mini|Gretelise Holm (2012) Gretelise Holm (* 22. März 1946 in Tondern (Tønder)) ist eine dänische Journalistin und Schriftstellerin, die zunächst durch sozialkritischen Journalismus und später auch durch Kriminalromane und Erinnerungsbücher bekannt wurde.
Leben Holm wuchs in Südjütland als zweitältestes von acht überlebenden Kindern in einer armen Landarbeiterfamilie auf. Die Familie zog häufig um; Holm erinnerte sich später an zehn Kindheitsorte und sechs Schulen bis zu ihrer Konfirmation. Auf Betreiben ihrer Mutter konnte sie die Kolding Private Realskole besuchen und legte dort 1963 die Präliminärprüfung ab. Mit 17 Jahren begann sie beim Kolding Folkeblad eine journalistische Ausbildung; anschließend arbeitete sie für Medien wie Vestkysten, Børsen und Berlingske Tidende. Von 1971 bis 1983 war sie bei Politiken tätig, bevor sie als Lektorin und später Prorektorin an Danmarks Journalisthøjskole in Aarhus wechselte. Seit 1975 war sie mit dem klinischen Immunologen Knut Wallevik verheiratet; das Paar bekam zwei Töchter und lebte ab 1993 mehrere Jahre lang in Simbabwe. Wallevik starb im Jahr 2015.
Wirken Holms journalistische Tätigkeit bezog sich vor allem auf Rechts- und Sozialpolitik, gesellschaftliche Randlagen, Migration, Gleichstellung und andere Themen sozialer Gerechtigkeit. Ihr literarisches Werk umfasst Kriminalromane, Kinder- und Jugendbücher, Debattenbücher sowie Erinnerungsbücher. In den Erinnerungsbüchern Jesus, pengene og livet (‚Jesus, Geld und Leben‘) und Kærligheden, kampen og kloden (‚Liebe, Kampf und die Welt‘) verarbeitete sie ihre von Armut geprägte Kindheit und ihr späteres Berufs- und Familienleben zu einer persönlichen Gesellschaftsgeschichte. Ihre Kriminalromane, besonders den Büchern um die Journalistin Karin Sommer, waren von politischer und sozialer Gegenwartsdiagnose geprägt. Für Mercedes-Benz syndromet (‚Das Mercedes-Benz-Syndrom‘) erhielt sie 2000 einen Debütpreis bei Det Danske Kriminalakademi, und Dødfunden (‚Die Leiche‘) wurde als bester dänischer Spannungsroman des Jahres 2019 mit dem Harald-Mogensen-Preis ausgezeichnet. Mit Den store boomerbog (‚Das große Boomer-Buch‘) veröffentlichte sie 2025 zudem eine generationengeschichtliche Rückschau, in der sie eigene Erfahrungen teilt und politische und kulturelle Umbrüche seit den 1940er-Jahren thematisiert.
Einzelnachweise
Kategorie:Journalist (Dänemark) Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Autor Kategorie:Kriminalliteratur Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Dänemark) Kategorie:Literatur (Dänisch) Kategorie:Däne Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Frau