Die Akaflieg Berlin B-001 ist eine Startwinde für Segelflugzeuge, die von Studierenden der Akaflieg Berlin an der Technischen Universität Berlin entwickelt und gebaut wurde und seit 1994 am Segelfluggelände Kammermark im Einsatz ist.

Geschichte, Konstruktion, Bau Anfang der 80er Jahre befand sich bei der Berliner Akaflieg das Motorsegelflugzeug B13 in Entwicklung. Für dessen hohe Startmasse wurde eine leistungsstarke Startwinde benötigt. Auch andere neuere Segelflugzeuge benötigten höhere Mindestgeschwindigkeiten in der Startphase, weshalb eine hohe Seileinzugsgeschwindigkeit durch die Startwinde nötig wurde.

Die Entwicklung und der Bau der Startwinde begannen im Herbst 1984 mit ersten technischen Zeichnungen. Eine Lkw-Hinterachse wurde auf eine neue Übersetzung umgebaut, und die Seiltrommeln fertigte die Kraftwerk-Union (KWU). Im Sommer 1987 begann die Fertigung des 1,5 t schweren Rahmens in der Siemens-Schweißerei in Berlin. Für den weiteren Bau wurde wegen für die Akaflieg-Werkstatt zu großen Masse eine kellerlose Halle auf dem Gelände der Technischen Universität Berlin in Charlottenburg genutzt. Claus Oehler schweißte die Schutzkäfige um die Seiltrommeln, den 250-l-Dieseltank fertigte die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt aus 3 mm Aluminiumblech. Drei Viertel des Rollenumfangs wurden durch eine wiederum bei der KWU entstandene Kapselung abgedeckt. Bis zum Frühjahr 1988 waren auch die zwei 260 kg schweren Seiltrommeln am Institut für Konstruktionslehre ausgewuchtet worden. Die Kardanwellen, Rollenkästen und Seilkappvorrichtungen fertigte Daimler-Benz.

Die selbsttragende Startwinde mit einem Cockpit hinter Panzerglas und Diesel-Standheizung sitzt mit allen Komponenten auf zwei Stahlträgern, die auf ein Lkw-Fahrgestell gesetzt werden können. Ein provisorischer 7,5-t-Lkw für Rangierfahrten war mit der „gut 6 Tonnen“ schweren Startwinde überladen, hätte aber im Unterschied zu Fahrzeugen mit größerer Nutzlast mit dem hohen Aufbau in die Fahrzeughalle auf dem Flugplatz Ehlershausen gepasst. Nach Auflösung der NVA im Herbst 1990 konnte ein als Tanklöschfahrzeug eingesetzter allradgetriebener dreiachsiger Tatra 148 mit 24 t Nutzlast erworben werden. Durch dessen Zentralrohrrahmen konnte die Startwinde darauf nun sehr tief montiert werden.

Windenstartbetrieb Die Winde verfügt über zwei Seiltrommeln, welche einzeln die Schleppseile unter hoher Geschwindigkeit und Kraft aufwickeln können und es somit ermöglichen, zwei Segelflugzeuge in Folge zu starten, bevor die Seile erneut ausgezogen werden müssen.

Der Schleppmotor ist ein V10-Dieselmotor Mercedes-Benz OM 403.931 mit 235 kW (320 PS). Durch ein modifiziertes Lkw-Differential kann der Windenfahrer jeweils eine der Seiltrommeln mittels der elektro-pneumatischen Steuerung zuschalten. Über einen hydrodynamischen Drehmomentwandler wird die Kraft vom Motor auf die Seiltrommeln übertragen. Für das ruckfreie Anschleppen der Flugzeuge kann der Windenfahrer die pneumatischen Bremsen der Trommeln langsam lösen und nach dem Anrollen des Flugzeuges den Motor, und somit auch die Seiltrommeln, beschleunigen.

Zum Wiederausziehen der Seile nach erfolgreichen Starts, wird die Auszugbremse durch den Fahrer eingelegt, welche die Trommeln leicht bremst, um ein Weiterdrehen dieser nach beendeten Ausziehen zu verhindern, wodurch Schlaufenbildung bei den Seilen verhindert wird.

Weiterhin hat die Winde eine federgespannte Seilkappvorrichtung, durch die das Schleppseil schnell zu durchtrennen ist, sollte es sich nicht vom Flugzeug lösen.

Seit 2004 wird die Winde mit Kunststoffseilen aus Dyneema betrieben. Diese ermöglichen eine vereinfachte Handhabung im Flugbetrieb gegenüber den zuvor verwendeten Stahlseilen.

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Einzelnachweise

Kategorie:Segelflugtechnik