Gent–Wevelgem 2020 war ein Eintagesrennen für Frauen, das zur UCI Women’s WorldTour 2020 zählte. Ursprünglich am 29. März geplant, wurde es wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie zunächst aufgeschoben. Im revidierten und verkürzten Rennkalender der UCI erhielt das Rennen einen Platz am 11. Oktober.
Streckenführung
Das Rennen stand stark unter dem Eindruck einer zweiten Corona-Welle in Belgien. Die Organisatoren publizierten im Vorfeld keine detaillierte Streckenplanung, um keine Zuschauer anzulocken. Die Öffentlichkeit wurde vielmehr aufgerufen, der Veranstaltung fernzubleiben und sie zu Hause im Fernsehen zu verfolgen.
Der Parcours wies punktuelle Änderungen zum Vorjahr auf. Der Start in Ypern wurde vom Marktplatz zur Menenpoort verlegt. Von dort ging es auf eine Schleife nach Nordwesten in die windreiche Region der Moeren, bevor die Fahrerinnen nach gut 60 km das Westflämische Hügelland erreichten. Dort wurden die Steigungen Scherpenberg, Vidaigneberg, Baneberg, Monteberg und Kemmelberg befahren. Es folgte eine längere Schleife Richtung Mesen und Ploegsteert mit drei kurzen Feldwegen, so genannten Plugstreets. Zurück im Hügelland war die Kombination von Monteberg und Kemmelberg ein zweites Mal zu bewältigen. Ab dort war der Rest der Strecke flach und führte über Ypern auf der Nationalstraße N 8 zum Ziel in Wevelgem.
+ Wichtigste Streckenpassagen Name km vom Ziel Typ Scherpenberg 80,0 Anstieg Vidaigneberg 75,5 Anstieg Baneberg 74,0 Anstieg Monteberg 68,5 Anstieg Kemmelberg (von Südosten) 67 Anstieg mit Kopfsteinpflaster Plugstreet 1 52,7 Feldweg Plugstreet 2 50,3 Feldweg Plugstreet 3 48,1 Feldweg Monteberg 36,5 Anstieg Kemmelberg (von Südosten) 35,0 Anstieg mit Kopfsteinpflaster
Rennverlauf und Ergebnis
Die Vorjahressiegerin Kirsten Wild konnte wegen eines positiven Corona-Tests nicht antreten, und die gesamte Mannschaft ihrer Vorgängerin Marta Bastianelli, Alé Cipollini, zog sich wegen Erkrankungen innerhalb des Teams zurück. Im Rennen selbst dünnte sich das Peloton auf den ersten fünf Steigungen zunächst stark aus. Als das Tempo später etwas zurückging, konnten viele Fahrerinnen wieder Anschluss finden.
Die entscheidende Selektion geschah auf der zweiten Passage des Kemmelbergs, wo sich zunächst zwölf Fahrerinnen absetzten. Ein Sturz Liane Lipperts spaltete die Gruppe kurzzeitig, doch die verbliebenen elf Fahrerinnen, darunter zahlreiche Favoritinnen, fanden wieder zusammen. Da die Spitzengruppe gut zusammenarbeitete, konnte sie sich einen Vorsprung von bis zu 30 Sekunden auf den Rest des Felds erarbeiten. Den Zielsprint gewann Jolien D’hoore vor Lotte Kopecky und Lisa Brennauer. Wenige Sekunden dahinter gewann Lorena Wiebes den Sprint des Verfolgerfelds.
Teilnehmende Mannschaften
Weblinks
Parcours auf La Flamme Rouge
Einzelnachweise
#2020 Kategorie:Radrennen 2020