Die Sektion Bremen des Deutschen Alpenvereins (kurz DAV Bremen) ist eine Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) mit Sitz in Bremen. Sie wurde 1886 gegründetMittheilungen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins Bd. 12 (1886), Nr. 22, S. 270 (Austrian Literature Online). Mit über 5600 Mitgliedern ist sie Bremens drittgrößter Sportverein.

Die Sektion betreibt zwei Schutzhütten in den Alpen sowie ein eigenes Vereinssportzentrum mit Kletterzentrum in Bremen.

Der DAV Bremen ist Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Geschichte Die Sektion wurde 1886 im Oktogon des Künstlerhauses (heute die Glocke) in Bremen gegründet.

Erster Vorsitzender war der Rechtsanwalt und spätere Bremer Bürgermeister Hermann Hildebrandt. Bereits 1897 weihte die Sektion die Bremer Hütte im Gschnitztal (Stubaier Alpen) ein und schuf damit einen dauerhaften alpinen Stützpunkt.

1911 bis 1913 baute die Sektion eine Hütte auf der Bocca di Brenta in den Dolomiten. Über diese Hütte entbrannte ein Rechtsstreit mit der Società degli Alpinisti Tridentini (SAT), die in unmittelbarer Umgebung bereits eine Hütte besaß und auf deren Grundstück die neue Hütte gebaut worden war. 1914 fiel die letztinstanzliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Wien ein Urteil zugunsten des SAT. Die Hütte wird als Rifugio Tomasso Pedrotti bis heute von der SAT geführt. Erst 2014 fand eine historische Versöhnung zwischen der Sektion Bremen und der SAT statt.

1924 gründete die Sektion ihre Wandergruppe, und 1930 entstand die erste Jugendgruppe.

In der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur ergibt sich aus der Chronik der Sektion ein gemischtes Bild. Einerseits wird beschrieben, die Umsetzung des Führerprinzips hätte nicht zu autoritären Strukturen in der Sektion geführt. Andererseits rühmt sich die Sektion in der Festschrift von 1936 für ihre aktive Mitarbeit am Ausschluss der Sektion Donauland im Jahr 1924Festschrift zum 50. Jubiläum der Sektion, Seite 8. 1936 erwarb die Sektion die Nauderer Hütte, die bis heute als Selbstversorgerhütte in Vereinsbesitz ist. Die Sektion konnte im Zweiten Weltkrieg ihre Tätigkeiten weiter ausüben und führte bis 1944 Unternehmungen in den Alpen durch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verboten die alliierten Besatzungsmächte den Deutschen Alpenverein zunächst. Die Sektion Bremen wurde aber bereits 1946 wieder gegründet. 1952 kaufte die Sektion die Kirchsteinhütte im bayrischen Längental, weil nach dem Zweiten Weltkrieg die Verwaltung der Hütten in Österreich noch beim Österreichischen Alpenverein lag. 1958 wurden Hütten in Österreich an die deutschen Alpenvereine zurückgegeben. Die Sektion Bremen erhielt damit wieder die Bremer Hütte und die Nauderer Hütte.

1974 wurde die Kirchsteinhütte aufgrund mangelnden Interesses aus der Sektion wieder verkauft. 1976 kaufte die Sektion einen alten Bahnhof im Harz und baute ihn zur Kreuzbachhütte um. 2015 wurde diese Hütte wieder verkauft. 2009 begann die Sektion mit der Planung eines eigenen Kletterzentrums, welches 2015 eröffnet wurde.

Jugend Jugendarbeit betreibt die Sektion mindestens seit 1930. Die heutige Sektionsjugend ist Teil der Jugend des Deutschen Alpenvereins und in Bremen ein anerkannter Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe.

Ihren Stützpunkt hat die JDAV Bremen in ihrem Jugendraum auf dem Gelände des vereinseigenen Vereinssportzentrums. Hier finden wöchentliche Jugendgruppen statt. Ein weiterer Schwerpunkt der Angebote sind Ausfahrten in die Mittelgebirge Norddeutschlands sowie die Alpen zur bergsportlichen Ausbildung. Aus der eigenen basisdemokratischen Organisationsform und als Mitglied des Bremer Jugendrings engagiert sich die Jugend der Sektion jugendpolitisch und in der jugendpolitischen Bildung.

Hütten und Vereinssportzentrum Der DAV Bremen betreibt zwei Alpenvereinshütten:

Bremer Hütte, 2413 m, Stubaier Alpen Nauderer Hütte, 1910 m, Ötztaler Alpen mini|alternativtext=Das Kletterzentrum mit Treppe, Eingangsbereich und dem von der Straße aus sichtbaren Bereich der Außenkletterwand.|Das DAV-Kletterzentrum in Bremen Im Vereinssportzentrum in Bremen befindet sich die Geschäftsstelle der Sektion. Mitglieder können vor Ort auf diverse Servicedienstleistungen wie eine Bücherei mit Wanderkarten, Kletterführern und Bergliteratur sowie einen Ausrüstungsverleih zurückgreifen. Außerdem finden im Seminarraum das Vortragsprogramm der Sektion und zahlreiche andere Veranstaltungen statt.

Das vereinseigene Kletterzentrum ist Teil des Vereinssportzentrums. Mit 10 bis 14 m Wandhöhe sind hier an 2040 m² Kletterfläche im Innen- und Außenbereich über 200 Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden 3–10 UIAA verfügbar.

Bekannte Mitglieder Hermann Hildebrand (1849–1939) Gründungsvorsitzender, Rechtsanwalt und späterer Bremer Senator und Bürgermeister Willi Rickmer Rickmers (1873–1965) Forschungsreisender und Bergsteiger; leitete 1928 die deutsche Abteilung einer deutsch-russischen Pamir-Expedition. Philipp Borchers (1887–1949) Arzt und Bergsteiger; 1932 Leitung einer Alpenverein-Expedition in die Cordillera Blanca mit Besteigung des Huascarán.

Weblinks Sektion Bremen Kletterzentrum Bremen

Einzelnachweise

Bremen Kategorie:Verein (Bremen) Kategorie:Vereinsgründung 1886