Auf der Schönhauser Allee ist ein Musikalbum, das Daniel Erdmann, Johannes Fink, Heinrich Köbberling und Rudi Mahall unter dem Namen eines fiktiven Bandleaders „Günter Adler“ veröffentlichten. Die im Mai 2008 im Dastonstudio24 in Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen 2009 auf dem deutschen Label Jazzwerkstatt.
Hintergrund Nach dem 2000 entstandenen Debütalbum Günter Adler spielten Rudi Mahall (Bassklarinette), Daniel Erdmann (Tenorsaxophon), Johannes Fink (Bass) und Heinrich Köbberling (Schlagzeug) 2002 in Hanoi und Singapur ein Livealbum (Live in Asien) und 2008 ihr drittes Album Auf der Schönhauser Allee ein. Das knapp halbstündige Album enthält neun kurze Kompositionen der Bandmitglieder.
Titelliste Günter Adler: Auf der Schönhauser Allee (Jazzwerkstatt Jw044) La Mer de Riz (Fink) 3:46 Schwester Ingrid diagnostiziert am Tage (Mahall) 3:05 Mit ohne ohne Mit (Mahall) 3:54 7qm dunkelblau (Fink) 1:43 Wasser, Wasser (Erdmann) 1:53 Na also (Fink) 3:04 Meiner ist kleiner (Mahall) 2:19 Okyaku (Köbberling) 3:57 What Do You Fink? (Fink) 3:58
Rezeption mini|Daniel Erdmann (2015) Allein schon der Bassklarinettist Rudi Mahall würde für ernsthaften Schabernack stehen, meint Thomas Fitterling in Rondo. In diesem Quartett „aus dem Geiste frechen Hauptstadthumors und Ornette Coleman’scher New-Jazz-Tradition“ habe er mit dem Tenorsaxophonisten Daniel Erdmann, dem Bassisten Johannes Fink und dem Schlagzeuger Heinrich Köbberling gleich noch drei weitere Brüder aus der gleichen Zunft zur Seite. Den Berliner Bären mit der Kunstfigur des hundertjährigen Band-Patrons lasse man sich gerne aufbinden, sei doch die Musik dieses Quartetts äußerst kurzweilig. Das liege allein schon daran, dass keines der klar thematisch konturierten Stücke die Vier-Minuten-Grenze überschreitet.
Was noch mehr zähle sei, dass diese Band mit jubilierender Frische den Ansatz des klassischen Ornette-Coleman-Quartetts aktualisiere. Daniel Erdmann habe man sich dabei als einen Saxophonisten vorzustellen, der weit weg von Coltrane’scher Spiritualität den Ansatz eines Joe Henderson aus dem Geiste Ornette Colemans in Richtung Marty Ehrlich oder Tim Berne eigenständig weiterentwickle, und Rudi Mahall, „der Energetiker aus dem Geiste Eric Dolphys“, sei hier nicht beherrschender vitalistischer Powerplayer, sondern echter Dialogpartner von Don Cherry’scher Qualität. Das Ganze wirke restlos authentisch, denn die Musik sei eindeutig die Berlins, entstanden in einem Studio in der Schönhauser Allee. Der Titel jedenfalls sei kein Schabernack.
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Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2009 Kategorie:Rudi Mahall