Die 23. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften wurden am 6. und 7. Februar 1976 in der Dortmunder Westfalenhalle ausgetragen.
Wettbewerbe Gelaufen wurde wie bei den vier in der Dortmunder Westfalenhalle vorausgegangenen Deutschen Meisterschaften auf einer 160 Meter langen Rundbahn. Die Sprintstrecke für Frauen und Männer war mit 60 Metern genauso lang wie bei den beiden letzten Meisterschaften in München und Stuttgart. Der Hürdensprint fand für beide Geschlechter ebenfalls über 60 Meter statt.
Vorerst nicht mehr im Programm von Deutschen Hallenmeisterschaften waren das sechs Mal ausgetragene 10.000-Meter-Gehen der Männer und die im Vorjahr zum ersten Mal in die Meisterschaften eingebundenen Mehrämpfe für Männer und Frauen. Eine kleine Änderung gab es außerdem in der Frauenstaffel, die bisher über unterschiedliche Distanzen als 4-mal-1-Runde-Staffel stattgefunden hatte. Nun liefen die Sprinterinnen 4-mal 200 Meter.
Das Angebot für Frauen und Männer war über die verschiedenen Bereiche weiterhin nicht ausgeglichen. In der Kategorie Lauf fehlte bei den Frauen eine Langstaffel, die bei den Männern über 3-mal 1000 Meter ausgetragen wurde. Bei den Sprüngen wurden wie bei Freiluftveranstaltungen die Wettbewerbe Stabhoch- und Dreisprung erst in den 1990er-Jahren in das allgemeine Wettbewerbsprogramm für Frauen aufgenommen und waren somit vor dieser Zeit auch bei Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften nur für Männer im Angebot. Außer dem Kugelstoßen, das für Frauen und Männer seit Beginn der Deutschen Hallenmeisterschaften ausnahmslos Teil der Veranstaltung war, kamen weitere Wurfdisziplinen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern bei Hallenwettbewerben nicht zur Austragung, weil die üblichen Hallen bei den in diesen Wettbewerben erzielten Weiten nicht die erforderliche Größe besaßen.
Am ersten Meisterschaftstag gab es abgesehen von Vorläufen und Qualifikationen fünf Finals, Zur Austragung kamen dabei für Männer der Dreisprung, für Frauen der 3000-Meter-Lauf und das Kugelstoßen sowie für beide Geschlechter der 60-Meter-Hürdenlauf. Alle weiteren Konkurrenzen waren am zweiten Tag zu sehen.
Medaillengewinner Die folgenden Übersichten fassen die Medaillengewinner und -gewinnerinnen zusammen.
Männer Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Karlheinz Weisenseel (LG Frankfurt) 6,75 s Klaus-Dieter Bieler (TV Wattenscheid 01) 6,84 s Klaus Ehl (TV Wattenscheid 01) 6,84 s200 m Karlheinz Weisenseel (LG Frankfurt) 21,44 s Manfred Ommer (SV Bayer 04 Leverkusen) 21,64 s Thomas Schultheiß (VT Zweibrücken) 21,94 s400 m Bernd Herrmann (SV Bayer 04 Leverkusen) 48,49 s Harald Schmid (TV Gelnhausen) 48,50 s Ludger Zander (SpVgg Herten) 49,64 s800 m Paul-Heinz Wellmann (TuS 04 Leverkusen) 1:47,2 min Josef Schmid(1. FK Salamander Kornwestheim) 1:48,6 min Heinz Langenbach (CVJM Siegen) 1:49,8 min1500 m Thomas Wessinghage (TuS 04 Leverkusen) 3:43,0 min Eberhard Helm (TSV Ostheim) 3:43,33 min Karl Fleschen (LG Vulkaneifel) 3:44,0 min3000 m Peter Weigt (Stuttgarter Kickers) 7:52,0 min Hans-Jürgen Orthmann (LG Sieg) 7:53,0 min Ingo Sensburg (Neuköllner Sportfreunde) 7:52,4 min60 m Hürden Guido Kratschmer (USC Mainz) 7,98 s Dieter Gebhard(1. FK Salamander Kornwestheim) 8,00 s Eckart Berkes (USC Mainz) 8,14 s4 × 400 m 3:14,3 min 3:15,6 min 3.19,0 min3 × 1000 m 7:14,6 min 7:16,8 min 7:18,2 minHochsprung Walter Boller (USC Mainz) 2,16 m Jürgen Lichtenberg(SV Bayer 04 Leverkusen)Heinz Zimmer (USC Mainz) 2,13 m nicht vergebenStabhochsprung Günther Lohre(1. FK Salamander Kornwestheim) 5,20 m Wolfgang Mohr (TV Wattenscheid 01) 5,20 m Theo Walpurgis (ASV Köln) 5,00 mWeitsprung Ulrich Köwring (TV Wattenscheid 01) 7,75 m Joachim Busse (FC Bayer 05 Uerdingen) 7,72 m Hans Schicker (LG Stiftland) 7,69 mDreisprung Wolfgang Kolmsee (VfB Stuttgart) 16,51 m Richard Kick (LAC Quelle Fürth) 15,87 m Michael Sauer (USC Mainz) 15,80 mKugelstoßen Ferdinand Schladen (LG Bonn/Troisdorf) 19,12 m Josef Forst (TV Wattenscheid 01) 18,64 m Joachim Krug (ASV Köln) 18,35 m
Frauen Disziplin Gold Leistung Silber Leistung Bronze Leistung60 m Elvira Possekel (LG Bonn/Troisdorf) 7,33 s Annegret Kroniger (USC Mainz) 7,51 s Maren Gang(1. FK Salamander Kornwestheim) 7,55 s200 m Inge Helten (OSC Thier Dortmund) 23,77 s Elvira Possekel (LG Bonn/Troisdorf) 23,95 s Annegret Kroniger (USC Mainz) 24,64 s400 m Rita Wilden (TuS 04 Leverkusen) 52,28 s Dagmar Fuhrmann (LG Frankfurt) 53,46 s Elke Barth (TSV Bayer Dormagen) 54,38 s800 m Brigitte Kraus (ASV Köln) 2:03,4 min Gisela Klein (TuS 04 Leverkusen) 2:03,8 min Angelika Traugott (TuS 04 Leverkusen) 2:04,1 min1500 m Brigitte Kraus (ASV Köln) 4:26,1 min Christine Klemme (LG Göttingen) 4:31,5 min Sylvia Schenk (Eintracht Frankfurt) 4:33,4 min3000 m Christa Vahlensieck(Barmer TV 1846 Wuppertal) 9:26,6 min Manuela Preuß (FC Bayer 05 Uerdingen) 9:32,0 min Christine Klemme (LG Göttingen) 9:44,0 min60 m Hürden Ursula Schalück (OSC Thier Dortmund) 8,22 s Marlies Koschinski(SV Bayer 04 Leverkusen) 8,40 s Leonore Leidel (SV Bayer 04 Leverkusen) 8,44 s4 × 200 m 1:36,9 min 1:41,0 min 1:42,3 minHochsprung Ulrike Meyfarth (ASV Köln) 1,89 m Brigitte Holzapfel (Preussen Krefeld) 1,86 m Marlis Wilken (LG Wilhelmshaven) 1,86 mWeitsprung Ute Hedicke (USC Mainz) 6,28 m Astrid Eimüller (LAC Quelle Fürth) 6,21 m Christa Striezel (Hamburger SV) 6,12 mKugelstoßen Eva Wilms (ESV München-Neuaubing) 18,82 m Beatrix Philipp (ESV München-Neuaubing) 15,37 m Helga Jaxt (USC Mainz) 15,08 m
Literatur Deutsche Hallenmeisterschaften. In: Presseausschuß des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (Hrsg.), Jahrbuch der Leichtathletik 1976/77, S. 81–83 / S. 85, Berlin, Verlag Bartels & Wernitz 1976
Weblinks Deutsche Hallen-Meisterschaften in der Leichtathletik sport-record.de (PDF; 1825 KB) Leichtathletik, zahlreiche Artikel mit dem Thema Deutsche Hallen – Meisterschaften, sport-komplett.de
#1975 Kategorie:Leichtathletikveranstaltung 1976 Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Dortmund Kategorie:Westfalenhalle