Carolina Caroline ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2025 mit Samara Weaving und Kyle Gallner. Regie führte Adam Carter Rehmeier nach einem Drehbuch von Tom Dean.

Handlung Caroline Daniels lebt in einer Kleinstadt in Texas bei ihrem Vater Hank und arbeitet an einer Tankstelle. Sie sehnt sich danach, dem Alltagstrott und der Langeweile zu entkommen. Eines Tages beobachtet sie, wie der Landstreicher Oliver Anderson mit einem Trick, dem Quick Change Scam bzw. Short Change Scam, einige Dollar beim Geldwechsel ergaunert, indem er Lücken beim Zählen der Scheine lässt und beispielsweise 8, 9, 19, zählt, ohne dass es der Betrogene merkt. Dies erweckt ihre Neugierde und ihr Interesse. Auf die Frage, ob er denn kein schlechtes Gewissen habe, antwortet er, dass lediglich die Anteilseigner, die ohnehin viel zu reich seien, etwas weniger Gewinn machen würden. Die kleinen Angestellten würden deswegen nicht weniger Gehalt beziehen.

Caroline und Oliver werden ein Liebespaar. Sie erzählt ihm, dass sie davon träumt, nach South Carolina zu gehen, wo ihre Mutter lebt, die sie verlassen hatte, als sie noch ein Baby war. Die beiden brechen gemeinsam Richtung South Carolina auf, und Caroline lernt von Oliver, wie man betrügt. Unter anderem zeigt er ihr, wie man die Systeme im Einzelhandel zur Diebstahlsicherung austrickst, weil diese nicht zwischen zwei unterschiedlichen Etiketten unterscheiden können. Während eine Tasche vom Sicherheitspersonal kontrolliert wird, marschiert die zweite Person mit den gestohlenen Waren durch die Detektoren.

Mit der Zeit werden aus kleineren Trickbetrügereien und Taschendiebstählen immer aufwendigere Coups mit Identitätsdiebstählen und immer größeren Summen, bis Caroline zur Bankräuberin wird, während Oliver im Auto wartet, den Polizeifunk abhört und sie mit der Hupe warnt, sobald die Polizei alarmiert ist. Bei ihrem ersten Überfall vergisst sie die Tasche mit dem erbeuteten Geld in der Bank. Nach mehreren Überfällen wird über sie in den Medien berichtet, der Hotelangestellte Jaime Becerra erkennt die Perücke, die sie bei den Überfällen getragen hat. Oliver gibt ihm 1000 Dollar als Schweigegeld und droht ihm, ihn zu Hause aufzusuchen, sollte er irgendjemandem irgendetwas über seine Entdeckung erzählen.

In South Carolina sucht Caroline ihre Mutter Deborah auf und findet sie trinkend in einer Bar. Deborah weist sie zurück. Sie kann ihr auch keinen Grund nennen, warum sie sie als Baby zurückgelassen hat, und sieht sich nicht als ihre Mutter. Caroline fordert daraufhin von Oliver, dass sie größere Banküberfälle begehen, um anschließend ins Ausland zu gehen. Nachdem ein Überfall schiefgeht, müssen sie in einem gestohlenen Auto fliehen und das erbeutete Geld zurücklassen. Auf der Flucht werden sie von einem Polizisten angehalten. Oliver erschießt den Beamten, was Caroline zutiefst erschüttert.

Nachdem Caroline und Oliver als Täter identifiziert und medial gesucht werden, bittet ihr Vater sie telefonisch, sich selbst der Polizei zu stellen. Die Polizei macht die beiden in einer Bar ausfindig. Oliver feuert in die Luft, um die Polizisten abzulenken und Caroline die Flucht zu ermöglichen, während diese das Gebäude stürmen. Anschließend zielt er mit der Waffe auf die Beamten und wird von diesen erschossen. Caroline holt sich das erbeutete Geld. Am Flughafen kauft sie sich ein Ticket nach Quito, am Flughafenschalter zieht sie ihren Trick mit dem Wechselgeld nochmals durch.

Produktion und Hintergrund Der Film wurde von Star Thrower Entertainment, Bee-Hive Productions, The Wonder Company, Create & Complete und MacPac Entertainment produziert, als Produzenten fungierten Stephen Braun, Tim White, Trevor White, Eric B. Fleischman, Chris Abernathy und Chris Ward. Executive Producer waren Jan McAdoo, Trent Hubbard, Brittany Kahan Ward, Ross Putman, Tom Dean, Adam Carter Rehmeier, Leslie Braun und Laena Carroll.

Dreharbeiten fanden im September 2024 im US-Bundesstaat Kentucky statt. Die Kamera führte Jean-Philippe Bernier, die Montage verantwortete Justin Krohn und das Casting Lindsey Weissmueller. Das Production-Design gestaltete Francesca Palombo, das Sound Design Daniel McCoy und das Kostümbild Hannah Greenblatt und Anaïs Castaldi.

Regisseur Adam Rehmeier hatte zuvor unter anderem Snack Shack (2024), Dinner in America (2020) und The Bunny Game (2010) inszeniert. Drehbuchautor Tom Dean schrieb auch das Drehbuch zu dem von ihm inszenierten Film Charlie Harper, der ebenfalls am Toronto International Film Festival 2025 uraufgeführt wurde.

Die Musik stammt von Chris Bear, der Soundtrack beinhaltet unter anderem Countrynummern von Jason Isbell, Chris Stapleton und Loretta Lynn. Titelgebend ist das gleichnamige Lied von Jonathan Edwards.

Veröffentlichung Premiere war Anfang September 2025 am Toronto International Film Festival 2025 in der Sektion Centrepiece. Der Kinostart war in USA am 5. Juni 2026 im Vertrieb der Magnolia Pictures. Als Video-on-Demand wurde der Film am 23. Juni 2026 veröffentlicht.

Im September 2026 wurde der Film am Fantasy Filmfest 2026 präsentiert. Die Österreich-Premiere ist für den 27. September 2026 am Slash Filmfestival vorgesehen.

Rezeption

Am 9. Juni 2026 waren 56 der 60 bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken positiv, bei einer durchschnittlichen Bewertung von 7,5 von 10 Punkten. Bei Metacritic erhielt der Film am 9. Juni 2026 einen Metascore von 75 von 100 möglichen Punkten, der auf 14 Rezensionen basierte.

Pavao Vlajcic vergab auf filmstarts.de vier von fünf Sternen. Adam Rehmeier gelinge eine emotional packende, melancholische Außenseiter-Ballade mit Southern-Gothic-Elementen. Mit Verweisen auf moderne Klassiker, dabei in Tonlage und Gestaltung aber völlig eigenständig, sei der Film ein nachhaltig beeindruckendes Stück überzeitlicher US-amerikanischer Ultraromantik.

Oliver Armknecht bewertete den Film auf film-rezensionen.de mit sieben von zehn Punkten und meinte, dass der Mix aus Romanze, Roadmovie und Thriller zwischen Genremomenten und schönen Szenen hin- und herwechsle. Originell sei das weniger, zu Herzen gehe der Film aber auf jeden Fall.

Ursula Rathensteiner bezeichnete die Produktion auf uncut.at als routinierte Unterhaltungskost, die vom Cast getragen werde. Der Soundtrack könne in Kombination mit Schlüsselmomenten für Gänsehaut sorgen, wenn man sich darauf einlasse. Ansonsten sie die Roadmovie-Gangsterballade konventionell und routiniert umgesetzte Unterhaltung.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2025 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Thriller Kategorie:Kriminalfilm Kategorie:Roadmovie Kategorie:Liebesfilm