Die Polizeihubschrauberstaffel Brandenburg mit ihrem Standort am Heliport Blumberg (Ahrensfelde) ist die Luftunterstützungseinheit der Polizei Brandenburg. Sie ist der Direktion Besondere Dienste unterstellt und besteht im Jahr 2026 aus zwei Polizeihubschraubern des Typs EC135 P2.

Geschichte Nach 1990 nutzte die Polizei Brandenburg kurzzeitig Maschinen vom Typ Mil Mi-2, darunter Typen, die zuvor von der NVA und der Volkspolizei übernommen worden waren. Für den Einsatz wurden sie mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet. Von Dezember 1992 bis September 1993 kam eine Mi-2 mit dem Kennzeichen D-HZPH zum Einsatz. Die Maschine war zuvor als DDR-VGC bei der Zentralen Polizeifliegerstaffel im Einsatz und flog davor bis September 1990 mit der taktischen Nummer 307 bei der Hubschrauberstaffel 16 (HS-16) der Grenztruppen der DDR.

Von 1992 bis 2003 war eine Mil Mi-2 S als „Adebar 14“ mit dem Kennzeichen D-HZPL bei der Staffel im Einsatz. Auch dieser Hubschrauber stammte ursprünglich von der HS-16.

Zwei Transporthubschrauber Mil Mi-8 standen der Staffel ab Februar 1993 zur Verfügung. Er konnte bis zu 20 Personen transportieren. Bei Beförderung von besonderer Ausstattung fasste der Hubschrauber noch 18 Passagiere und Nutzlasten bis zu vier Tonnen. mini|Mil Mi-2 am Flughafen Schönefeld Im Jahr 1995 wurden die Hubschrauberstaffel, die Bereitschaftspolizei und weitere Bereiche in einer Polizeieinrichtung zusammengeführt: der Landeseinsatzgruppe der Polizei des Landes Brandenburg (LESE). Die LESE sollte die Polizeipräsidien bei ihren Einsätzen, beispielsweise bei Großlagen, unterstützen und operative Kräfte bereitstellen. Die Führung und Verantwortung blieb dabei jeweils bei der zu unterstützenden Behörde.

Am 5. Mai 2003 erhielt die Staffel zwei moderne Hubschrauber vom EC 135 P2. Die Kosten bezifferte der Sprecher des Innenministeriums auf zusammen rund 13 Millionen Euro. Die neuen Hubschrauber verfügten über eine moderne Navigations und Funkausrüstung sowie Nachtsicht- und Wärmeerkennungsgeräte. Die drei alten russische Maschinen vom Typ Mil Mi-2 aus den frühen 80er Jahren waren in die Jahre gekommen. Sie mussten ständig repariert werden und befanden sich deshalb mehr am Boden als in der Luft. Ihr Standort war Diepensee nahe dem Flughafen Schönefeld. Sie war der Landeseinsatzeinheit (LESE) unterstellt. Die damals acht Piloten der Staffel und weiteres Personal wurden bereits im September des Vorjahres für den Einsatz mit dem neuen Fluggerät geschult. Wegen der modularen Bauweise, des vergleichsweise geringeren Wartungsaufwandes, einer gut funktionierenden Ersatzteilversorgung und vor allem aufgrund der wichtigen Tatsache, dass die Polizei über zwei identisch ausgestattete Hubschrauber verfügt, konnte die Verfügbarkeit mindestens eines Hubschraubers zu nahezu 100 Prozent sichergestellt werden.

mini|Mil Mi-8T mit dem Kennzeichen D-HOZC Das Brandenburger Innenministerium plante ab 1. August 2007, bemannte Tragschrauber (Gyrocopter) vom Typ Autogyro MT-03 testweise im Polizeidienst einzusetzen. Die Idee zum Projekt stammte vom damaligen Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) selbst. Ein in der Region ansässiges Unternehmen zeigte demnach auf, dass man mit Tragschraubern im Polizeidienst möglicherweise eine einsatztaktische Nische zwischen Funkstreifenwagen und Polizeihubschraubern schließen könne. Polizeigewerkschafter kritisieren den möglichen Einsatz der sogenannten Tragschrauber als kostenintensiv und praxisfremd.

Innenminister Rainer Speer (SPD) beendete das Projekt der Erprobung am 30. November 2009 mit der Begründung, dass Aufwand und Nutzen des Tragschraubers in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander stünden.

Bis Ende Mai 2010 zogen die beiden Hubschrauber vom Flughafen Schönefeld an den Standort der Fliegerstaffel der Bundespolizei um, gemäß Mitteilung des Innenministeriums in Potsdam. Die Liegenschaft in Blumberg war bereits voll erschlossen und erfüllte polizeiliche Ansprüche. Mit der Entscheidung war Schönhagen (Teltow-Fläming) als möglicher neuer Standort vom Tisch. Die Hubschrauber mussten wegen der Bauarbeiten für den Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) an einen neuen Platz gebracht werden. mini|EC 135 mit dem Kennzeichen D-HBBZ Im Sommer 2016 wurde der Korruptionsverdacht gegen einen seit Langem bei der Polizeihubschrauberstaffel Brandenburg in Dienst stehenden Beamten öffentlich. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin bestätigte, gegen einen 56-jährigen Polizeihauptkommissar wegen des Verdachts der Bestechlichkeit zu ermitteln. Hintergrund war ein Beratervertrag des Beamten mit der Airborne Technologies GmbH aus Wien. Die österreichische Firma erhielt in den Jahren 2012 und 2013 Aufträge zur Aufrüstung der beiden Polizeihubschrauber. In beiden Fällen war der unter Korruptionsverdacht stehende Beamte in die Auftragsvergabe involviert.

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal vom 14. bis 17. Juli 2021 unterstützte ein Hubschrauber mit Seilwinde der Staffel und brachte zudem Hilfsgüter ins Katastrophengebiet.

Anfang 2025 appellierte die Gewerkschaft der Polizei an die Landesregierung, die beiden mehr als 20 Jahre alten EC 135 P2 zu ersetzen. Dies war ursprünglich im Doppelhaushalt 2023/24 vorgesehen, scheiterte jedoch an einem Streit über die Größe des Hubschraubertyps. Die GdP plädierte für den Kauf der größeren und teureren Maschinen vom Typ Airbus H145 mit mehr Kapazität und vielfältigeren Einsatzmöglichkeiten.

Name Die Fluggeräte verfügen über Rufzeichen (oder Funkrufnamen), mit denen sie sich in Flug- und Polizeifunk melden und angesprochen werden. Im Fall der Polizeihubschrauberstaffel Brandenburg ist es Adebar. In Märchen und Fabeln wird der Storch als Adebar bezeichnet. Häufig wird die alte bürgerliche Anrede „Meister“ verwendet und der Storch als „Meister Adebar“ angesprochen.

Aufgaben Die Polizeihubschrauberstaffel unterstützt die Polizeidirektionen des Landes. Die Besatzung ist rund um die Uhr einsatzbereit.mini|EC 135 auf der ILA 2008 Suche nach Vermissten (Suizidverdacht, hilflose / medikamentenabhängige / orientierungslose Personen, Kinder und Jugendliche) Fahndung nach Straftätern (Raubüberfälle, Räuberischer Diebstahl, Geiselnahme, Entführung, Tatortbereichsfahndung / Ringalarmfahndung) Katastropheneinsätze/Schadensereignisse (Hochwasser/Waldbrand, Unfälle mit Gefahrguttransportern, schwere Verkehrsunfälle) Verkehrsmaßnahmen (Stauabsicherung, Überwachung Überholverbot für LKW, Informationen für Verkehrsregelung/-lenkung bei Großveranstaltungen) Umweltschutz / Wasserschutz (illegale Abfallentsorgung, Gewässerverunreinigung, Gewässerüberwachungsflüge) Sonderflüge (Regierungsflüge, Flüge im Rahmen von Amtshilfe) Luftrettung (Rettung von Menschen aus unwegsamen Geländen oder Gewässern, Suche nach vermissten oder abgestürzten Luftfahrzeugen – SAR (Kein ständiger SAR-Dienst – subsidiäre / Eilfallzuständigkeit)) Beweissicherung und Dokumentation (Digitalfotos, Digitalvideos (TV- und Wärmebild)) Beförderung von Führungs- und Einsatzkräften/ -mitteln (Mobiles Einsatzkommando – MEK, Spezialeinsatzkommando – SEK, Kampfmittelbeseitigungsdienst – KMBD, Diensthunde) Führen von Einsatzkräften aus der Luft (Koordination von Einsatzkräften bei größeren Gefahrenlagen und Schadensereignissen, Koordination von Absperrmaßnahmen bei unübersichtlichem Gelände, Koordination/Führung der Einsatzkräfte bei der Verfolgung beweglicher Objekte über eine größere Entfernung) Bildübertragung von Einsatzorten (Lagedarstellung, Entscheidungshilfe für Polizeiführung)

Flotte RufzeichenKennzeichenTypBaujahrSeriennummerVerbleibAdebar 17D-HBBZEC 135 P22003c/n: 0269Im DienstAdebar 16D-HBBYEC 135 P22003c/n: 0262Im DienstAdebar 13D-HZPDMil Mi-21985c/n: 538840114Außerdienststellung D-HZPCMil Mi-21985c/n: 538839114Außerdienststellung 1993Adebar 12D-HZPAMil Mi-21983c/n: 568117033Außerdienststellung Adebar 15D-HZPKMil Mi-21985c/n: 569341085Außerdienststellung Adebar 14D-HZPLMil Mi-2 S1985c/n: 569342085Außerdienststellung 2003D-HOZCMil Mi-8T1979c/n: 10513Außerdienststellung 1998Adebar 29D-HOZHMil Mi-8T1974c/n 10534Außerdienststellung 1998D-HZPHMil Mi-21974c/n: 563821114Außerdienststellung 1993D-HZPQMil Mi-21973c/n: 562945063Außerdienststellung 1995D-HZPPMil Mi-21973c/n: 563150103Außerdienststellung 1993D-HZPMMil Mi-21973c/n: 563150103Außerdienststellung 1993 mini|Mil Mi-8T als Werbeträger

Erhaltene Exemplare Der ehemalige Mi-8T Hubschrauber mit dem Kennzeichen D-HOZC der Polizeihubschrauberstaffel Brandenburg ist in das thüringische Schlotheim gekommen. Nördlich der Stadt, auf dem Weg nach Obermehler, steht der Hubschrauber auf einem Stahlgestell und dient als Werbeträger und Namensgeber eines Restaurants.

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Einzelnachweise

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