George M. Johnson (* 1985) ist eine nichtbinäre Person, die durch journalistische Arbeiten und schriftstellerische Werke bekannt. Das Werk All Boys Aren’t Blue wurde häufig Opfer der Zensur durch Bibliotheken in Johnsons US-amerikanischer Heimat.

Leben Johnson wuchs in New Jersey auf und verbrachte spätere Jugend- und Studienjahre in Virginia. Eigene Erinnerungen an Gewalt, sexuelle Übergriffe, familiäre Nähe und frühe Erfahrungen mit Ausgrenzung prägten die Stoffe der späteren Bücher. Johnson beschrieb die Familie, insbesondere die Großmutter „Nanny“, als liebevoll und tragend; das spätere offene Benennen der eigenen Queerness schilderte Johnson eher als Bestätigung dessen, was die Angehörigen längst wussten, denn als dramatischen Bruch. Seit 2019 verwendet Johnson nichtbinäre Pronomen und lebte 2021 in Newark, New Jersey. Vor dem literarischen Durchbruch arbeitete Johnson journalistisch und absolvierte zuvor ein Graduiertenstudium.

Wirken Mit All Boys Aren’t Blue veröffentlichte Johnson 2020 ein als „Memoir-Manifesto“ bezeichnetes Jugendbuch über das Aufwachsen als schwarze queere Person in den USA. Johnson verstand das Buch als Gegenentwurf zu fehlender Repräsentation und als Wissens- und Orientierungshilfe zu Sexualität, Einvernehmlichkeit, Missbrauch und Geschlecht für eine junge Leserschaft. Die Veröffentlichung wurde breit rezipiert, von mehreren Institutionen zu den besten Büchern des Jahres 2020 gezählt und für eine Serienadaption durch Gabrielle Union-Wades Produktionsfirma optioniert. In den folgenden Jahren wurde All Boys Aren’t Blue zu einem zentralen Angriffspunkt und Opfer der Zensur durch Bibliotheken in den USA; Johnson verknüpfte diese Auseinandersetzungen mit breiteren Angriffen auf queere Sichtbarkeit und freie kulturelle Ausdrucksformen. 2023 wurde zudem ein siebenstelliger Zwei-Bücher-Vertrag mit Leah Johnson für romantische Romane über schwarze queere Figuren bekannt, und 2024 erschien mit Flamboyants: The Queer Harlem Renaissance I Wish I’d Known ein weiteres Buchprojekt, das verschüttete schwarze queere Kulturgeschichte für ein junges Publikum erschließen soll.

Werke All Boys Aren't Blue Penguin, London, 2020, ISBN 978-0-241-51503-7 We Are Not Broken Little, Brown And Company, New York, 2021, ISBN 978-0-759-55461-0 Black Boy Joy: 17 Stories Celebrating Black Boyhood Delacorte Press, New York, 2021, ISBN 978-0-593-37995-0 (Kurzgeschichte) Flamboyants: The Queer Harlem Renaissance I Wish I'd Known Farrar, Straus and Giroux, New York, 2024, ISBN 978-0-374-39124-9 mit Leah Johnson: There's Always Next Year Farrar, Straus and Giroux, New York, 2025, ISBN 978-0-374-39170-6

Einzelnachweise

Kategorie:Journalist (Vereinigte Staaten) Kategorie:Autor Kategorie:Nichtbinäre Person Kategorie:Geboren 1985