Gerhard Heinrich (* 22. Juni 1940 in Suhl) ist ein deutscher autodidaktischer Maler und Grafiker.

Leben und Werk Heinrich besuchte in Suhl die Hohe-Loh-Schule und absolvierte ab 1954 bei der alteingesessenen Suhler Firma Ernst Büttner eine Lehre als Dekorationsmaler. Dort arbeitete er als Geselle und nach dem Erwerb des Meistertitels ab 1967 als Meister. Ab 1957 beteiligte er sich am Mal- und Zeichenzirkel von Hans Hattop. Bereits ab 1966 schuf er mit Hattop erste Wandgemälde.

Ab 1976 arbeitete Heinrich in Suhl freischaffend als Maler und Grafiker. Er wurde nach zwei Jahren Kandidatur 1974 in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen, dem er bis 1990 angehörte. Neben freien Arbeiten schuf er, zum Teil gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Malerin und Graphikerin Elfriede Raphael, als Auftragsarbeiten Wandbilder und weitere architekturbezogene Werke. Er hatte mehrere Einzelausstellungen und war auf wichtigen Gruppenausstellungen vertreten. 1974 unternahm er eine Studienreise nach České Budějovice und 1982 in die Sowjetunion, insbesondere in die Tadschikische Sozialistische Sowjetrepublik.

Nach der deutschen Wiedervereinigung arbeitete Heinrich von 1992 bis 1997 als Dozent für Grafik und Design an der Umschulungswerkstatt für Werbung in Sonneberg und ab 1997 als Bereichsleiter Malerausbildung und Leiter der Meisterlehrgänge Maler im Berufsbildungs- und Technologiezentrum BTZ Rohr-Kloster.

2004 hatte er einen Studienaufenthalt in einem Dorf bei Kaluga, einer Partnerstadt Suhls.

Werkbeispiele

Tafelbilder

Weiße Häuser in Südböhmen (1979, Öl, 62,5 × 85,5 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 9/1979, S. 496 Winterliches Warnau (1981, Öl, 63 × 86 cm) Tadshikische Straßenbauarbeiter (1982, Öl, 115 × 150 cm)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 10/1984, S. 460 Häuser in Lauscha (1986, Öl, 100 × 111 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR) Schieferhäuser mit Querstraße im Winter (1987, Öl.100 × 100 cm; auf der X. Kunstausstellung der DDR)

Architekturbezogene Werke

Berufsausbildung und Freizeitgestaltung (1982, Wandgestaltung, Mosaik aus bemaltem, teilweise modelliertem Beton und getriebenem Kupfer; Ilmenau, Mehrzweckraum der damaligen Betriebsberufsschule „Franz Günther“; mit Elfriede Raphael)Abbildung eines Details in Bildende Kunst, Berlin, 7/1985, S. 309 Schwejk im Prager Gasthaus Kelch (1984/85, 11 Reliefs aus getriebenem Kupfer, gebörtelter Rand; Suhl, Wohngebietsgaststätte)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 7/1985, S. 310 Fahnen (1984, Wandgestaltung, plastisch geformtes eloxiertes Aluminium, gebörtelt, getriebenes Raster; Suhl, Eingangstrakt des damaligen Hauses der Grenztruppen)

Ausstellungen (unvollständig)

Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR

1968 bis 1984: Suhl, fünf Bezirkskunstausstellungen 1973: Frankfurt/Oder, Galerie Junge Kunst („Junge Künstler der DDR“) 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, IX. und X. Kunstausstellung der DDR 1985: Berlin, Nationalgalerie („Auf gemeinsamen Wegen. Kunstausstellung zum 40. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus und der Befreiung des deutschen Volkes“) 1986/1987: Suhl („Das sicher sei, was uns lieb ist“. Ausstellung zum 40. Jahrestag der Gründung der Grenztruppen der DDR)

Einzelausstellungen seit der der deutschen Wiedervereinigung

2004: Kaluga 2019: Suhl, Galerie im CCS („50 Jahre Städtepartnerschaft Kaluga - Suhl“; mit Elfriede Raphael) 2025: Suhl, Galerie im CCS („Entdeckungen“; mit Kurt Römhild)

Literatur

Weblinks

easydb.archive

Einzelnachweise

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