mini|Biedermannsdorf (Bezirk Mödling), Öl auf Karton, 1949 Gustav Schütt (* 9. Mai 1890 in Wien; † 30. Jänner 1968 in Laxenburg) auch Gustavo Schütt, war ein österreichischer Landschaftsmaler, Grafiker und Restaurator.

Leben und Ausbildung mini|Winterlandschaft, Aquarell und Gouache auf Papier Schon im Alter von 16 Jahren war Schütt Schüler des Künstlers Karl Wilhelm Diefenbach auf Capri, bevor er später der Wiener Malschule Scheffer besuchte. mini|Die Teufelsmühle am Wienerberg, Aquarell und Gouache auf Papier, 1951 In den folgenden Jahren gehörte er zu den Künstlern, die sich der auf dem Monte Verità bei Ascona gegründeten Kolonie der Brüder Gusto und Ernst H. Graeser anschlossen. Zusammen mit anderen Wiener Künstlern wie Anton Faistauer und Robin Christian Andersen – dem späteren Lehrer von Friedensreich Hundertwasser – verbrachte Schütt die Sommermonate in der Künstler-Kolonie.

Von 1911 bis 1913 studierte Schütt an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Kasimierz Pochwalski. Nach seinem Militärdienst von 1914 bis 1915 geriet Schütt bis 1920 in russische Kriegsgefangenschaft.

Franz Schütt war mit Lydia Schütt-Lunaczek (1891–1969) verheiratet. Sie lebten von 1924 bis 1968 in Laxenburg.

Rolle im Kunstbetrieb Schütt wirkte als Professor an der Wiener Frauenkunstschule (Frauenakademie). Schütt war im Jahr 1925 Gründungsmitglied des Mödlinger Kunstvereins. Ab 1928 war Schütt Mitglied der Wiener Secession, aus der er 1939 austrat und Mitglied des Wiener Künstlerhauses wurde.

Während der Verbotszeit der NSDAP (1933–1938) beteiligte sich Schütt an illegalen Aktivitäten zur nationalsozialistischen Einflussnahme auf das österreichische Kulturleben. Schütt war Gründungsmitglied „Bund deutscher Maler Österreichs 1937“ – einer NS Tarnorganisation. Zu dieser Gruppe gehörten neben Schütt auch Heinrich Revy, Leopold Blauensteiner, Rudolf Hermann Eisenmenger, Marcel Kammerer und Oskar Thiede, der bereits 1932 das Hoheitszeichen der NSDAP entworfen hatte. Revy, Eisenmenger, Schütt und Thiede waren im Mödlinger Kunstverein aktiv, der in dieser Zeit als „NS-Künstlerschaft“ beschrieben wird. 1942 unterschrieb Schütt eine Petition für den jüdischen Galeristen Ludwig Neumarkt, die auch von Josef Hoffmann, Josef Dobrowsky, Ernst Huber, Arthur Brusenbauch, Robin Christian Andersen und Richard Teschner unterstützt wurde.

1944 wurde Schütt zum Volkssturm eingezogen und geriet anschließend in italienische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1946 zurückkehrte. Während dieser Zeit wurde sein Atelier in Wien beschlagnahmt.

1953 war Schütt maßgeblich an der Neugründung des Mödlinger Kunstvereins beteiligt, der fortan den Namen Mödlinger Künstlerbund trug: Er wurde erster Obmann des Vereins.

Werke von Schütt werden regelmäßig im Wiener Dorotheum sowie auf europäischen Kunstplattformen angeboten.

Auszeichnungen 1922 Staatsmedaille 1927 Kunstpreis der Stadt Wien 1933 Staatsmedaille 1934 Julius-Reich-Preis 1934 Österreichischer Staatspreis 1936 Julius-Reich-Preis 1937 Eckartsbund-Preis 1948 Österreichischer Staatspreis 1960 Kulturpreis des Landes Niederösterreich und Lorbeer des Wiener Künstlerhauses 1964 Ehrenpreis der Stadt Wien 1965 August Sicardsburg-Preis

Ausstellungen Schütt hat in den Jahren zwischen 1925 und 1960 nahezu bei jeder Ausstellung des Mödlinger Kunstvereins mitgewirkt. Beispiele weiterer Ausstellungsteilnahmen: 1956 und 1965 wurden im Künstlerhaus Wien Kollektionen seiner Werke gezeigt. 1958 NÖ Landeskunstausstellung, Kurhaus Baden (Gruppenausstellung) 1960 Jubiläumsausstellung zum siebzigsten Geburtstag in Mödling 1960 Zeitgenössische Kunst aus Niederösterreich, Oberhausmuseum Passau (Gruppenausstellung) 1961 Bildende Kunst in Niederösterreich 1962 Landeskunstausstellung 1962, Stadthalle Ternitz, Landesverband der NÖ Kunstvereine (Gruppenausstellung) 1965 Die bildende Kunst in Niederösterreich von 1945 bis 1965, Blau-Gelbe Galerie, Niederösterreichisches Landesmuseum (Gruppenausstellung) Die sechziger Jahre: Eine phantastische Moderne / The 1960s: A Fantastic Modernism, MUSA (Gruppenausstellung)

Literatur Ingrid Holzschuh, Sabine Plakolm-Forsthuber: Auf Linie. NS-Kunstpolitik in Wien. Hrsg.: Wien Museum, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2426-7. Sigrid Ofner, Otto Husinsky (Hrsg.): 100 Jahre Mödlinger Künstlerbund. Kral-Verlag, Berndorf 2025, ISBN 978-3-99103-313-4.

Weblinks Basis Wien: Franz Schütt (abgerufen am 14. März 2026). Artothek Niederösterreich: https://katalog.artothek.at/kuenstlerinnen/530 (abgerufen am 14. März 2026). https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Gustav_Schütt

Einzelnachweise

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