Haroldas Šinkūnas (* 24. Juli 1972 in Ignalina) ist ein litauischer Jurist, Professor an der Universität Vilnius und seit 2026 Richter am Litauischen Verfassungsgericht. Zuvor war er Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Vilnius sowie Leiter am Zentrum für Deutsches Recht und Rechtsberater des litauischen Präsidenten Valdas Adamkus.
Biografie Nach dem Abitur an der Mittelschule in Ignalina absolvierte er anschließend Rechtswissenschaften an der Universität Vilnius. Danach folgte ein postgraduales LL.M.‑Studium an der Goethe‑Universität in Frankfurt am Main.
Am 8. Oktober 2004 verteidigte er an der Juristischen Fakultät der Universität Vilnius seine Dissertation zum Thema „Die Sicherung der Unabhängigkeit der Richter im Rechtssystem Litauens“ und erwarb den Doktortitel der Sozialwissenschaften (Fachgebiet Rechtswissenschaft).
Von 1998 bis 2000 war Šinkūnas leitender Jurist in der Abteilung für insolvente Kreditinstitute der Aufsicht über Kreditinstitute der Bank von Litauen.
In den Jahren 2005 bis 2006 war er Rechtsberater des Präsidenten Valdas Adamkus und Leiter des Rechtsdepartements des Präsidialamts. An der Juristischen Fakultät der Universität Vilnius war er zunächst Assistent und später Dozent in den Bereichen Staats- und Rechtstheorie sowie Öffentliches Recht. Zudem leitete er das Zentrum für Deutsches Recht.Ignalinos rajono savivaldybė Zwischen 1998 und 2002 unterrichtete er Politische und Rechtstheorien sowie Politikwissenschaft für Studierende des zweiten Studienjahres.
Seit dem 16. November 1998 war Šinkūnas Mitglied einer Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung von Rechtsakten über die Regelung der Vermögensbeschlagnahme.LR MP 1998 m. lapkričio 16 d. potvarkis Nr. 370 Ab dem 20. Juli 2005 leitete er eine Arbeitsgruppe zur Reform der Auswahl, Ernennung und Karriere von Richtern.Dėl darbo grupės sudarymo
Während seiner Tätigkeit als Präsidialberater war Šinkūnas gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Gerichts Biržai, Valentas Margevičius, eine zentrale Figur im sogenannten Skandal zwischen Richterrat und Präsident im Jahr 2006.H. Šinkūnas ir V. Margevičius mėgaujasi ramia geguže Šinkūnas erklärte öffentlich, er sei nicht über belastende Informationen zur Biografie von Margevičius informiert gewesen und habe diese daher nicht an Präsident Adamkus weitergeben können.Teismų ir Prezidento konflikte – pirmosios aukos
Von 2007 bis 2022 war Šinkūnas Prodekan für Studium an der Juristischen Fakultät der Universität Vilnius, von 2022 bis 2026 deren Dekan. Am 19. März 2026 trat er das Amt eines Richters am Litauischen Verfassungsgericht an.
Einzelnachweise
Kategorie:Rechtswissenschaftler (21. Jahrhundert) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Hochschullehrer (Universität Vilnius) Kategorie:Richter (Verfassungsgericht der Republik Litauen) Kategorie:Absolvent der Goethe-Universität Frankfurt am Main Kategorie:Absolvent der Universität Vilnius Kategorie:Person (Rajongemeinde Ignalina) Kategorie:Litauer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1972 Kategorie:Mann