Die Barnimstraße ist eine Straße in Berlin-Friedrichshain, die Mitte des 19. Jahrhunderts auf privatem Land angelegt wurde.
Verlauf
mini|Mollstraße, mit dem südöstlichen Teil der Barnimstraße Die Barnimstraße verläuft von der Otto-Braun-Straße in südöstlicher Richtung bis zur Weinstraße und dann in südlicher Richtung bis zur Mollstraße. Ihr Verlauf musste wegen der Neubebauungen nach 1945 leicht korrigiert werdenBarnimstraße Xhain, mit Fotos und Lageplan.
Bis 1945 verlief der Verkehrsweg (mit den historischen Straßennamen) von der Neuen Königstraße (heute Otto-Braun-Straße) durch die Georgenkirchstraße, die Fliederstraße (nur nordöstlich), die Weinstraße und die Büschingstraße bis zur Landsberger Straße.
Im Jahr 1973 erfolgte eine erste Anpassung der Trassierung: nur der nordwestliche Teil bis zur Georgenkirchstraße blieb erhalten. Um 1980 wurde der Verlauf bis zur Mollstraße in leicht veränderter Streckenführung verlängert.Barnimstraße Kauperts, Abschnitt Geschichte (unten).
Namensgebung und Geschichte mini|Berlin, 1914, mit Barnimstraße (oben rechts) Im Jahr 1827 beantragte der Buchhalter H. Sametzky in Abstimmung mit der Polizeibehörde die Anlage einer Straße durch seinen Grundbesitz. Das gewährte ihm eine entsprechende Kabinetts-Order.Entscheidungen des Königlichen Ober-Tribunals, Band 49, 1863, S. 85, erwähnt im Gerichtsurteil von 1861 (ohne den Namen Sametzky zu nennen)., zu dieser Zeit Buchhalter, später 1859 Rechnungsrath und Geheimer Calculator der Schulden-Abteilung, siehe weitere Adressbücher und Staatshandbücher. Der neue öffentlich nutzbare Verkehrsweg lag direkt hinter der ehemaligen Stadtbefestigung am Fuße der beginnenden Barnimhochfläche. Da die Genehmigung aus dem Jahr 1830 auch beinhaltete, dass die Straße seinen Namen tragen dürfe, wenn er das entsprechende gesamte (neue) Straßenland der Stadt Berlin verkauft, dies jedoch nur teilweise tat, bekam die Straße 1845 ihren Namen nach der Barnimhochfläche: Barnimstraße.Hermann Vogt: Die Straßen-Namen Berlins, Berlin 1885, S. 7, mit abweichender Schreibweise Sametzki. Sametzky erhielt außerdem die Genehmigung, auf seinem Grundbesitz auch die Weinstraße, die Mehnerstraße und die Höchste Straße anzulegen. Bei diesen gab es keine Namensprobleme.
In den 1840er Jahren war der südöstliche Teil der Straße bereits mit Wohnhäusern bebaut, sie reichte jedoch nur etwa bis zur Hälfte des geplanten Verlaufs, bis zur Höchsten Straße.Plan von Berlin 1846, die Barnimstraße lag im orangen Gebiet (Königsvorstadt) rechts oben, dort im nördlichsten Teil; bereits 1840 wurde sie in einer Karte als Barnimstraße bezeichnet.
Ein anderer Grundbesitzer verklagte 1860 die städtischen Behörden, weil sie ihm untersagt hatten, auf seinem Grundbesitz in der Neuen Königstraße ein Gebäude auf der Stelle zu bauen, wo die Barnimstraße durchgelegt werden sollte (was zu dieser Zeit immer noch nicht erfolgt war.) Er durfte nicht einmal einen hölzernen Schuppen dort errichten. Er verlor diesen Prozess, sowie auch eine Entschädigungsforderung, da ein höheres allgemeines Interesse an der Anlage von Verkehrswegen vorlag.Entscheidungen des Königlichen Ober-Tribunals, Band 49, 1863, S. 80–91, Nr. 9, zu 1861.
Das Frauengefängnis wurde 1868 an der Barnimstraße eröffnet, welches das wichtigste seiner Art in Berlin wurde. Hier waren auch Rosa Luxemburg und einige Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime wie Hilde Coppi und Olga Benario inhaftiert.
Kriegseinwirkungen beschädigten in den Jahren 1943 bis 1945 viele Häuser, besonders betroffen war der südwestliche Teil an der Landsberger Straße. In den 1950er und 1960er Jahren wurden alle Gebäudereste außer das Frauengefängnis beseitigt und dort einige Neubauten errichtet. Der offizielle Straßenverlauf blieb zuerst nur im nordwestlichen Teil erhalten.Barnimstraße Straßen. 1974 wurde auch das Frauengefängnis abgerissen. In den folgenden Jahrzehnten gab es weitere Umgestaltungen in diesem Gebiet.
Gebäude Bestehende Anlagen und Gebäude
In der Gegenwart stehen in der Barnimstraße einige Neubauten, es gibt ein Schulgelände an der Weinstraße sowie Grünflächen. Am Gelände des ehemaligen Frauengefängnisses gibt es eine Gedenktafel.Frauengefängnis Barnimstraße Gedenktafeln in Berlin.
Ehemalige Gebäude Bis 1945 standen in der Barnimstraße dichtbewohnte Wohnhäuser, in denen vor allem Arbeiter und andere einkommensschwache Personen lebten. 1933 gab es in der Nr. 12 40 Mietparteien und in der Nr. 13 sogar 84 (!)., siehe auch andere Jahre. Einkaufsmöglichkeiten warren so gut nicht vorhanden, auch Handwerker oder Werkstätten gab es hier nicht.
Weblinks
Barnimstraße Kauperts Barnimstraße Xhain
Einzelnachweise
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