alternativtext=Porträt von Rudolf Weber, einem frühen Absolventen eines Krankenpflegekurses in Aarau.|mini|Rudolf Weber (geboren 1867 in Beinwil am See) gehörte zusammen mit drei weiteren Teilnehmern aus Villmergen zu den ersten Absolventen eines Spitalkurses für Krankenwärter-Aspiranten in Aarau. Der dreiwöchige Kurs markiert den Beginn der Ausbildung, deren Dauer im Laufe der Zeit verlängert und zunehmend auch von männlichen Auszubildenden besucht wurde.
Die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales (HFGS) ist eine kantonale Bildungseinrichtung im Kanton Aargau in der Schweiz. Sie gehört zur höheren Berufsbildung auf Tertiärstufe und bietet Ausbildungsgänge im Gesundheitswesen und Sozialwesen an, zu denen unter anderem die Diplomstudiengänge Pflege HF, Operationstechnik HF und Sozialpädagogik HF gehören. Die Schule bildet als Teil der kantonalen Bildungsstruktur für die höhere Berufsbildung Fachpersonen für Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialbereich aus.
alternativtext=1910 Krankenpflegeklasse Aarau|mini|1910 Krankenpflegeklasse Aarau
Geschichte Die Anfänge der Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales (HFGS) in Aarau reichen bis ins Jahr 1887 zurück, als erstmals ein «Spitalkurs für Krankenwärter-Aspiranten» durchgeführt wurde. Bereits wenige Jahre später folgte 1890 ein Kurs für Krankenpflegerinnen, der in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt wurde. So wurden ab 1920 zweijährige und ab 1921 dreijährige Ausbildungsgänge für Krankenschwestern eingeführt.
Mit der Gründung einer Schule für Psychiatriesschwestern im Jahr 1927 sowie der ersten Anerkennung durch das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) im Jahr 1943 wurde die Ausbildung, aus der später die HFGS hervorging, zunehmend professionalisiert. In den folgenden Jahrzehnten entstanden weitere Ausbildungsangebote, darunter eine Krankenpflegerinnenschule im Pflegeheim Gnadenthal (1961) sowie zusätzliche Anerkennungen durch das SRK im Jahr 1970.
Ab den 1990er-Jahren kam es zu strukturellen Veränderungen. 1991 wurde die Aargauische Schule für Technische Operationsassistenten (TOA) gegründet. 1996 folgten Fusionen mehrerer Ausbildungseinrichtungen. 2004 wechselten die Schulen im Gesundheitsbereich vom DGS zum BKS.
In den 2000er-Jahren kam es zu einer Neuordnung der Gesundheits- und Sozialausbildungen im Kanton Aargau, durch die die Ausbildung von Fachpersonen für Gesundheits- und Sozialberufe stärker koordiniert und an die Anforderungen der höheren Berufsbildung auf Tertiärstufe angepasst werden sollte. Im Zuge bildungspolitischer Reformen wurden verschiedene Ausbildungsgänge im Gesundheits- und Sozialwesen auf Basis der Berufsbildung in der Schweiz neu strukturiert und organisatorisch zusammengeführt.
alternativtext=Pflegeschulgebäude von 1933|mini|Neues Schulhaus der Pflegeschule (1933)
Um die Neuerungen umzusetzen, wurde die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales im Jahr 2006 als kantonale Bildungseinrichtung gegründet. Sie übernahm Ausbildungsangebote im Bereich Pflege sowie weiterer Gesundheits- und Sozialberufe und wurde organisatorisch in die kantonale Bildungsstruktur eingebunden. Seither bildet die Schule Fachpersonen für Tätigkeiten im Gesundheits- und Sozialwesen aus.
In den darauffolgenden Jahren erfuhr die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales organisatorische und infrastrukturelle Weiterentwicklungen sowie Anpassungen der Ausbildungsstrukturen. Seit ihrer Gründung verzeichnet die HFGS ein kontinuierliches Wachstum ihrer Studierendenzahlen, die sich Stand 2025 auf rund 900 Studierende belaufen.
Trägerschaft und Organisation Als durch den Kanton Aargau geführte Bildungseinrichtung gehört die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales zur kantonalen Bildungslandschaft im Bereich der Gesundheits- und Sozialberufe und bietet eine höhere Berufsbildung auf Tertiärstufe an.
Die rechtlichen Grundlagen für die Organisation und den Betrieb der Schule sind in der Verordnung über die Berufsfachschule Gesundheit und Soziales und die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales festgelegt. Im Rahmen der kantonalen Bildungsplanung werden Organisation, Struktur und Entwicklung der HFGS regelmässig überprüft und an bildungspolitische und gesellschaftliche Anforderungen angepasst.
alternativtext=Anerkennung durch das Schweizerische Rote Kreuz 1943|mini|Anerkennung durch das SRK im Jahr 1943
Bildungsangebote In den Diplomstudiengängen der höheren Berufsbildung im Gesundheits- und Sozialwesen der Höheren Fachschule Gesundheit und Soziales können Auszubildende eidgenössisch anerkannte Diplome einer höheren Fachschule (HF) erwerben.
Das Angebot umfasst die Bildungsgänge Dipl. Pflegefachperson HF, Dipl. Fachperson Operationstechnik HF und Dipl. Sozialpädagogin / Sozialpädagoge HF. Sie bereiten angehende Absolventinnen und Absolventen auf berufliche Tätigkeiten in Einrichtungen wie Spitälern, Pflegeheimen, sozialen Institutionen oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vor. Die Studiengänge der HFGS sind Teil der höheren Berufsbildung der Schweiz und richten sich an Personen mit einer abgeschlossenen beruflichen Grundbildung oder einer gleichwertigen Qualifikation.
alternativtext=Werbung für die Krankenpflegerinnenschule Aarau aus dem Jahr 1945|mini|Werbung für die Krankenpflegerinnenschule Aarau (1945)
Standorte Die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales betreibt zwei Ausbildungsstandorte im Kanton Aargau.
Der Hauptstandort liegt an der Südallee 22 in Suhr. Das Gebäude wurde bereits im Jahr 1933 als Pflegeschule errichtet und später mehrfach erneuert und erweitert. Heute werden dort Lehrveranstaltungen für die Bildungsgänge Pflege HF und Operationstechnik HF durchgeführt.
Am zweiten Standort an der Bahnhofstrasse 102 in Aarau wird in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Aarau der Bildungsgang Sozialpädagogik HF angeboten.
Einordnung im Bildungssystem alternativtext=Unterrichtssituation in der Pflegeausbildung|mini|Unterricht in der Pflegeausbildung
Die Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales ist Teil der höheren Berufsbildung der Schweiz. Bildungsgänge an höheren Fachschulen gehören zur Tertiärstufe des Bildungssystems. Sie richten sich in erster Linie an Personen mit einer abgeschlossenen beruflichen Grundbildung oder einer gleichwertigen Qualifikation und führen zu eidgenössisch anerkannten Diplomen der höheren Fachschulen (HF). Die Ausbildungsgänge im Gesundheits- und Sozialbereich bereiten Studierende auf berufliche Tätigkeiten als Fach- oder Führungskraft in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie in sozialen Institutionen vor.
Im Rahmen eines 2025 verabschiedeten Massnahmenpakets zur Stärkung der höheren Berufsbildung ist auf Bundesebene die Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» für Abschlüsse der höheren Berufsbildung vorgesehen. Nach Angaben des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation soll damit die Verortung dieser Abschlüsse auf Tertiärstufe sichtbarer gemacht werden. Die Referendumsfrist zur Gesetzesänderung läuft jedoch noch bis zum 17. April 2026, sodass eine Inkraftsetzung frühestens Ende Sommer 2026 möglich ist.
Weblinks
Website der Höhere Fachschule Gesundheit und Soziales
Einzelnachweise
Kategorie:Schule im Kanton Aargau Kategorie:Suhr Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1887 Kategorie:Bildungseinrichtung (Gesundheitswesen) Kategorie:Sozialpädagogik Kategorie:Schweizerische Organisation (Gesundheitswesen)