Angelo Paccagnini (* 17. Oktober 1930 in Castano Primo/Lombardei; † 2. Juli 1999 ebenda) war ein italienischer Komponist, Hörfunkredakteur und Musikpädagoge.

Leben Paccagnini spielte ab dem achten Lebensjahr Klarinette und studierte am Conservatorio Giuseppe Verdi, wo er Abschlüsse in Klarinette (1953), Chormusik und Chorleitung (1954) sowie (bei Bruno Bettinelle) Komposition und Instrumentation (1955) erhielt. Bei den Darmstädter Ferienkursen war er Schüler von Luciano Berio und Bruno Maderna.

1959 entstand seine erste Oper Le sue ragioni. Ab 1959 war er Mitarbeiter des Studio de Fonología, das zum Bereich Hörfunk der RAI gehört, dessen Leitung zu dieser Zeit Renzo Dall’Oglio übernahm. Hier entstand 1961 sein erstes von Wellengeneratoren und Filtern erzeugtes elektronisches Werk Sequenze e Struttura. Ab 1966 leitete er mit Emilio Castellani und Luigi Rognoni das Studio, von 1968 bis 1970 war er dessen Direktor. 1971 kuratierte er gemeinsam mit Massimo Mila eine Reihe von 14 Radiosendungen mit dem Titel Musica d’oggi tra suono e rumore für RAI.

1969 gründete Paccagnini am Mailänder Konservatorium den Lehrstuhl für elektronische Musik. 1980 wurde er zum Direktor des neu gegründeten Conservatorio Lucio Campiani in Mantua ernannt. Von 1983 bis 1989 leitete er das Conservatorio Evaristo Felice Dell’Abaco in Verona.

Bereits 1963 gründete er mit Carla Bianchi Weber das Ensemble Ars Antiqua, mit dem er Musik vom Mittelalter bis zum Barock aufführte und mehrere Alben beim Label Fonit Cetra aufnahm. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Premio Italiano della Musica für die Rundfunkoper Il dio di oro und dem Preis der Tribune internationale des compositeurs für die Oper Actuelles (1966).

Werke Concerto per violino e sei ensembles, 1958 Tre brevi canti für Mezzosopran und Klavier, nach Versen von Paul Eluard, 1958 Le sue ragioni, Oper, Libretto von Elio Pagliarani, 1959 Gruppi concertati für Orchester, 1960 Musica da camera für Ensemble, 1960 I dispersi, Ballett, 1961 Sequenze e strutture, 1961 Dialoghi für Orchester 1962–63 Actuelles, Oper, 1963 Mosè, Rundfunkoper für Soli, Magnettonband, Chor und Orchester, 1963 Il dio di oro, Rundfunkoper, 1964 Il dio di oro, Rundfunkoper für Stimmen, Solisten, gemischten Chor, Tonabd und Orchester, 1964 Vento nel vento für Mezzosopran und Orchester, 1964 La città del miracolo für Flöte und Orchester, 1965 Tutti la voglio, tutti la nudano, Oper, eigenes Libretto, 1966 Terzo concerto für Sopran und Orchester, 1966 Bivio für aufgezeichnete Stimmen und elektronische Klänge, Texte aus dem Alten Testament und von Huub Oosterhuis, 1968 Un uomo da salvare, Oper, eigenes Libretto, 1969 Il sale della terra für Chor, Rezitationschor und elektronische Klänge, 1969 Partner für Stimme und elektronische Klänge auf Tonband, 1969 Il ponte di Queensboro (von Piero Chiara), 1969 La fame für Sprechstimme und elektronische Klänge, 1969 La misura, il mistero für Sopran, Tonband und Schauspieler, nach Texten von Giuseppe Ungaretti, 1970 Soundtrack zur Fernsehserie I Buddenbrook (mit Roberto Goitre), 1971 La cena, 1971 È l’ora für Soli, Chor und Orchester, 1971 Flou IV für Viola, Cello und Kontrabass, 1972 C’era una volta un re, 1974 C’era una volta un re für Mygnettonband, 1974 Underground, Ballett für vier Synthesizer, 1975 Olivo verde vivo, 1977 Olivo verde vivo, Videomärchen, 1977 Stimmen für aufgenommene Frauenstimme und elektronische Klänge, 1979 Serenata a Elena, Klavierduo, 1992

Quellen Dizionario Biografico degli Italiani: Paccagnini, Angelo

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