Der jüdische Friedhof Altlandsberg liegt am Weg „An der Promenade“ östlich angrenzend an den kommunalen Friedhof in Altlandsberg im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg.

Geschichte In Altlandsberg gab es, vermutlich ab dem 18. Jahrhundert, eine kleine israelitische Gemeinschaft. Die Verstorbenen wurden anfänglich bis 1818 auf dem jüdischen Friedhof in Strausberg begraben, bis die Gemeinde 1817 auf behördliche Anweisung einen eigenen Begräbnisplatz anlegte. Zur Synagogengemeinde gehörten außer Altlandsberg auch die umliegenden Dörfer, so dass auch die verstorbenen Juden der Dörfer von Bernau bis Lichtenberg und Erkner dort begraben wurden. Der von einem Graben und einer Hecke umgebene Friedhof hatte eine Größe von etwa zehn Ar. Zum Friedhof gehörte auch ein 1862 beziehungsweise 1883 errichtetes Taharahaus.

Um 1930 wurde etwa 200 Meter östlich des bisherigen Beerdigungsplatzes ein neuer Friedhof geschaffen, der bis Ende der 1930er Jahre mit sechs Gräbern belegt wurde. 1933 gehörten der Gemeinde etwa 200 Personen an, von denen 15 in Altlandsberg lebten. Im ehemaligen Haus der Familie Borkowsky in der heutigen Poststraße 15 befand sich bis 1938 der Synagogenraum der jüdischen Gemeinde Altlandsberg.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das ältere Friedhofsareal geschändet und später die Grabsteine größtenteils zum Wegebau zweckentfremdet. Nach Beschreibungen von 1988 und 1991 waren etwa neunzig halbe und zum Teil ganze Grabsteine als Pflasterung für eine Auffahrt des nahegelegenen Grundstückes „An der Promenade" Nr. 3“ verwendet worden. Grabsteinfragmente lagen in einem angrenzenden Bach und unter der darüber verlaufenden Brücke. Auf dem neuen Begräbnisplatz standen bis nach 1945 noch mindestens vier Grabsteine, von denen keiner erhalten ist. Eine Schändung des Friedhofsareals wurde auch 1988 dokumentiert.

Umgestaltung und Gedenken In Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Altlandsberg und finanziert mit einem städtischen Eigenanteil sowie hauptsächlich durch Fördermittel des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg wurde 2020 eine mehrjährige Umgestaltung des Begräbnisplatzes abgeschlossen.

Dabei wurde die markante Baumreihe erhalten sowie die verwahrten Reste zerbrochener Grabsteine und die Grundmauern des Taharahauses freigelegt und gesichert. Die gefundenen Grabsteine und Fragmente wurden innerhalb der Fundamente des Taharahauses an einem überschaubaren eingefriedeten „Guten Ort“ untergebracht. Auf der Beisetzungsfläche wurden mehrere Hundert Efeupflanzen eingepflanzt.

Auf dem Geände wurde ein Steinstele aufgestellt mit folgendem Text: „Der ‚Alte Jüdische Friedhof‘. Diese Begräbnisstätte war um 1820 neben dem städtischen Friedhof für die zeitweise von Bernau bis Lichtenberg und Erkner reichende Synagogengemeinde Altlandsberg angelegt worden. Um 1896 wurde sie am Bollensdorfer Weg, am Ende des Sassendamms, erweitert. Dort entstand der ‚Neue Jüdische Friedhof‘. Die Gräber beider Friedhöfe wurden 1938 geschändet, in den folgenden Jahrzehnten abgetragen, verschüttet, überwuchert und vergessen. Es verblieben allein die bizarre Baumreihe am unteren Wege, die verwahrten Reste geborstener Grabsteine und die verwitterten Grundmauern des 1883 außerhalb der Begräbnisstätte neu errichteten Tahara-Hauses (für rituelle Waschungen). Das erste, kleinere Haus wurde mit ‚Kesselfeuerung‘ und Schornstein 1862 erbaut. Die jetzt wieder sichtbaren Gemäuer wurden von Bürgern ab 1999 freigelegt und bis 2019 würdig gestaltet. Diese Gedenkstätte mahnt uns, das grausame Geschehen der Vergangenheit niemals zu vergessen. Sie erinnert uns an die einstmals harmonische Gemeinschaft mit den Bürgern jüdischen Glaubens.“

Einzelnachweise Altlandsberg (MOL). In: Alemannia Judaica. Abgerufen am 15. März 2026

Brigitte Hildenbrand: Alter Jüdischer Friedhof. In: Altlandsberger Stadtmagazin vom 29. Oktober 2020. 18. Jahrgang, 9. Ausgabe, S. 1

Aus der Geschichte jüdischer Gemeinden im deutschen Sprachraum. Strausberg (Brandenburg). In: jüdische-gemeinden.de. Abgerufen am 15. März 2026

Jana Reimann-Grohs: Der „Gute Ort“ in Altlandsberg ist wiederhergestellt. In: Märkische Oderzeitung vom 19. Oktober 2020. Abgerufen am 15. März 2026

Bernd Wagner: Rechtsradikalismus in der Spät-DDR. Zur militant-nazistischen Radikalisierung. Wirkungen und Reaktionen in der DDR-Gesellschaft. Dissertation. Edition Widerschein, Berlin 2014, ISBN 978-3-9455290-2-7, S. 387

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