Athenodoros (; † nach 334 v. Chr.) war ein im 4. Jahrhundert v. Chr. lebender athenischer Söldnerführer. Er stand zeitweise in persischen Diensten und mischte sich in den 350er Jahren v. Chr. im Sinne Athens in die Thronkämpfe in Thrakien ein. Als Feldherr des Perserkönigs Dareios III. geriet er 334 v. Chr. in Sardes in die Gefangenschaft Alexanders des Großen, wurde aber bald freigelassen.

Leben Athenodoros entstammte wohl einer auf Imbros siedelnden athenischen Kleruchenfamilie. Daher wird er mitunter als Imbrier bezeichnet. Um 360 v. Chr. stand er als Söldnerführer in persischen Diensten.Aineias Taktikos 24, 10 ff.; Plutarch, Phokion 18, 2. Bald danach wurde er Feldherr des Thraker-Königs Berisades, mit dem er sich verschwägerte.Demosthenes, Orationes 23, 10. In Thrakien gründete er auch eine Stadt.Isokrates, Orationes 8, 24. Berisades kämpfte damals gemeinsam mit Amadokos gegen den Odrysen-König Kersebleptes um die Herrschaft in Thrakien. Athenodoros griff in deren Thronstreit ein und zwang Kersebleptes 359 v. Chr. zu einem Vertrag mit Amadokos, Berisades und Athen. Wegen mangelnder athenischer Unterstützung wurde dieser Erfolg aber bald wieder zunichtegemacht.Demosthenes, Orationes 23, 170 ff. 357/356 v. Chr. gelang es dem athenischen Feldherr Chares unter Beteiligung des Athenodoros, die Teilung der Herrschaft in Thrakien und den Besitz der Athener auf der Chersones durch einen Vertrag zu sichern. Nach Berisades’ Tod um 356 v. Chr. unterstützte Athenodoros die Interessen von dessen Söhnen.Demosthenes, Orationes 23, 173.

Später begab sich Athenodoros wieder in persische Dienste. In welchem Jahr er gegen den athenischen Strategen Phokion in Atarneus kämpfte,Polyainos, Strategemata 5, 21. ist nicht genau bestimmbar. Er war im Sold des Perserkönigs Dareios III., als Alexander der Große in dessen Reich einfiel. Bei der Eroberung der Burg von Sardes im westlichen Kleinasien durch makedonische Truppen 334 v. Chr. geriet Athenodoros, der hier stationiert war, in Gefangenschaft. Durch die Bemühungen Phokions wurde er von Alexander wieder in Freiheit gesetzt.Claudius Aelianus, Varia historia 1, 25; Plutarch, Phokion 18, 2. Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt.

Literatur Helmut Berve: Das Alexanderreich auf prosopographischer Grundlage. Band 2, München 1926, S. 14, Nr. 27. Waldemar Heckel: Who’s Who in the Age of Alexander the Great. Prosopography of Alexander’s Empire. Blackwell, Oxford u. a. 2006, ISBN 1-4051-1210-7, S. 60.

Anmerkungen

Kategorie:Militärperson (Athen) Kategorie:Person im Alexanderzug Kategorie:Grieche (Antike) Kategorie:Geboren im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Gestorben im 4. Jahrhundert v. Chr. Kategorie:Mann