mini|Blick auf den Campanile, den freistehenden Glockenturm der Kirche, der im 17. Jahrhundert erbaut wurde und 87 m hoch ist. 1672 wurde das Glockenhaus nach Plänen von Andrea Tirali fertiggestellt.Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 19. Das Uhrwerk wurde 1820 restauriert. mini|Innenraum Santi Apostoli ist eine Kirche im venezianischen Sestiere Cannaregio, also im Norden der Stadt, unweit des Canal Grande. Vor der Kirche erstreckt sich westlich und südlich der Campo S.S. Apostoli, der westwärts in die Strada Nova übergeht. Östlich befindet sich der Campo drio la Chiesa. Die Kirche besitzt keine Schaufassade.

Geschichte Der Legende nach geht die Kirche auf den Bischof Magnus von Oderzo zurück. Damit würde sie ins 6. Jahrhundert zurückreichen. Nach Jacopo Sansovino ging die Kirche auf die Initiative der Familien Erizza und Corner zurück, jedoch vermerkt Flaminio Corner, dass es sich um eine Renovierung gehandelt haben müsse, denn diese Familien lebten zur Zeit der Gründung noch nicht in Venedig.Flaminio Corner: Notizie storiche delle chiese e monasteri di Venezia, e di Torcello …, Giovanni Manfrè, Padua 1758, S. 267.

In dieser früh besiedelten Zone Venedigs könnte die Apostelkirche immerhin bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen, renoviert wurde sie jedenfalls im Jahr 1021. mini|Gentile Bellini: Porträt der Königin von Zypern Caterina Corner mini|links|Darstellung eines Abschnitts der Passionsgeschichte, die Abnahme vom Kreuz und die Beerdigung, 14. Jahrhundert Im 15. Jahrhundert fügte der Architekt Mauro Codussi einen Portikus an der Seitenfassade sowie die Sakristei und die Kapelle der Adelsfamilie Corner hinzu. Sie gilt als „Juwel venezianischer Frührenaissancearchitektur“ (Erich Hubala). Caterina Cornaro (Corner), die Königin von Zypern, wurde ihrem Wunsch entsprechend 1510 in der Kirche beigesetzt.

Als die Kirche stark vom Verfall bedroht war, wurde sie 1575 von Grund auf neu gebaut. Den Auftrag dazu erhielt der Bildhauer Alessandro Vittoria. Am 6. Juli dieses Jahres erfolgte die Weihe durch Antonio Guido, den Bischof von Trau. Die Kunstwerke und insbesondere die Kapelle der Corner wurden in das neue Bauwerk integriert. Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte eine planmäßige Erneuerung des Innenraumes.

Das Kapitel war im 18. Jahrhundert eines der größten in der Stadt. Dort amtierten neben dem Pfarrer vier Priester, zwei Diakone und zwei Subdiakone.

Literatur Herbert Rosendorfer: Kirchenführer Venedig, Edition Leipzig, 2008, 2. Aufl., E. A. Seemann, 2013, S. 187–190. Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, S. 18 f. Flaminio Corner: Notizie storiche delle chiese e monasteri di Venezia, e di Torcello …, Giovanni Manfrè, Padua 1758, S. 267 f. (Digitalisat). Johann C. Maier: Beschreibung von Venedig, Teil I, Christian Gottlieb Hertel, Frankfurt/Leipzig 1787, S. 301 f., n. 67 („S. S. Apostoli, Parrochie“). (Digitalisat)

Weblinks

Chiesa dei Santi Apostoli, venediginformationen.eu

Anmerkungen

Santi Apostoli Kategorie:Erbaut im 9. Jahrhundert Kategorie:Apostelkirche Kategorie:Kirchengebäude der Renaissance Kategorie:Renaissancebauwerk in Venedig Kategorie:Kirchengebäude im Patriarchat von Venedig