mini|St. Bonifatius in Quenstedt Die evangelische Kirche St. Bonifatius ist eine im Kern gotische, barock und historistisch umgebaute Saalkirche im Ortsteil Quenstedt von Arnstein im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Pfarrbereich Welbsleben im Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Geschichte und Architektur Das Bauwerk ist eine Saalkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor in Bruch- und Haustein, die nach Bränden in den Jahren 1636 und 1661 neu errichtet sowie 1884 durchgreifend umgebaut wurde; bei letzterer Bauzeit wurden zwei neugotische Südvorhallen und Maßwerkfenster geschaffen. Der querrechteckige Westturm ist mit spitzbogigen Schallöffnungen sowie Haube und Laterne versehen, er stammt (nach einer Jahreszahl an der westlichen Luke in Erdgeschosshöhe) aus dem Jahr 1448. Eine Restaurierung wurde 1935 vorgenommen. Im Jahr 2018 wurde eine Restaurierung mit Unterstützung der Stiftung KiBa durchgeführt.Website der Stiftung KiBa.
Das Innere ist mit einer Holztonne geschlossen und von einer zweigeschossigen Hufeisenempore aus dem 18. Jahrhundert umgeben. Die tonnengewölbte Turmhalle ist durch einen niedrigen Spitzbogen zum Schiff geöffnet. Im Chor ist eine spitzbogige spätgotische Sakramentsnische eingebaut.
Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 65966 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.
Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein Kanzelaltar aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Er zeigt zwischen weinlaubumwundenen Säulen den fünfseitigen Korb mit gemalten Darstellungen Christi und der Evangelisten. Seitlich sind geschnitzte Figuren von Petrus und Paulus sowie zwei kleinere Evangelistenfiguren angeordnet. Im Aufsatz befindet sich ein säulenflankierter segnender Christus zwischen zwei weiteren Evangelistenfiguren. Das hölzerne Altarkruzifix stammt aus dem 18. Jahrhundert, Taufstein, Gestühl und Orgelprospekt aus dem 19. Jahrhundert. Als Orgel wird seit 2017 ein elektronisches Instrument verwendet.Information zur Orgel auf der Website von Welbsleben.
In der Turmhalle befinden sich zwei ganzfigurige gemalte Pastorenbildnisse aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts; weiterhin zwei Flachreliefs mit primitiven, möglicherweise heidnischen Darstellungen von Kampfhandlungen: auf beiden Reliefs ist ein Beilschwinger dargestellt, der eine neben einer Halbfigur, der andere über einem auf dem Rücken liegenden Tier. (=Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen, 18. Heft). Mit Abbildungen der Reliefplatten. Ein lebensgroßer Holzkruzifixus von beachtenswerter Qualität stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und zeigt Reste der originalen Fassung; es handelt sich dabei wohl um ein ehemaliges Triumphkreuz, möglicherweise aus dem Kloster Konradsburg bei Ermsleben; der Kopf ist stark beschädigt.
Auf dem Friedhof sind Figuren-, Inschrift- und Urnengrabsteine des 17. bis 19. Jahrhunderts erhalten.
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
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