miniatur|Gedenktafel Lippmann-Tauß-Synagoge war ein privater Synagogenverein in Berlin, der von 1776 bis 1939 existierte.
Geschichte 1776 gründete der Kaufmann Liepmann Meyer Wulff (und Großvater des Komponisten Giacomo Meyerbeer) eine kleine orthodoxe Privatgemeinde in Berlin, als eine der ersten jüdischen Gemeinden in der Stadt. Diese traf sich viele Jahre in seinem Haus in der Neuen Friedrichstraße 21. Seit etwa 1872 war Oskar Secharjahu Lifschütz der Rabbiner. 1880 musste das Haus wegen Baufälligkeit abgerissen werden.
Der neue Ort in der Alexanderstraße/Ecke Prenzlauer Straße brannte während eines Kolnidre-Gottesdienstes fast völlig aus, da der Rabbiner Löscharbeiten untersagt hatte.Felix Singermann, Die Lippmann-Tauß-Synagoge, 1920, S. 12; auch Girod, 2000, S. 255 Daraufhin trennte sich der Vorstand der Gemeinde von ihm. Oskar Lifschütz wurde Rabbiner in der kleinen Wolff Ez Chajim Gemeinde. 1888 konnte er beide Gemeinden vereinigen und den renovierten Gebetsaal in der Landsberger Straße 89 neu einweihen.Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judenthum, 1888, S. 811, mit Bericht über die Einweihungsfeier Um 1892 mietete die Gemeinde einen Raum in der Georgenkirchstraße 24 (3. Hof, 2. Etage), der aber wegen des Lärms der Fabriken darüber und darunter nicht lange genutzt werden konnte.Felix Singermann, Die Lippmann-Tauß-Synagoge, 1920, S. 13.
miniatur|180px|Felix Singermann, Rabbiner 1919–1939 miniatur|180px|Gewerbekomplex an der Gollnowstraße 12 (linke Seite), 1900 Seit 1893 wurde ein Raum im Gewerbekomplex Gollnowstraße 11 (spätere Nr. 12) in einem Hofgebäude im ersten Stockwerk genutzt, dessen Funktion von außen nicht zu erkennen war., auch noch , auch in anderen Jahren (bei Straßen und Religionsgemeinschaften)Allgemeine israelitische Wochenschrift, 1897, S. 536–537; berichtete über einen Einbruch am 3. August 1897, der Täter hatte sich wahrscheinlich vorher in der Gastwirtschaft im Vorderhaus nach der Lage des Betsaales erkundigt Seit 1915 war Felix Singermann der Rabbiner. In den 1920er Jahren gab es tägliche Gottesdienste, eine Religionsschule und wohltätige Stiftungen.Jüdisches Jahrbuch für Gross-Berlin, 1926, S. 203 (kurzer Auszug), erwähnte die täglichen Gottesdienste, siehe auch andere Jahre 1937 wurde ein neuer Standort in der Friedensstraße 3 bezogen, als die einzige selbstständige Synagoge in Berlin-Friedrichshain in der Zeit des Nationalsozialismus.Renate Girod, Nachbarn. Juden in Berlin, 2000 Die Nationalsozialisten verwüsteten während der Novemberpogrome 1938 die Synagoge. 1939 musste sie geschlossen werden. Die meisten Gemeindemitglieder wurden 1942/43 in Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.
Gedenken 1988 wurde eine Gedenktafel für die Lippmann-Tauß-Synagoge in der Friedensstraße 3 angebracht. 2003 wurde diese nach mehreren Schmierereien von Familienangehörigen wieder abgenommen und an das Stadtmuseum gegeben.Lippmann-Tauss-Synagoge Gedenktafeln in Berlin (814) 2025 wurde dort eine neue Gedenktafel mit Informationen durch den Bezirk Berlin-Friedrichshain eingeweiht.
Literatur
Felix Singermann: Die Lippmann-Tauß-Synagoge und das Rabbinerhaus der Lifschütz. Berlin 1920. Digitalisat
Statuten-Entwurf für die Lippmann-Tauß-Synagoge wie des Beth-Samuel-Vereins. Berlin 1890 (Digitalisat) Synagogen in Berlin. Band 2. Berlin 1983. S. 24–25 Eike Geisel: Führer durch das jüdische Berlin. Berlin 1987. S. 163 Regina Girod: Nachbarn. Juden in Friedrichshain. Berlin 2000. S. 253–259, mit ausführlichen Informationen
Weblinks Lippmann-Tauß-Synagoge Gedenktafeln Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Synagoge in Berlin Kategorie:Gegründet 1776 Kategorie:Aufgelöst 1939 Kategorie:Orthodoxes Judentum Kategorie:Judenverfolgung im Deutschen Reich (1933–1945) Kategorie:Berlin-Friedrichshain