Die Brendickestraße (1841–1937 Fliederstraße) war eine Straße in Berlin-Friedrichshain von 1841 bis 1963.
Lage Die Brendickestraße verlief von der Gollnowstraße (heute Mollstraße) in nordöstlicher Richtung bis zur Barnimstraße, eine Seitenstraße war die Mehnerstraße. Sie gehörte zur Königsstadt und seit 1920 zu Berlin-Friedrichshain.
In der Gegenwart führt ihr ehemaliger Verlauf von der Mollstraße zwischen Pauline-Staegemann-Straße und Weinstraße parallel zu diesen nordöstlich durch Freiflächen und einen Neubaublock bis zur Barnimstraße.
Geschichte Die Fliederstraße wurde 1830 als eine kleine Verbindungsstraße zwischen der Gollnowstraße innerhalb der früheren Stadtbegrenzung und dem neu geplanten Wohngebiet nordöstlich davor projektiert, sie sollte ursprünglich bis zur Höchste Straße gehen. 1841 wurde sie offiziell eröffnet und war in den nächsten Jahren bereits bebaut.Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Nr. 37, vom 10. September 1841, S. 250, über die offizielle Eröffnung, ging bis zu Sametzkysche Weinberge (= spätere Barnimstraße); auch Hermann Vogt, Die Straßen-Namen Berlins, 1885, S. 22, mit einigen kleinen Missverständnissen Karte von 1846 (im orangen Feld ganz oben rechts, dort im nördlichsten Teoil), die Fliederstraße war bebaut, die Straßenführung war über die Barnimstraße hinaus bis zur Höchste Straße geplant In dieser Zeit wohnten dort viele Weber und Seidenwirker., auch 1858, S. 28, 1859, S. 29 und weitere Jahre 1858 wurde die St. Stephans-Kapelle der neuen St. Bartholomäusgemeinde eingeweiht. 1937 wurde die Straße in Brendickestraße nach dem Schriftsteller Hans Brendicke umbenannt.
In den Jahren 1943 bis 1945 wurden einige Gebäude beschädigt. In den 1950er Jahren waren mehrere aber noch bewohnt.Neues Deutschland vom 28. Juni 1953, S. 5 (Artikelanfang), berichtete über einen Jugendlichen aus der Brendickestraße In den folgenden Jahren wurden alle Gebäude abgerissen, 1968 auch das Gemeindehaus der St. Bartholomäus-Gemeinde. Es wurde dort ein Neubaublock nördlich der Mollstraße schräg über den bisherigen Straßenverlauf errichtet. 1963 wurde der Straßenname offiziell aufgehoben.Brendickestraße Luisenstädtischer Bildungsverein
Gebäude In der Fliederstraße/Brendickestraße standen Wohn- und Geschäftshäuser, in denen es auch einige kleinere Gewerbe gab. Die Nummerierung führte viele Jahre von der Barnimstraße auf der nördlichen Seite bis zur Gollnowstraße und auf der anderen Seite (Nr. 10) wieder zurück. Ab (wahrscheinlich) 1937 führte die Nummerierung von der Gollnowstraße wechselseitig bis zur Barnimstraße, die ungeraden Nummern auf der nördlichen Seite, die geraden auf der südlichen Seite.
Nr. 1 gehörte um 1848 Heinrich Sametzky, dem Besitzer des nordöstlichen anschließenden großen GebietesZeitschrift für Oologie und Ornithologie, 1911 (?), S. 52 (kurzer Auszug); auch in Berliner Adressbüchern 1848 und weitere Nr. 4 Heintze & Blanckertz, ab etwa 1856, kaufte danach auch Gebäude in der anliegenden Gollnowstraße und Georgenkirchstraße Nr. 6 Breslauer Weizenbier-Brauerei Nordost, 1887–1897, danach Nordost-Brauerei Nr. 12 (neue Nr. 6) Jünemann, Pantoffelhersteller, vor 1937–nach 1943, danach in die Torstraße, auch 1943; auch in Birgit Weirauch, Hippr Puschen. Der Pantoffelheld von Mitte in taz vom 29. November 2008 (Text), über Günter Jünemann Nr. 15 (neue Nr. 12) St.-Stephans-Kapelle der St.-Bartholomäus-Kirchengemeinde, 1858–1968, Treffpunkt für Gemeindeveranstaltungen, seit 1908 Gemeindehaus
Weblinks Brendickestraße Luisenstädtischer Bildungsverein
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