey sein ikonisches Barack‑Obama‑„Hope“-Poster als Gil‑Fulbright‑„SOLD“-Poster neu zu interpretierten. Er wiederholte seine Rolle während des US-Präsidentschaftswahlkampfes als Kandidat für das Amt des US-Präsidenten im Folgejahr.

Im deutschen Sprachraum wurde Ridley, der Mitglied der US-amerikanischen Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA war, unter anderem von Werner Braunschädel, Frank Ciazynski, Jörg Döring, Alexander Hauff, Walter von Hauff, Roland Hemmo, Hans Hohlbein, Daniel Johannes, Christian Jungwirth, Hanns-Jörg Krumpholz, Klaus Lochthove, Lutz Mackensy, Thomas Rauscher und Dirk Talaga synchronisiert. Einen letzten Auftritt vor der Kamera hatte er im Jahr 2025 im Film Martyr of Gowanus.

Auszeichnungen 2015: Washington D.C. Area Film Critics Association Award für das „Beste Ensemble“ für seine Rolle in Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit) 2015: San Diego Film Critics Society Award für die „Beste Leistung eines Ensembles“ für seine Rolle in Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Filmografie (Auswahl)

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Einzelnachweise

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