Woodie King Jr. (* 27. Juli 1937 in Bladon Springs, Alabama; † 29. Januar 2026 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Film- und Theaterproduzent sowie Regisseur. Während seiner Karriere widmete er sich der stärkeren Repräsentation afroamerikanischer Stimmen in den darstellenden Künsten. King werden mehr als 400 von ihm produzierte und inszenierte Aufführungen in den Vereinigten Staaten zugeschrieben. Theaterjournalisten bezeichneten ihn als den „Renaissance-Mann des Schwarzen Theaters“.

Leben King wurde 1937 in Bladon Springs im US-Bundesstaat Alabama geboren. Nach der Trennung seiner Eltern zog er mit seiner Mutter nach Detroit in Michigan, wo er aufwuchs und später seine Karriere begann.

Im Jahr 1956 machte er seinen High-School-Abschluss an der Cass Technical High School und begann anschließend eine Tätigkeit als Lichtbogenschweißer bei der Ford Motor Company; er arbeitete auch als technischer Zeichner. Von 1958 bis 1962 besuchte King mit einem Stipendium die Will-O-Way School of Theatre in Bloomfield Hills, Detroit. Nach seinem Umzug nach New York City im Jahr 1964 erhielt King das John-Hays-Whitney-Stipendium, um Theaterregie und -verwaltung am American Place Theatre unter Lloyd Richards zu studieren. Später erwarb King einen Bachelor-Abschluss in Self-Determined Studies mit Schwerpunkt Theater und Black Studies am Lehman College und schloss sein Studium am Brooklyn College mit einem Master of Fine Arts in Theater mit Schwerpunkt Regie ab.

King war zweimal verheiratet. 1959 heiratete er Willie Mae Washington, mit der er drei Kinder hatte, und später Elizabeth Van Dyke. Er starb im Januar 2026 im Alter von 88 Jahren nach Komplikationen infolge einer notfallmäßigen Herzoperation. Er wurde von seiner zweiten Ehefrau Elizabeth und seinen Kindern überlebt.

Karriere Bereits während seiner Ausbildung an der Will-O-Way School of Theatre in Detroit gründete King ging gemeinsam mit Ron Milner das Concept-East Theatre (CET), an dem er von 1960 bis 1963 als Manager und Regisseur tätig war. Begleitend schrieb er von 1959 bis 1962 Theaterkritiken für die Detroit Tribune.

Im Jahr 1964 begann King eine fünfjährige Tätigkeit als Cultural Arts Director bei Mobilization for Youth. Ab Ende der 1960er-Jahre war King regelmäßig als Regisseur und Produzent am Broadway tätig und gründete 1970 schließlich das New Federal Theatre auf der Lower East Side von New York City und schuf damit einen Raum, der sich der Produktion von Werken über und von People of Color widmete und um die Stimmen unterrepräsentierter Gemeinschaften zu bewahren. Zahlreiche afroamerikanische Künstler, die zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche zählen und zählten, traten in den frühen Jahren ihrer Karriere am New Federal Theatre auf, darunter Morgan Freeman, Denzel Washington, Samuel L. Jackson, Laurence Fishburne, Debbie Allen, Phylicia Rashad, Loretta Devine, Jackée Harry, Reginald Vel Johnson, Al Freeman Jr. und Chadwick Boseman, aber auch Robert Downey Jr. 1974 gründete er „National Black Touring Circuit“, um schwarze Theaterproduktionen landesweit zu unterstützen. Er produzierte und inszenierte auch Black Beauties: 100 Years of African-American Women on Broadway als Benefizveranstaltung zugunsten von Broadway Cares/Equity Fights AIDS.

Neben seiner Tätigkeit für das Theater wirkte er auch vor und hinter der Kamera. So spielte er in Serpico (1973), The Long Night (1976) und Men in Black 3 (2012). Er war auch als Filmregisseur- und produzent tätig. Für den Fernsehfilm Malcolm X – Tod eines Propheten und den Film The Torture of Mothers: The Case of the Harlem Six steuerte er zudem die Drehbücher bei. Im deutschen Sprachraum wurde King unter anderem von Thomas Danneberg, Klaus Lochthove, Thomas Rauscher und Herbert Weicker synchronisiert.

Im Jahr 2021 zog er sich aus seiner Rolle als Producing Director des New Federal Theatre zurück, blieb jedoch weiterhin Mitglied des Vorstands.

Auszeichnungen King erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen im Laufe seiner Karriere. 2008 erhielt King die Ehrendoktorwürde in Humane Letters vom Lehman College. Zudem hielt er die Ehrendoktorwürde in Humane Letters der Wayne State University; weitere Ehrendoktorwürden erhielt er vom College of Wooster und vom John Jay College of Criminal Justice.

1965: The John Hay Whitney Fellowship des American Place Theater 1968: Venice Festival Award für The Game 1968: Preis des International Short Film Festival Oberhausen Award für The Game 1970: International Film Critics Award für Right On 1971: A. Phillip Randolph Award des New York Film Festival für Epitaph 1986: Nominierung für den Joseph Jefferson Award in der Kategorie Director of a Play für Boesman and Lena 1988: NAACP Image Award für die Regie von Checkmates 1993: AUDELCO Awards in der Kategorie Best Director and Best Play für Robert Johnson: Trick The Devil 1997: Obie Award für Sustained Achievement für sein Lebenswerk 2003: Paul Robeson Award der Actors’ Equity Association 2005: Rosetta LeNoire Award der Actors' Equity Association 2008: Ehrendoktorwürde in Humane Letters des Lehman College 2011: Aufnahme in die American Theater Hall of Fame 2020: Tony Honors für Excellence in the Theatre

Filmografie (Auswahl) Produzent 1970: Right on! 1975: A Year at the Top (Fernsehserie) 1976: The Long Night 1978: Black Theatre: The Making of a Movement 1981: Malcolm X – Tod eines Propheten (Fernsehfilm) 1983: Love to All, Lorraine (Fernsehfilm) 2006: Segregating the Greatest Generation 2006: The Minority 2017: Death of a Prophet (Fernsehfilm) 2018: King of Stage: The Woodie King Jr. Story

Regisseur 1976: The Long Night 1978: Black Theatre: The Making of a Movement 1980: The Torture of Mothers: The Case of the Harlem Six 1981: Malcolm X – Tod eines Propheten (Fernsehfilm) 1983: Love to All, Lorraine (Fernsehfilm) 2006: Segregating the Greatest Generation 2017: Death of a Prophet (Fernsehfilm)

Schauspieler 1967: Sweet Love, Bitter 1964: NET Playhouse (Fernsehserie) 1967: Heiße Spuren (Fernsehserie) 1972: Together for Days 1973: Serpico 1976: The Long Night (Die lange Nacht) 1990: Law & Order (Fernsehserie) 1999: Law & Order: Special Victims Unit (Fernsehserie) 2005: How to Eat Your Watermelon in White Company (and Enjoy It) 2010: Treme (Fernsehserie) 2012: Men in Black 3 2011: Unforgettable (Fernsehserie) 2015: Staten Island Sommer 2019: It Takes a Lunatic 2021: Chadwick Boseman: Portrait of an Artist

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Einzelnachweise

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