Der Traum des Jaguars ist ein 2025 erschienener Roman des französisch-venezolanischen Schriftstellers Miguel Bonnefoy.

Die Originalfassung des Buches erschien 2024 in Französisch unter dem Titel Le Rêve du jaguar, welche mit mehreren wichtigen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Kirsten Gleinig übersetzte den Roman ins Deutsche.

Handlung Der Roman erzählt die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen und verbindet persönliche Schicksale mit der Geschichte Venezuelas im 20. Jahrhundert.

Zu Beginn wird in Maracaibo ein ausgesetztes Baby auf den Stufen einer Kirche gefunden und von einer stummen Bettlerin aufgenommen. Das Kind wächst unter schwierigen Umständen auf und erhält später den Namen Antonio. Trotz großer Armut ist er ehrgeizig und arbeitet hart, um sich ein besseres Leben aufzubauen. Nach einem Job – noch als Minderjähriger – in einem Bordell – gelingt ihm schließlich ein sozialer Aufstieg: Er studiert Medizin und wird ein angesehener Chirurg. Während seines Lebens lernt er Ana María kennen, eine starke und intelligente Frau, die ebenfalls Ärztin – die erste von Venezuela – wird.

Die beiden gründen eine Familie und versuchen, sich in einer Zeit politischer Veränderungen und gesellschaftlicher Spannungen in Venezuela ein stabiles Leben aufzubauen. Ihre Tochter, die symbolisch den Namen Venezuela erhält, wächst in dieser Umgebung auf, fühlt sich jedoch zunehmend von der Welt außerhalb ihres Heimatlandes angezogen. Sie träumt davon, nach Europa zu gehen und ein anderes Leben zu führen, weshalb sie schließlich nach Paris aufbricht und dort ein Kind gebärt. Später blickt ihr Sohn Cristóbal auf die Geschichte seiner Familie zurück, reist nach Venezuela und versucht, die Vergangenheit zu verstehen und schließlich in Romanform festzuhalten.

Rezeption mini|Miguel Bonnefoy (2019)

Der ORF nannte das Buch eine "fantastische Familiensaga", die "gleichzeitig die Geschichte Venezuelas" erzähle. Der Radiosender Österreich 1 machte den Roman im Februar 2026 zum "Buch des Monats", denn Bonnefoy überrasche "immer wieder und überzeugt mit historischen Details und Elementen aus dem magischen Realismus." Zugleich sei das Werk "wunderbar erzählt, sehr sinnlich, manchmal opulent". Die Samerberger Nachrichten nannten das Buch einen "authentischer Gesellschaftsroman mit poetischer Sprache, leidenschaftlichen Figuren und atmosphärischer Dichte". Im Deutschlandfunk sieht Dirk Fuhrig den Roman als „gewaltiges Panorama, eine Geschichte Venezuelas und eine berührende Familiensaga“. Bonnefoy bette den familiären Entwicklungsroman in märchenhafte Elemente ein, die man als Referenz an den magischen Realismus interpretieren könne.

Auszeichnungen 2024: Prix Femina 2024: Grand Prix du roman de l'Académie française

Ausgaben Le rêve du jaguar. Rivages. 2024. ISBN 978-2-74366-406-0. Der Traum des Jaguars. Roman. Übersetzung Kirsten Gleinig. Eisele Verlag, 2025. ISBN 978-3-96161-266-6.

Einzelnachweise

Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literarisches Werk