Judith Ackermann (* 1982 in Rheinbach) ist eine deutsche Medienwissenschaftlerin. Sie ist Forschungsprofessorin an der Fachhochschule Potsdam und leitet dort das Digital Participation and Inclusion Lab (dpi-lab). Seit 2020 ist sie wissenschaftliche Beirätin der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen digitaler Medienkulturen, Medienbildung, Games, hybrider Realitäten und Wissenschaftskommunikation.

Wissenschaftlicher Werdegang Judith Ackermann studierte von 2001 bis 2006 Medienwissenschaft, Computerlinguistik und Psychologie im Magisterstudiengang an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Von 2007 bis 2008 absolvierte sie ein Grundlagenstudium im Fach Schauspiel an der Theaterakademie Köln. 2011 wurde sie an der Universität Bonn mit der Arbeit “Formen und Auswirkungen kommunikativer Aneignungen von Spiel und Technik auf LAN-Partys – eine konversationsanalytische Betrachtung der direkten Kommunikation Jugendlicher beim gemeinschaftlichen Computerspielen” im WS 2010/11 in Medienwissenschaft promoviert.

Anschließend war Ackermann in der Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (PT-DLR) im Bereich „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ tätig. Parallel übernahm sie 2012/13 eine Gastprofessur für Digitale Medienkultur an der Filmuniversität Babelsberg.

Von 2012 bis 2016 war Ackermann wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkolleg „Locating Media“ an der Universität Siegen. Seit dem Wintersemester 2016/17 lehrt sie außerdem im Weiterbildungsmaster Spiel- und Medienpädagogik an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Gastaufenthalte führten sie unter anderem an die School of Design des Politecnico di Milano. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit initiierte sie 2015 das internationale Urban-Games-Festival playin’siegen, das sich mit urbanen Spielpraktiken und digitalen Spielformen im öffentlichen Raum beschäftigt.

Seit Oktober 2016 ist sie an der Fachhochschule Potsdam tätig, zunächst als Vertretung der Professur. Im Januar 2017 wurde sie dort zur Professorin ernannt. Sie ist Forschungsprofessorin für Digitale Medien und Performance in der Sozialen Arbeit und leitet das Digital Participation and Inclusion Lab (dpi-lab). Seit 2020 ist sie zudem wissenschaftliche Beirätin der Akademie für Theater und Digitalität am Theater Dortmund. Seit August 2020 ist Ackermann auf der Plattform TikTok aktiv und betreibt dort unter dem Account @dieprofessorin Wissenschaftskommunikation. Seit 2024 ist sie Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Fachzeitschrift merz – medien + erziehung. Zudem ist sie seit 2023 im Aufsichtsrat der Fachstelle Jugendmedienkultur NRW tätig.

Ackermanns Forschung verbindet medien- und kulturwissenschaftliche Ansätze mit Perspektiven der Sozialen Arbeit. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen digitale Medienkulturen und Medienbildung, soziale Medien und Plattformkulturen, digitale Spiele und Game Studies, hybride Realitäten und ortsbasiertes Gaming sowie künstlerischer Kunstpraktiken und Forschung in der kulturellen Bildung.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Analyse digitaler Öffentlichkeiten und der Wissenschaftskommunikation auf Social-Media-Plattformen. Dabei untersucht sie insbesondere die Rolle digitaler Plattformen für Bildung, politische Kommunikation und Wissensvermittlung. Ackermann war an mehreren nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt, darunter "Postdigitale Kunstpraktiken in der Kulturellen Bildung (PKKB, 2017–2021) sowie geförderte Projekt Digitale Inklusion im Kontext sozialer Angststörungen" (DISA, 2019–2022) beides gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Von 2022 bis 2025 leitete sie das Projekt Wissenschaftlerinnen in die Medien (BMBF gefördert), das Strategien zur Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen in klassischen und digitalen Medien untersuchte. Weitere Forschungsprojekte befassen sich mit digitalen Plattformen, emotionaler KI-gestützter Beratung im Familienkontext "FEEL" sowie mit Fragen der digitalen Partizipation und Datenkompetenz MyApp My Data.

Schriften Monografien Gemeinschaftliches Computerspielen auf LAN-Partys: Kommunikation, Medienaneignung, Gruppendynamiken. LIT, Münster 2011.

Herausgeberschaften mit Anne Gerlieb und Anna-Sophie Barbutev: Wissenschaftskommunikation und Gender. Chancen und Herausforderungen der Sichtbarkeit von Wissenschaftler*innen in sozialen und klassischen Medien. transcript, Bielefeld 2025. mit Benjamin Egger: Transdisziplinäre Begegnungen zwischen postdigitaler Kunst und Kultureller Bildung. Perspektiven aus Wissenschaft, Kunst und Vermittlung. Springer VS, Wiesbaden 2021. Phänomen Let’s Play-Video – Entstehung, Ästhetik, Aneignung und Faszination aufgezeichneten Computerspielhandelns. Springer VS, Wiesbaden 2016.

Weblinks Profil und Vita Judith Ackermann Judith Ackermann auf Google Scholar

Einzelnachweise

Kategorie:Medienwissenschaftler Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1982 Kategorie:Frau