Die Zschochersche Straße ist eine Hauptverkehrsstraße in Leipzig, die durch drei Ortsteile der Leipziger Stadtbezirke Altwest und Südwest führt. Sie ist nach den Ortsteilen Kleinzschocher und Großzschocher benannt, in deren Richtung sie führt. Die Zschochersche Straße hieß von 1945 bis 1953 Carl-Goerdeler-Straße und von 1953 bis 1991 Philipp-Müller-Straße.
Lage und Verlauf Die Zschochersche Straße beginnt im Ortsteil Altlindenau an einer Kreuzung mit Jahnallee und Kuhturmstraße und führt etwas mehr als 2 km nach Süden. Sie durchquert die Ortsteile Lindenau und Plagwitz und endet am Ende des letzteren an einer Kreuzung, die „Adler“ genannt wird. Die Straße führt geradeaus unter dem Namen Dieskaustraße weiter nach Süden.
Geschichte Die Zschochersche Straße folgt dem Verlauf der alten Landstraße von Lindenau nach Südwesten, die westlich an den Dorfkernen von Plagwitz und Kleinzschocher vorbeiführte. Der Abschnitt nördlich der Felsenkellerstraße gehörte schon zur mittelalterlichen Via Regia. Die Zschochersche Straße verläuft am Terrassenrand zum tiefer liegenden Elsterbereich. An einigen Stellen tritt das Gestein als Grauwacke zutage.
Abschnitte Von der Jahnallee bis Karl-Heine-Straße Im Unterschied zu ihrem ansonsten fast geraden Verlauf weist die Zschochersche Straße an ihrem Beginn im Ortsteil Altlindenau ein paar Kurven auf. Die Überquerung der Luppe auf der Georg-Elser-Brücke (bis 2020 „Gasthofbrücke“) ist von der Straße aus kaum wahrnehmbar. Auf der Westseite, an der Einmündung der Dreilindenstraße, befindet sich die Musikalische Komödie. Es folgt die Kreuzung mit einer mehrspurigen Hauptverkehrsstraße (nach Westen als Lützner Straße, nach Osten Bowmanstraße). Hier beginnt der Ortsteil Lindenau.
An der Einmündung der Felsenkellerstraße befindet sich das Holzhaus Z8. Auf der gegenüberliegenden östlichen Straßenseite mündet die von Südosten kommende Erich-Zeigner-Allee. Auf ihrem Weg nach Süden steigt die Zschochersche Straße etwas an. Auf ihrer westlichen Seite befinden sich die denkmalgeschützten Gebäude der Georg-Maurer-Bibliothek, die zur Stadtbibliothek Leipzig gehörtObwohl die Adresse seit der kommunalen Gliederung von 1992 zum Ortsteil Lindenau gehört, wird die Bibliothek offiziell weiterhin als „Bibliothek Plagwitz ‚Georg Maurer‘“ bezeichnet, siehe , und des Veranstaltungszentrums Felsenkeller (1890 Ballhaus Felsenkeller). Der Alte Felsenkeller liegt ebenfalls in diesem Straßenabschnitt, aber etwas weiter nördlich. Er wurde 1844 mit dem Gartenlokal Belvedere (heute überbaut) eröffnet. Seit dem Ende der 1970er Jahre bis 1990 wurde er als Jugendclub Víctor Jara und dann von 2007 bis 2012 nochmals genutzt. Der Straßenabschnitt endet an der Kreuzung mit der mehrspurigen Karl-Heine-Straße, auf der die Ortsteilgrenze zwischen Lindenau und Plagwitz verläuft. Für den Bau der Karl-Heine-Straße wurde 1855 eine Aufschüttung vorgenommen..
Im Abschnitt von der Jahnallee bis zur Karl-Heine-Straße befinden sich die Hausnummern 1–21 und 2–14 der Zschocherschen Straße.
Von der Karl-Heine-Straße bis zum Adler Insbesondere ab der Karl-Heine-Straße gibt es zahlreiche Ladenlokale mit Geschäften und Gastronomiebetrieben. Der Bereich ist im Stadtentwicklungsplan Zentren der Stadt Leipzig als „C-Zentrum Plagwitz“Siehe Darstellung C-Zentrum Plagwitz in: dargestellt. Der Häuserblock mit dem früheren Industriebetrieb VEB Vestis wurde zu Beginn der 1990er Jahre zur Elsterpassage umgebaut. In diesem Bereich wurde 2025 auf der Straße Tempo 30 angeordnet. Dort befindet sich auch das Unikatum Kindermuseum.
Der Karl-Heine-Kanal wird von der Zschocherschen Straße auf der 1864 fertiggestellten König-Johann-Brücke überquert. Der Einschnitt ist 14 Meter tief. Hinter der Brücke gibt es unter anderem durch das Gebäude Zschochersche Straße 54–56 hindurch einen Zugang zum Stadtteilpark Plagwitz. Dafür wurde ein früherer Gleisanschluss umgebaut. Auf der anderen Straßenseite gründete Karl Heine an der Ecke Eduardstraße 1858 einen landwirtschaftlichen Musterhof (heute überbaut).
Der weitere Straßenverlauf in Richtung Süden wird in hohem Maße durch umgenutzte, aber auch durch leerstehende Industriebetriebe geprägt. Umgenutzt wurde beispielsweise die Brauerei C. W. Naumann, während die denkmalgeschützten Gebäude der Philipp Swiderski Maschinenbaufabrik verfallen. Auf der westlichen Seite befinden sich in umgenutzten Industriegebäuden die Kunst- und Gewerbehöfe Plagwitz, dazwischen auch Einzelhandelsbetriebe wie Penny oder Rewe. Lidl ist auf der anderen Straßenseite. Zu den früheren Industriebetrieben an der Zschocherschen Straße gehörte auch die Kammgarnspinnerei Stöhr.
Das letzte Stück der Zschocherschen Straße bis zum Adler wurde in den 1920er Jahren mit Wohnanlagen bebaut, die unter Denkmalschutz stehen. Für die auf der westlichen Seite stammte der Entwurf von Hubert Ritter, für die auf der östlichen Seite vom Architekten Richard Wagner, hier auch mit Ladenlokalen im Erdgeschoss.Siehe Darstellung D-Zentrum Adler in: Direkt am Adler ist der Schulhof der Schule am Adler zur Zschocherschen Straße hin ausgerichtet.
Im Abschnitt von der Karl-Heine-Straße bis zum Adler befinden sich die Hausnummern 23–105 und 16–94 der Zschocherschen Straße.
Ortsteilgrenzen und Gemarkungsgrenzen stimmen nach der administrativen Gliederung von 1992 nicht mehr überein. Der Ortsteil Kleinzschocher hat keinen Anteil an der Zschocherschen Straße. Anders bei der Gemarkung: Im Süden verläuft die Gemarkungsgrenze zu Kleinzschocher teils am westlichen Straßenrand, teils in Straßenmitte und im Bereich der früheren Kammgarnspinnerei Stöhr noch weiter östlich.
Öffentlicher Nahverkehr Die Zschochersche Straße ist seit 1897 auch eine Straßenbahntrasse, anfangs unter der Bezeichnung „Kleinzschochersche Straßenbahntrasse“. Heute verkehrt auf der ganzen Länge der Zschocherschen Straße die Straßenbahnlinie 3 mit folgenden Haltestellen: Felsenkeller (an der Kreuzung Karl-Heine-Straße) Elster-Passage (bis 29. August 1999: Lauchstädter Straße) Markranstädter Straße Adler (an der Kreuzung Antonienstraße)
Radverkehr Der fehlende Radweg steht in der Kritik, weil die Möglichkeit, Parallelstraßen zu benutzen, wegen der vielen Ziele auf der Zschocherschen Straße nicht ausreicht. Dazu wurde bei der Stadt Leipzig eine Petition eingereicht.
Bewohner mini|Gedenktafeln für Erich Zeigner und Johanna Landgraf in der Zschocherschen Straße 21 (2026) Am Haus Zschochersche Straße 21 wird an die beiden folgenden Bewohner erinnert: Erich Zeigner, Oberbürgermeister von Leipzig 1945–1949 Johanna Landgraf (1908–2012) half jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie anderen Verfolgten in der NS-Zeit. Ein Stolperstein erinnert an Irma Rosenhein (1845–1943), Zschochersche Straße 87
Siehe auch An der Zschocherschen Straße befinden sich zahlreiche Baudenkmale, im Einzelnen aufgelistet auf folgenden Seiten: Liste der Kulturdenkmale in Altlindenau Liste der Kulturdenkmale in Lindenau Liste der Kulturdenkmale in Plagwitz
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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