Britta Allgöwer (* 10. April 1955 in Basel) ist eine Schweizer Agronomin und Naturwissenschaftlerin. Seit 2020 ist sie Präsidentin der Academia Raetica.
Leben und Wirken Britta Allgöwer wuchs in Chur und Basel auf. Ihre Mutter Lisa Allgöwer-Hansson kam aus Schweden, ihr Vater war der Schweizer Chirurg Martin Allgöwer, ihr Onkel der Nationalrat Walter Allgöwer. Sie studierte Agronomie mit Schwerpunkt Nutztierwissenschaften an der ETH Zürich und promovierte 1989 in Agrar- und Lebensmittelwissenschaften mit einer Dissertation zum Thema Chemie und Technologie von Ziegenmilch. Nach ihrer Promotion wechselte Allgöwer in den Umweltbereich. Nach zwei Jahren beim Amt für Raumplanung Graubünden arbeitete sie von 1992 bis 2008 am Geografischen Institut der Universität Zürich. In dieser Zeit baute sie in enger Zusammenarbeit mit der Forschungskommission des Schweizerischen Nationalparks das Geografische Informationssystem des Schweizerischen Nationalparks (GIS-SNP) auf. Im Rahmen verschiedener europäischer und nationaler Forschungsprojekte entstanden gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden zahlreiche Arbeiten zur Feuerausbreitung und Feuerökologie, zudem befasste sie sich mit wildtierbiologischen Fragen und der Landschaftsmodellierung.
Zwischen 2006 und 2011 übernahm Britta Allgöwer die Aufbauarbeit zur «Wissensstadt Davos», eines Zusammenschlusses von Forschungsinstitutionen mit Sitz in Davos, der sich der Förderung der Stadt Davos als Zentrum für Forschung und Bildung widmet.
Von 2011 bis zu ihrer Pensionierung 2020 war Allgöwer Direktorin des Natur-Museums Luzern.
Seit 2010 ist sie Präsidentin der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden und seit 2020 Präsidentin der Academia Raetica. Britta Allgöwer lebt in Davos, wo sie seit 2021 Mitglied des Verwaltungsrats des Elektrizitätswerks Davos (EWD) sowie Mitglied im Stiftungsrat der Ernst Ludwig Kirchner Stiftung ist.
Ehrenamtliche Tätigkeit 1994–2022: Mitglied Expertenkommission der Schweizer Stiftung Pro Bartgeier 1998–2022: Mitglied der Commission de Giacomi SCNAT 2014–2025: Stiftungsbeirat/Patronatskomitee des Natur- und Tierparks Goldau 2014–2025: Prix Expo-Jury der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) 2017–2021: Präsidentin des Stiftungsrats von KORA – Raubtierökologie und Wildtiermanagement 2014–2026: Mitglied der Kulturkommission des Kantons Graubünden Seit 2010: Präsidentin der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden und Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung Sammlung Bündner Naturmuseum Seit 2020: Präsidentin der Academia Raetica Seit 2021: Mitglied des Stiftungsrats der Ernst Ludwig Kirchner Stiftung Seit 2022: Mitglied des Vorstands der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz SCNAT
Publikationen (Auswahl) mit J. D. Carlson, Jan W. van Wagtendonk (2003): Introduction to Fire Danger Rating and Remote Sensing — Will Remote Sensing enhance Wildland Fire Danger Rating? In: Emilio Chuvieco (Hrsg.): Wildland Fire Danger Estimation and Mapping. The Role of Remote Sensing Data. World Scientific Publishing, Singapore, S. 1–20. mit Ariane Walz, Christian Gloor, Peter Bebi, Andreas Fischlin, Eckart Lange, Kai Nagel: Virtual Worlds – real Decisions? The Alps in a Modeller’s Nutshell. Thematic Synthesis Report and Outlook, Research Focus V «Virtual Representation», National Research Programme NRP 48 «Landscape and Habitats of the Alps», Swiss National Science Foundation SNSF (Hrsg.), vdf Hochschulverlag, Zürich 2008, 122 S. Fire – Benefit or Nuisance? Landscape and Fire Management in the Swiss National Park. In: Leopoldina Workshop Elements – Continents, Approaches to Determinants of Environmental History and their Reifications (= Nova Acta Leopoldina. Bd. 98, Nr. 360). 2009, S. 19–28. Was tun, wenn es brennt im SNP? Eine Managementfrage wird zum Forschungsprogramm. In: Heinrich Haller, Antonia Eisenhut, Rudolf Haller (Hrsg.): Atlas des Schweizerischen Nationalparks. Die ersten 100 Jahre (= Nationalpark-Forschung in der Schweiz. 99/I). Bern 2013, S. 178–179. mit Markus Stähli, Walter Finsinger, Willy Tinner: Pollen, Nadeln und Kohlestückchen: Einblicke in die Geschichte der Ofenpasswälder. In: Heinrich Haller, Antonia Eisenhut, Rudolf Haller (Hrsg.): Atlas des Schweizerischen Nationalparks. Die ersten 100 Jahre. (= Nationalpark-Forschung in der Schweiz. 99/I). Haupt Verlag, Bern 2013, S. 48–49. mit Jürg Brosi, Reto Buchli, Barbara Frei Haller, Mario Lanfranchi, Ueli Rehsteiner, Walter Reinhart, Jakob Rhyner, Natalina Signorell: Die Rolle einer modernen Naturforschenden Gesellschaft. In: Jahresbericht. Naturforschende Gesellschaft Graubünden, 118, 2014, S. 103–107. mit Ueli Rehsteiner: Warum wir sammeln? Jahresbericht. Naturforschende Gesellschaft Graubünden, 118, 2014, S. 53–60. mit Klaus Robin (Hrsg.): Wolf. Eine Annäherung (= Veröffentlichungen aus dem Natur-Museum Luzern. Nr. 17). 2018 (digitale Version 2020), herausgegeben vom Verein Freunde des Natur-Museums Luzern, 87 S. mit Josh Westrich, Hans R. Boesch (Hrsg.) et al.: Gegen das Vergessen. Die Sammlungen des Natur-Museums Luzern (= Veröffentlichungen aus dem Natur-Museum Luzern. Nr. 18). 2021, herausgegeben vom Verein Freunde des Natur-Museums Luzern, 171 S. Pferde – Wegbereiter unserer Entwicklung. Spuren einer ungewöhnlichen Mensch-Tier-Beziehung. In: Pferde. Von Dürer über Erni bis heute. Ausstellungskatalog herausgegeben von Karl Bühlmann, Hans Erni Stiftung und Heinz Stahlhut, Hans Erni Museum Luzern, 2025, S. 17–30. mit Reto A. Buchli, Markus Furrer, Leandra Reitmaier-Naef, Ueli Rehsteiner, Jakob Rhyner, Hans Schmocker, Natalina Signorell Häusler: Warum es die NGG auch im Jahr 2225 braucht. In: 200 Jahre Faszination für die Natur. Die Naturforschende Gesellschaft Graubünden wird 200 Jahre alt. In: Jahresbericht. Naturforschende Gesellschaft Graubünden, 124, 2025 (Jubiläumspublikation), 122 S.
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