Aus dem Leben des Nikita Woronzow () ist eine 1984 veröffentlichte Science-Fiction-Novelle, die gemeinsam von Arkadi und Boris Strugazki konzipiert wurde, aber von Arkadi Strugatzki allein geschrieben und unter dem Pseudonym S. Jaroslawzew veröffentlicht wurde. Die Geschichte erschien in der populärwissenschaftlichen Zeitschrift „Wissen ist Macht“ in Moskau.Arkadi Strugatzki: Gesammelte Werke. Band 3. Heyne Verlag, München 2011, ISBN 978-3-453-52685-3. S. 859.

Inhalt Handlung Im Juni 1978 treffen sich die beiden alten Freunde Alexej T., ein anerkannter Schriftsteller, und Warachassi S., ein Richter. Obwohl beide Mitte 50 sind und Familien haben, finden sie sich durch Zufall einen Sommer lang allein wieder und organisieren einen „Junggesellenabend“. Sie trinken, essen und reden über alte und neue Zeiten.

Als die Nacht vorangeschritten ist, berichtet Warachassi von einem Mysterium, das er lösen möchte: Er untersucht den Tod eines gewissen Nikita Woronzow, der 1977 in einem Park bei einer Schlägerei mit Jugendlichen starb. Das Mysteriöse sei, dass Warachassi während seiner Ermittlungen an das Tagebuch des Opfers gelangt war, das von 1937 bis 1946 geschrieben wurde und in dem dieser den Tod vieler verschiedener Leute, einschließlich seines eigenen, prophezeit.

Warachassi erzählt weiter von seinen Nachforschungen. Er begann, Verwandte und Freunde des mysteriösen Nikita Woronzow zu interviewen. Von den vielen Gesprächen waren fünf bemerkenswert, und so berichtet er von diesen. Alle fünf Gesprächspartner verwiesen auf Nikitas seltsame Gabe, die Zukunft bereits zu kennen. Die Veränderung seines Wesens trat 1937 ein, als er noch ein kleiner Junge war, nachdem er eine schwere Verletzung überlebt hatte.

Anschließend diskutieren die beiden Freunde, was es mit Nikita Woronzow auf sich hatte. Warachassi S. überzeugt seinen alten Freund Alexej T. schließlich von seiner Theorie: Bei Nikita Woronzow handele es sich um eine Person, die ihr Leben wieder und wieder durchlebt. Immer wenn sie stirbt, landet sie wieder 1937 im Körper eines Kindes, aber mit dem Wissen eines Erwachsenen. Die beiden Freunde machen sich die Tragik dieser Zeitschleife klar. Nikita Woronzow habe festgestellt, dass er mit all seinem Wissen die große Geschichte nicht ändern konnte. Nur im Einzelnen konnte er kleine Schicksale zum Besseren verändern.

Personen Alexej T. ist ein bekannter Schriftsteller und alter Studienfreund des Untersuchungsrichters Warachassi S. Warachassi S. ist ein angesehener Untersuchungsrichter der städtischen Staatsanwaltschaft, der mit dem Totschlag an Nikita Woronzow betraut wurde. Nikita Woronzow ist ein durch und durch gewöhnlicher Mann, der in einer Zeitschleife gefangen zu sein scheint. Abgesehen von seinem Tagebuch aus Kindertagen erfahren wir nur aus zweiter Hand von ihm.

Weltbild Die Geschichte spielt in der Sowjetunion und ist ein Rückblick auf die Zeit von den 1930er- bis in die 1970er-Jahre. Sie beschreibt die Geschichte dieser Zeit aus der Sicht eines einfachen Mannes, der keinen großen Einfluss auf das Geschehen hat und schließlich zu der Erkenntnis kommt, dass er selbst mit dem Wissen über die Zukunft nichts ändern kann. Dadurch wird ein fatalistisches Weltbild erzeugt.

Form Obwohl es in dieser Geschichte um das Leben von Nikita Woronzow geht, erfährt der Leser nur aus dritter Hand von ihm. Es geht um einen Abend, an dem Warachassi Alexej erzählt, was ihm über Nikita von Dritten berichtet wurde. Die Quellenlage ist nicht ganz klar, und es steht nur Warachassis Interpretation zur Verfügung.

Literatur S. Jaroslawzew [Pseudonym von Arkadij Strugazki]: Podrobnosti zhizni Nikity Vorontsova (russisch: Подробности жизни Никиты Воронцова). In: Wissen ist Macht, Nr. 6 & 7. Moskau 1984. Boris Strugatzki, Arkadi Strugatzki: Aus dem Leben des Nikita Woronzow In: Boris Strugatzki, Arkadi Strugatzki (Hrsg.): Gesammelte Werke 3 – Fünf Romane in einem Band. Heyne Verlag, München 2011, ISBN 978-3-453-52685-3, S. 635–634.

Einzelnachweise

Kategorie:Science-Fiction-Literatur Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)