Der Deutsche Arbeiter-Theater-Bund (DAThB) war ein Dachverband der im Deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik aktiven Arbeiter-Theater-Gruppen. Er ging 1913 als Umbenennung aus dem Bund der Theatervereine Deutschlands hervor und wurde durch die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) dominiert. Mit der Übernahme der Führung des Bundes durch Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) wurde dieser in Arbeiter-Theater-Bund Deutschlands (ATBD) umbenannt und stärker auf Agitprop-Gruppen ausgerichtet, die im Rahmen der Notverordnungsgesetze 1931 verboten wurden.

Geschichte Im Rahmen der Sozialistengesetze im Deutschen Kaiserreich entstanden im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den Arbeiterbildungsvereinen im Umfeld der verbotenen SPD diverse Laie­ntheater. Mit der Abschaffung der Gesetze 1890 entstanden eine Vielzahl von Arbeitertheater-Vereinen und Spielgruppen, die 1906 in Berlin mit den Bund der Theater- und Vergnügungsvereine Charlottenburg einen eigenen Dachverband erhielten. Aus diesen heraus entstand zwei Jahre später der Bund der Theatervereine Deutschlands, der landesweit die Theatergruppen organisieren sollte, der 1913 in Deutschen Arbeiter-Theater-Bund umbenannt wurde.

Das Spielmaterial der Arbeitertheater kam ab 1910 vom Arbeiter-Theater-Verlag, dessen Gründer Alfred Jahn von 1924 bis 1928 beim DAThB ebenso als Vorsitzender fungierte. In diesem Zusammenhang stellte der Verlag den Theatergruppen auch Material der der Arbeiterbewegung verbundenen Berufsautoren wie z. B. Erich Grisar, Bruno Schönlank und Ernst Preczang zur Verfügung.Wolfgang U. Schütte: Der rote Jahn, Edition Peters, Leipzig und Dresden, 1986. Bis 1921 wuchs der DAThB auf rund 2500 Mitglieder an.

Mit dem Jahr 1928 wurde die durch Jahn und andere SPD-Mitglieder dominierte Leitung des DAThB durch Arthur Pieck und andere Angehörige der KPD abgelöst. Im Anschluss wurde der DAThB in Arbeiter-Theater-Bund Deutschlands umbenannt und das Spiel der Theatergruppen stärker auf die Spielformen der Montage und der Revue sowie auf Agitprop-Gruppen ausgerichtet. Der ATBD war im Folgejahr Gründungsmitglied des Internationalen Arbeiter-Theater-Bundes (IAThB), der wiederum 1932 in Internationaler Revolutionärer Theaterbund (IRTB) umbenannt wurde. Die Agitprop-Gruppen wurden 1931 auf Grundlage der Notverordnungsgesetze polizeilich verboten, traten jedoch weiter in geschlossenen Veranstaltungen auf.Helmut Damerius: Über zehn Meere zum Mittelpunkt der Welt. Erinnerungen an die „Kolonne Links“, Henschel, Berlin, 1977.

Der DAThB verfügte mit der Arbeiterbühne über eine eigene Zeitschrift, in der Spielmaterial ausgetauscht und die Methodik des Theaterspiels vermittelt wurde.

Weblinks Geschichte der Arbeitertheater beim Deutschen Archiv für Theaterpädagogik

Einzelnachweise

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