Annemarie Weiland, geborene Schreck (* 26. März 1907 in Zeitz; † 1992 in Halle (Saale)) war eine deutsche Autorin, Kommunistin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. In der DDR arbeitete sie als Zeitschriftenredakteurin und veröffentlichte 1982 den autobiografischen Roman Die aus der Ritterstraße.
Leben Annemarie Weiland war die Tochter von Alma Kirst und Peter Schreck. Sie wuchs als eines von acht Geschwistern in der Ritterstraße 7 in Zeitz auf. Ab 1933 war sie in der KPD aktiv und 1935 wurde sie wegen Hochverrats angeklagt. Im Februar 1936 kam sie in das Gerichtsgefängnis Naumburg/Saale und wurde am 28. April 1936 zu eineinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt und im Frauenzuchthaus Jauer in Schlesien inhaftiert. Nach Verbüßung der Strafe wurde sie in sogenannter Schutzhaft im KZ Moringen und ab Dezember 1937 im KZ Lichtenburg inhaftiert. 1938 wurde sie nach Prüfung durch Heinrich Himmler unter Auflagen entlassen und kehrte nach Zeitz zurück. Sie musste sich wöchentlich bei der Polizei melden und durfte nicht umziehen. Später lebte sie in Halle und war Redakteurin des bis heute erscheinenden Leuna-Echo.Frauentag: Annemarie Weiland und ihr Buch. In: Mitteldeutsche Zeitung, 8. März 2014, abgerufen am 25. März 2026.
Werk und Rezeption Bei Erscheinen ihrer Lebenserinnerungen Die aus der Ritterstraße 1982 erschien eine Besprechung im Zentralorgan der SED Neues Deutschland unter der Überschrift „Alltägliches erzählt aus ungewöhnlicher Sicht“. Auch in der Zeitschrift neue deutsche literatur erschien eine Rezension unter dem Titel „Berichte von Schrecken und Tapferkeit“. 2014 wurden das Buch und die Autorin in einem Vortrag „Chronik einer Zeit im Wandel – Zeitzer Frauen - Annemarie Weiland“ durch den Heimatforscher Petrik Wittwika und Roland Rittig im Kunst- und Museumspädagogischen Zentrum „Johannes Lebek“, Schloss Moritzburg (Zeitz), vorgestellt. 2026 fand eine Lesung in der Stadtbücherei Zeitz statt, als Begleitprogramm zur Ausstellung Frauen im Strukturwandel: Engagement für die Region, organisiert vom Strukturwandel-Forschungszentrum Just Transition Center, einer Außenstelle der Universität Halle in Zeitz.
Außerdem veröffentlichte Annemarie Weiland im SED-Organ Freiheit 1984 und 1989 jeweils einen Beitrag über den 1964 verstorbenen SED-Politiker Bernhard Koenen.
Gedenken Seit 2016 erinnert eine Tafel in der Ritterstraße 7, auf dem Gelände ihres ehemaligen Geburtshauses, an ihr Leben. Die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand nahm Weiland 2016 in die Datenbank ISW (Informationssystem Widerstand) auf.
Publikationen
Sein Leben war ausgefüllt mit Arbeit für die Partei. Zum heutigen Geburtstag von Bernhard Koenen. In: Freiheit 39 (1984), Nr. 41, S. 12. Er war nie mit sich selbst zufrieden. Erinnerung an Bernhard Koenen. In: Freiheit 44 (1989), Nr. 41, S. 3.
Weblinks
Indexeintrag in Deutsche Biographie (online)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Deutschland) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Verurteilte Person (NS-Opfer) Kategorie:Häftling im KZ Lichtenburg Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1907 Kategorie:Gestorben 1992 Kategorie:Frau Kategorie:Häftling im KZ Moringen Kategorie:Journalist (DDR) Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:Person (Aufarbeitung des Nationalsozialismus) Kategorie:Person (Halle (Saale)) Kategorie:Autobiografie