mini|Emre Kızılkaya (2018) Emre Kızılkaya ist ein türkischer Journalist und Redakteur. Er war Vorsitzender des türkischen Nationalkomitees des International Press Institute (IPI) und wurde 2021 zum Vize-Vorsitzenden des IPI-Exekutivvorstands gewählt.

Leben und Wirken Emre Kizilkaya studierte Politikwissenschaften und International Studies an der Universität Istanbul und schloss ein Master-Studium in Journalismus an der Marmara-Universität ab. Anschließend promovierte er an der Galatasaray Üniversitesi.

Kızılkaya arbeitete etwa 15 Jahre bei der Tageszeitung Hürriyet und übernahm dort Aufgaben in der digitalen Koordination, der Redaktion und im Auslandsressort. Im Jahr 2019 verließ er Hürriyet, um sich auf Weiterbildung im Bereich Journalismus sowie auf neue digitale Projekte zu konzentrieren. 2019 wurde er als Knight Visiting Nieman Fellow an die Harvard University eingeladen. Mittlerweile lehrt er an der Galatasaray Üniversitesi in Istanbul Kommunikationswissenschaften.

Kızılkaya leitete das unabhängige Medienportal Journo. Journo veröffentlichte unter seiner redaktionellen Verantwortung Untersuchungen zu algorithmischer Sichtbarkeit von Nachrichten in der Türkei. Die Wahlstudie 2023 basierte auf einer Auswertung von über einer halben Million nachrichtenbezogener Google-Suchergebnisse und dokumentierte eine deutliche Bevorzugung regierungsnaher Medienangebote. Der Bericht Journo News Monitor wertete die 2023 erhobenen Daten im Februar 2024 aus. Er berichtete, dass regierungsnahe Medien in 74,8 Prozent der untersuchten News-Suchen bevorzugt wurden und dass die Vielfalt empfohlener Quellen um 14 Prozent zurückging. In einem Beitrag für The World Today analysierte er 2023 den Einfluss staatlicher Medienkontrolle auf Wahlkampf und Öffentlichkeit in der Türkei. Eine von ihm und einem Kollegen erläuterte Untersuchung zu Nachrichtenwüsten setzte KI ein und analysierte über 1,1 Millionen Artikel aus mehr als 6500 türkischen Nachrichtenseiten. Im Juli 2022 kritisierte er gegenüber VOA Türkçe die Sperrung der Internet-Angebote von Voice of America und Deutsche Welle in der Türkei als Kompetenzüberschreitung der Medienaufsicht RTÜK. Im März 2025 ordnete er in The Guardian die Untersuchungshaft gegen Fotojournalisten in der Türkei als „außergewöhnlichen Schritt“ ein.

Einzelnachweise

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